Wie haltet Ihr es eigentlich mit Eurer Nachbarschaft? Habt Ihr das Verlangen, jeden Eurer Nachbarn persönlich kennenzulernen mit gegenseitiger Hilfe und Anteilnahme? Oder seid Ihr so wie ich: Die einen mag man & mit jenen korrespondiert und kommuniziert man gerne & oft, bei den anderen ist es halt besser, dass einen die Anonymität der Großstadt verschluckt- sprich: No Contact. Ähnlich ergeht es natürlich auch Kleinstädtern: Ist Nachbar XY einem nicht „charismatisch“ genug(mal geschönt ausgedrückt), redet man halt nicht mit ihm. Oder mache ich es mir auch damit gerade wieder zu einfach?

Fakt ist doch wohl: Man kann ja auch nicht Everybodies Darling sein oder dazu mutieren. Warum auch? Das denke ich- korrigiert mich, wenn Ihr anderer Meinung seid- ist auch nur allzu menschlich. Auf diese menschliche Ur-Eigenart des „Aus-wählens“gehen neue Startups wie  Niriu, nextdoor (mit Millionen aus den USA gesponsert) oder auch letsmapp und spreet.it  aber erst garnicht ein:

Hier ist jeder Nachbar gleichzeitig Freund, Helfer, will garnicht anonym und immer aufstöberbar für andere sein-egal wo man sich gerade rumtreibt. Am besten natürlich via App. Sprich ein Dorf im Dorf- in dem man nun auch virtuell erfahren soll, dass Nachbar YX 3x in der Woche seinen Benz poliert (wissen wir das nicht schon längst aus dem „Real Life“?)

Fazit: Erinnert Ihr Euch noch an rottenneighbor , welches später verboten wurde oder an unseren Artikel hier im Freizeitcafe über die Einschätzung, ob es denn gut sei, wenn man sich Supermarktprodukte nach Hause tragen lässt?

Hier ist genau das Gegenteil eingetreten: Nix da Nächstenliebe, das ganze wurde ziemlich teuer (im Portemonaie bezüglich des Supermarkt- Einkaufes) & auch sozial betrachtet bei rottenneighbor. Hier herrschten Diffamierungen an Nachbarn, Häme, Spott, Neid- auch alles menschlich- überwiegend vor.

Hilfegesuche wo der Hund geblieben ist, oder ob einem netten Nachbarn der entflogene Wellensittich vielleicht direkt ins Häusle geflogen ist suchte man dort vergebens…

Es ist noch ein weiter Weg wie wir denken, bis „echte Nachbarschaft“ auch im Internet aufblüht und im Saft der Nächstenliebe wunderbar gedeiht. Es ist löblich, dass es versucht wird- aber mit welcher Intention dahinter? Vor allem wenn diese Idee von amerikanischen Großkonzernen gesponsort wird?Ich glaube nicht, dass diese das aus purer Nächstenliebe fördern-vielleicht soll die Nachbarschaftshilfe ja auch das letzte Puzzleteil an unseren persönlichsten Daten & Wünschen sein um das noch nicht ganz fertige Bild von Facebook für die Industrie zu perfektionieren? Ich ahne da böses…

Hier wird zum Beispiel Nextdoor schon die Chance gegeben, sich als ein „mögliches neues Facebook“ irgendwann zu etablieren- ich sage schon jetzt: Nein Danke!

Was sagt Ihr? Echte reale Hilfe unter netten Nachbarn oder zweischneidiges Schwert so wie ich es sehe?

Einen schönen sonnigen Mittwoch mit nur noch netten Nachbarn, Eintracht, gegenseitiger und immerwährender Hilfe & natürlich dem ewig scheinenden gelben Ding da am Himmel! Geht lieber ins örtliche Freibad, springt ins herrliche kalte Nass & trefft Eure lieben Nachbarn ganz schonungslos und plötzlich in Badehose, indem Ihr direkt vor ihm/ihr auftaucht 🙂

Zufälle bestimmen das Leben & vielleicht ist man sich ja so sympathisch, dass das nachbarschaftliche Hilfegesuch aus dem Internet  „Suche jemand, der mir das schwimmen beibringt“ dann sofort real an Ort und Stelle erfüllt wird. Dies würde ein Lächeln zaubern & jenes reale Aufeinandertreffen schafft womöglich mehrFreundschaften, als je eine App oder virtuelle Nachbarschafts-Wünschesammlung hergibt.

PS: Euer Smartphone hattet Ihr – wenn reale Hilfe passiert-  auch dann ganz sicher nicht im Wasser dabei 😉