Bitter- aber wahr. Wir hatten schon einmal über Widerstand zu diesem Thema berichtet. Schon irre, was da direkt vor unserer Haustür so an Gesetzen verabschiedet wird. Wohin geht unsere Welt? Facebook mit Datenausbeutung und Verkauf unserer Freiheit, Sopa, Acta… mit Zensur unserer Freiheit. Ich glaube nicht, dass Deutschland davor gefeit ist, wenn die Nachbarn rings um uns herum schon zu allem ja und amen sagen.

Nun geht es aber auch noch an das Freiheitsrecht von Schwulen und Lesben? Mit Geldstrafen von 12.000 Euro fürs „öffentlich zeigen“ und „Händchen halten.“ Zwickt mich bitte – ich glaub es kaum. Danke Guido! Du bist doch schwul, oder? Dafür sind Politiker also da… schön die Hände in den Schoß legen & mit Freunden Kaffee trinken. Dies dann noch am besten auf Kosten anderer- wir kennen ja die Pappenheimer, die immer wieder diesbezüglich in der Presse auftauchen. Schöne Vorbilder haben wir da in der Politik! Wer jetzt aber mehr zur „Against-Homo-Bewegung“ erfahren will : HIER ein genialer, umfangreicher Artikel von Fred auf .musslautsein!

Nur ein kurzer Auszug daraus :

„Glücklicherweise ist unsere Kommunikation im Laufe der letzten Jahrzehnte gewachsen und wir können auf vielen Kanälen Kommunizieren. Leider hat Guido kein Twitter, aber ’ne Emailadresse, sodass jeder von euch handeln kann, ohne aufzustehen und Geld für Porto auszugeben. Geht ganz schnell: Einfach an“

guido.westerwelle@bundestag.de

…Wir haben übrigens angefragt, diesen Artikel auch gänzlich 1zu1 bei uns posten zu dürfen! Weil er so genial ist, dass wir es nicht besser machen könnten. Vielleicht stimmt Fred ja zu 😉 Liebe Grüße & weiter so!

UPDATE : Wir haben gerade von Fred das GO! bekommen – hier sein Artikel 1zu1 für Euch im komplett:

„St. Petersburg hat heute in zweiter Lesung dem homophoben Gesetz zugestimmt. Damit ist es noch nicht gänzlich geltendes Recht, eine dritte Lesung fehlt noch, aber die ist wohl nur noch reine Formsache.
Damit gesellt sich Russland mehr und mehr in die homophoben Staaten ein, die nichts anderes verdient haben, als durch und durch sanktioniert zu werden.

Auf meine E-Mail ans auswärtige Amt habe ich vor wenigen Minuten eine Antwort bekommen.

Bereits nach der ersten Lesung im November 2011 äußerte der deutsche Generalkonsul in St. Petersburg gemeinsam mit Kollegen aus anderen EU-Staaten in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Gesetzgebungskomitees des Stadtparlaments und den Menschenrechtsbeauftragten von St. Petersburg Besorgnis über die Gesetzesinitiative. Die Generalkonsuln wiesen darauf hin, dass ein Gesetz, das administrative Strafen für „Propaganda männlicher und weiblicher Homosexualität, Bisexualität und Transgenderismus unter Minderjährigen“ vorsieht, der Diskriminierung und der Intoleranz Vorschub leistet und damit nicht mit den Grundsätzen vereinbar ist, denen Russland durch Mitgliedschaft im Europarat verpflichtet ist.

Heißt konkret: Brief geschrieben, weiße Fahne hochgehalten, sich über russische Gasversorgung gefreut, Blumenkränze gebunden. Aber dann, ganz unerwartet nach diesem fiesen Briefchen, geht der Gesetzesentwurf in die zweite Runde.

Am 3.2.2012, umgehend nach Bekanntwerden der Tatsache, dass am 8.2.2012 eine zweite Lesung des Gesetzesvorschlages stattfinden würde, betonten die Generalkonsuln in einem zweiten gemeinsamen Schreiben gleichen Inhalts wie im November erneut, dass sich die Initiative nachteilig auf die Rechte sexueller Minderheiten auswirken kann.

„Auswirken kann“, richtig gelesen. Nicht „auswirkt“, nein, „auswirken kann“. Da frage ich mich, wer uns bitteschön im Ausland vertritt. Sollten Botschafter nicht weiter denken können, als bis zum Wirtschaftsabkommen?

Dass die Initiative dennoch in zweiter Lesung angenommen worden ist, sieht die Bundesregierung mit Sorge. Sie hofft, dass das Stadtparlament die Bedenken gegen das Gesetz berücksichtigt und es nicht in dritter Lesung verabschiedet.

Klasse! Dann brauchen wir uns ja keine Sorgen mehr machen. Wenn die Bundesregierung hofft, dass alles glatt läuft, dann kann ja nix mehr schief gehen.

Aber die Hoffnung bleibt ja:

Die Bundesregierung wird die Entwicklung aufmerksam verfolgen und die Angelegenheit bei Bedarf mit ihren europäischen Partnern gegenüber Russland ein weiteres Mal deutlich zur Sprache bringen.

Sprich: Sie macht erstmal nix und wird, wenn sich genug Leute beschweren, mal mit den Freunden beim Essen schimpfen. Na klar.

Was macht unser Außenminister eigentlich? Soweit ich weiß, hat Volker Beck ihn mehrmals aufgefordert zu Handeln. Warum setzt sich Guido Westerwelle nicht ein? Was hält ihn davon ab? Und auch, wenn ihn das Schicksal von millionen Menschen nicht interessiert – er soll sich doch mal bitte Gedanken darüber machen, dass er mit seinem Lebenspartner nicht mehr Händchen haltend durch St. Petersburg gehen darf. Ob er es will oder nicht – er darf es nicht mehr!“

Pro Homo! Das darf man sich nicht gefallen lassen! Was sagt Ihr? Wer schreibt dem Guido?

Bildquelle : Screenshot .musslautsein Brief an Westerwelle

Quelle : CC-Lizenz zum Artikel von Fred auf :

http://musslautsein.de/alles/2012/02/08/homophones-gesetz-in-zweiter-lesung-angenommen/comment-page-1/#comment-3005