„Lebenszeit. Du kostbare. Wo gehst Du hin?“

Jene Frage muss man sich in den letzten Tagen wirklich stellen. Im Jahre 2012 noch hatten 27 Prozent der Deutschen das mobile Internet genutzt- jetzt sind es Anfang des Jahres 2013 schon ganze 40 Prozent! Ein rasanter Aufstieg um sage und schreibe 13 Prozent. Lediglich 60% ver-weigern sich dem ganzen noch- oder äußern Bedenken um diesen Hype des ständigen-erreichbar-Seins.

Geht man durch die Städte sind viele Menschen mit Smartphone und Co. regelrecht verwachsen- auch wenn der Gesprächspartner in der Eisdiele direkt gegenübersitzt

Unser Kommunikationsverhalten ändert sich drastisch. Die jüngere Generation wächst genau damit auf- dem ständigen Multi-Tasking und der Bedrohung darin (Lebensmüdigkeit, Vereinsamung und Co.)- die älteren kommen irgendwann nicht mehr mit. Sie wollen es auch überhaupt nicht- weil nicht alles an dieser Kommunikationsform wünschens- und lebenswert ist. Was aber heisst das genau für uns? Wir vom Freizeitcafe haben dazu einmal recherchiert und uns Gedanken gemacht…

Die Studie „Mobile Internetnutzung“ der Initiative D21 brachte den hohen Konsumanteil mobiler Kommunikationsformen zutage

Daraus geht hervor, dass 94% der befragten die Aussage trafen, dass die mobile Technik Ihnen Informationen schneller zur Verfügung stelle. Schön und gut. Ein Stirnrunzeln bringt mir dann aber das Ergebnis, dass durch mobile Technik die „Vernetzung mit Freunden“ einfacher sei. Ist dem wirklich so? Ich denke, eher das Gegenteil ist der Fall- die ganze Welt da draussen, in der wir uns bewegen wird immer oberflächlicher!

Die SMS war noch Fortschritt pur. Kurzmitteilung los und treffen. Die Freunde im Mittelpunkt. Heute machen Dich die Marke Deines Smartphones und dessen Applikationen darauf interessant…

Es sind natürlich auch damals schon im SMS-Bereich einige der „Sucht“ verfallen- aber die 3000 SMS-am-Tag-Schreiberlinge waren dennoch eher selten und wurden damals noch schief von der Seite angeschaut.

„Hallo- wir, Deine Freunde sind hier“- hiess es dann zu meinen Schulzeiten noch, wenn jemand ständig am Handy hing. Heute ist es „anders.“Und hey ich bin Jahrgang 81- das ist überhaupt nicht lange her 

Heute hat sich das ganze ziemlich verlagert. Heute hat nahezu schon jeder I-Dötz unterwegs alles dabei , was eigentlich nur ein Geschäftsmann auf Reisen zur Bearbeitung all seiner beruflichen Pflichten und Unterhaltung abseits der Heimat bräuchte: 600 Euro-Smartphone, Apps, Facebook, Spiele, Youtube-Videos, Online TV… ständig im Online-Käfig gefangen & die Verlockung darin ist gross diesen nicht mehr zu verlassen….

Und? Tut es Kindern gut immer und überall mit Informationen und Werbung zugedröhnt zu werden?

Ich denke nicht. Warum sollen sie nicht einmal Ihre Freizeit und Jugend abseits dieser ganzen Medienwut genießen? Mal auf dem Bolzplatz spielen, Freibäder unsicher machen, Rad- und Inlinertouren ohne Mainstream und Internet meistern? Smartphone aus und raus wäre mal eine Aktion. Durchatmen von all dem digitalen Hype, der das Leben nicht unbedingt lebenswerter macht- sondern eher die kostbare Lebenszeit klaut.

Ein kleiner Lichtschimmer ist der Datenschutz, den viele Deutsche nicht gutheissen & deshalb nicht auf die mobile Kommunikation als ganzes vertrauen. Hoffentlich bringen sie dies auch Ihren Kindern nahe

Ganze 60% der deutschen denkt so!  Und dass das stationäre Internet (wie Desktop, Laptop daheim usw.) vollkommen ausreicht wird sogar von 89% befürwortet. Also steht es ja doch nicht so schlecht um unsere Entwicklung…

Dennoch: Unsere Kommunikation wird immer oberflächlicher!

Das gesellschaftliche Leben als ganzes leidet unter der neuen Mobilmachung via Smartphone, Tablet und Co. Mehr als 58% der deutschen sehen dies so. Jeder Zweite glaubt sogar, dass durch das mobile Internet die persönlichen Kontakte abnehmen & die Vereinsamung von Menschen voranschreitet!

Unterm Strich: Bei uns deutschen ist noch viel Vernunft am Werk! Warum es noch Hoffnung gibt…

Wenn wir es schaffen uns selbst und unseren Kindern begreiflich zu machen, dass der direkte enge Kontakt zu Menschen und reale Unterhaltungen mit unserem Gegenüber wertvoller und wichtiger sind- wird uns der mobile Hype nie vollständig manipulieren können. Klar, man soll ihn nutzen- aber man sollte sich niemals komplett von Internet und Co. abhängig machen. Die inneren Werte, das Urteilsvermögen, die echte Lebensfreude und mehr entdeckt man halt immernoch und nur- im realen Umgang mit echten Menschen und niemals mit dem Smartphone und tausenden Super-Apps, die all das erleichtern sollen…

Mit diesem Wort zum Freitag wünschen wir Euch gleich einen guten Start ins Wochenende! Euer Freizeitcafe

Quelle: Die Studie der Initiative D21 hier für Euch als pdf