Lange war es verhältnismäßig ruhig um den Wikileaks-Chef Julian Assange, der nach der Veröffentlichung von diversen US-Botschafts-Depeschen, tagelang die Schlagzeilen beherrscht hatte. Nun meldet er sich wieder mal zu Wort. Sein Thema: Facebook. Doch auch die USA kriegen ihr Fett weg.

In einem Interview mit dem TV-Sender Russia Today, warnte er ausdrücklich vor dem populären sozialen Netzwerk Facebook. Für den 29-jährigen ist Facebook keine bunte Welt voll von Spass und Kontakten, sondern die weltweit umfassendste Datenbank für Menschen, ihre Beziehungen, Freunde, Adressen und Aufenthaltsorte.

Assange bezeichnet das Netzwerk gar als „die unheimlichste Bespitzelungsmaschine, die je erfunden wurde.“

Als US Firma besitze das Netzwerk zudem eingebaute Funktionen, die alle dort gespeicherten Daten dem Zugriff der US-Geheimdienste preisgeben. Dabei unterstellt Assange dem sozialen Netzwerk nicht unbedingt finstere Absichten. Vielmehr werde Facebook von den US-Behörden massiv unter Druck gesetzt, den Zugang zu allen personenbezogenen Daten zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund warnt Assange die Internetnutzer: „Jeder sollte verstehen: Wenn er Daten von sich und seinen Freunden auf Facebook lädt, liefert er kostenlose Arbeit für die Geheimdienste!“

Facebook selbst schiebt den schwarzen Peter ebenfalls der US-Regierung zu. Man halte sich an die geltenden Gesetze und füge sich den Vorschriften für die Daten-Weitergabe, die von der Regierung gemacht würden.

Doch auch wenn diese Äusserungen nach einer Verschwörungstheorie klingen mögen. Ganz aus der Luft gegriffen sind sie nicht. Nach dem umstrittenen „Patriot Act“ von 2001, der unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September verabschiedet wurde, haben die US-amerikanischen Behörden zumindest einen einfacheren Zugriff auf gespeicherte Daten ihrer Bürger, als es beispielsweise in Deutschland der Fall ist.