Das Selbstständig-Sein ist keine immergrüne Wiese. Das weiss auch Peer Wandiger von selbststaendig-im-netz, den ich sehr schätze. Jener ist schon seit 8 Jahren dabei (Glückwunsch auch nochmal von hier aus!) und hat nun dort eine Blogparade gestartet, bei der auch ich mitwirke. Das Thema: Motivation. Hierzu werde ich für Euch direkt mal ein paar Fragen auf Freizeitcafe beantworten…

Was war deine Hauptmotivation dich selbständig zu machen? Bzw. warum willst du dich selbständig machen?

Ich wollte etwas neues beginnen. Und zwar Ende 2011. Etwas eigenes erschaffen. Es besser und anders machen als andere. Klingt vielleicht gerade sehr phantastisch – aber schaut man sich die Arbeitswelt um einen herum mal genauer an, ist niemand so recht glücklich mit dem was er/sie tut: Zeitverträge, Ausbeutung, Nicht-Lohn-Zahler, Unzufriedenheit & die immerwährende Frage…

„Für wen und für was mache ich das hier eigentlich?“

Die Rente ist sicher? Von wegen! Das gilt eher & ausschließlich NUR für die Politiker mit Ihren 9000 Euro monatlich im Alter & teilweise noch für die älteren Semester (auch verdienterweise) jetzt noch – aber NICHT für meine Generation.Wir müssen wie auch immer „selbst vorsorgen.“ Nun denn, das geht jetzt zu weit- aber auch das war für mich ein Beweggrund/Motivationsgrund, mich zu verändern damals.

Auch ich war also zusammengefasst mal „unglücklicher Angestellter“, hielt mich hier und da – mal gut, mal weniger gut- über Wasser. Aber dann im Studium machte es „Klick“ & eine Stimme in mir sagte: Versuch es, trau Dich! Du schaffst das. Geh das „Risiko“ ein. Mein Motivationsmotto war:

Du bist „anders“-mache was anderes! 🙂

Und jetzt bin ich schon 3 Jahre & gefühlte & erlebte 1600 Artikel später dabei… auf der (fast) grünen Wiese sozusagen….

http://www.dreamstime.com/royalty-free-stock-photos-blog-image15785528Quelle: © Aleksander Bedrin by Dreamstime.com

 

Wie wichtig ist eine hohe Motivation für Existenzgründer und Selbständige?

Immens wichtig. Ohne hohe Eigenmotivation, Glaube an das eigene Konzept und dem entsprechenden Auftreten körperlich wie psychisch (vor Kunden und Co.) sollte man eine Selbstständigkeit nicht eingehen. Ich habe es u.a. ohne finanzielle Sicherheiten in der Hinterhand geschafft, einen kleinen Sparkassenkredit nur durch mein Marketing-Konzept auszuhandeln damit damals alles überhaupt ans laufen kam.

Klar- ich bin noch immer nicht so ganz am Ziel und es sind noch Baustellen hier und da, die ich auch selbst sehe (auch das ist wichtig). Aber ich denke jeder Selbstständige braucht noch Ziele & Klippen, die umschifft werden müssen – das steigert auch die Motivation! Wenn man weiss, was man will & wo man hin will- ist das gut.

Ist Geld eine gute Motivation?

Ja und Jein. Als Blogger sollte man nicht „alles“ machen & auf jedes Angebot eingehen. Vor allem nicht des Geldes wegen. Was ich alles schon abgelehnt habe *lach*. Und Mama Google würde das ohnehin alles abstrafen und die Seite würde dann runtergestuft werden.

Ich gebe zu: Ich schreibe gerne Rechnungen 🙂 – auch das motiviert!

Nein mal im Ernst: Form, Thematik und Corporate Identity muss immer stimmen und passen. Wenn man alles macht, macht man sich lächerlich und weckt nicht gerade ein Gefühl des Vertrauens für kommende Kunden und Auftraggeber. Wahrt Euer Gesicht & verkauft Euch nicht nur wegen der paar Mücken. Es gibt höhere Ziele – vor allem für uns Blogger. Und die sind oft nicht mit Geld aufzuwerten. Anerkennung, Feedback, Menschen um einen herum die schätzen was man tut, Mut, Kreativität und Leidenschaft sind wichtiger als Geld.

Hast du auch mal Motivations-Probleme und wie gehst du damit um?

Klar die hat jeder. Aber tut man nichts, kommt auch kein Geld rein & dann muss man als Selbstständiger immer eine ganz schöne Portion „nacharbeiten“. Genau das ist die „Leistung“, die dahinter steckt- und die andere (da noch nie selbstständig gewesen) oft nicht sehen.

Das gesunde Mittelmaß ist wichtig: Arbeiten, Pausen machen, auch das Leben genießen können. Die Verbindung aus all dem machts.Ich kann manchmal 2 Wochen am Stück ohne Nacht/Tagpause durcharbeiten- ich kann es aber auch lassen. Das wäre nicht gesund.

Und noch was: Wenn man einen Tag/oder auch mehrere mal nicht kreativ sein kann als Blogger beispielsweise- sollte man sich auch nicht dazu innerlich zwingen. Man sollte der „Community“ die das geschriebene Wort von einem liebt, aber informieren. Ruhig bleiben: Es gibt so Tage. Das ist menschlich. Auch ich musste das lernen.

Heisst kurzum: Locker bleiben, (durch)-atmen, mal rausgehen auf einen Spaziergang. Sich den lieben widmen. Die Kreativität und die Leidenschaft kommt schon wieder- WENN man wirklich dahinter steht.

Hat sich deine Motivation mit der Zeit geändert? Motiviert dich heute was anderes als zu Beginn?

Ich bin mit der Zeit nicht mehr so verbissen. Ich teile mir meine Arbeit so ein, dass ich mich nicht (wie zu Anfang geschehen) damit oft heillos überfordere.

„Ich bin ein Mensch & keine Schreib-Maschine!“

Und noch was kommt hinzu zur geänderten Motivation & Herangehensweise an die Dinge: Ich lasse andere Meinungen zu und gelten. Als Blogger hat man tagtäglich damit zu tun & man bekommt Routine in den Umgangsformen – vor allem online. Da erschreckt einen ein Shitstorm beispielsweise nicht mehr- sondern jener ruft eher Faszination hervor. Alles in allem liegt die Kunst der Selbstständigkeit darin, wie gut man sich selbst zum richtigen Zeitpunkt motivieren kann – und wie man das ganze für sich selbst durch gesunde Bahnen steuert, dass man zeitlich auch „zu leben“ vermag.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass ich einigen dort draußen einen „kleinen Einblick“ in meinen Motivationshintergrund geben konnte. Klasse Aktion Peer! Liebe Grüße & ich freue mich auf Eure Antworten!