Dass das Internet maßgeblich die Wirtschaft und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts prägt und mit ihm kein Stein auf dem anderen bleibt, hat es bereits zur Genüge gezeigt. Als Wachstumsmotor ist das Internet den Regierungen allerdings nicht unwillkommen. Immerhin stehen sie in der Pflicht, die Wirtschaftskrise 2008 durch massive Investitionen in ökonomische Zukunftslösungen zu korrigieren. Mit dem Internet setzen sie dabei auf das richtige Pferd.

Die Wirtschaftsimpulse der virtuellen Welt

Studien aus dem Jahr 2011 belegen, dass das Internet im Schnitt für 3,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts großer Volkswirtschaften verantwortlich zeichnet. Umgerechnet auf das globale BIP sind das 70 Prozent. Wäre das Internet ein Wirtschaftssektor, würde es die Energie- und Landwirtschaft an Größe übertreffen. Erstaunlich dabei ist, in welchem Ausmaß und mit welcher Geschwindigkeit das Internet Einfluss auf alle Gesellschaftsschichten nimmt. So hat es in einem Betrachtungszeitraum von 15 Jahren ein reales Wachstum des BIP pro Kopf von durchschnittlich 500 US-Dollar eingetragen. Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts hat dafür 50 Jahre gebraucht.

Maßgeblich beeinflusst hat das Internet die Wertschöpfungskette. Entwicklung, Produktion und Distribution von Produkten und Dienstleistungen haben sich geändert. Interessant ist, dass von dieser Produktivitätssteigerung des Internets zu 75 Prozent traditionelle kleine und mittlere Unternehmen profitieren. Und auch wenn das Web in 15 Jahren 500.000 Jobs vernichtet hat, hat es in diesem Zeitraum 1,2 Millionen neue Jobs geschaffen.

Die Nutznießer der neuen Grenzenlosigkeit

Speziell kleine und mittlere Unternehmen sind gut beraten, das Web für ihre Geschäfte zu nutzen. Jene KMUs, die die Möglichkeiten des Internets ausschöpfen, wachsen nachweislich mehr als zweimal so schnell wie KMUs, die sich dem Web verschließen. Die Zeiten sind vorbei, dass nur große Unternehmen Global Player sein konnten. Das Internet sorgt hier für einen gerechten Ausgleich, wenn es selbst kleinen Unternehmen ermöglicht, von Beginn an weltweit aktiv zu sein.

Mauern reißt das Internet um nichts weniger für Konsumenten ein. Sie können neuerdings ungeniert Preise vergleichen, sind über alle Abverkäufe im Bilde und erfreuen sich attraktiver Mietobjekte, die sie ohne Beteiligung von Maklern lokalisieren. Namentlich der unentwegte Preisvergleich drückt die Preise, weshalb es nicht weiter verwundert, dass die Onlineware um rund 10 Prozent günstiger ist als das Vergleichsangebot des stationären Handels.

Kein Ende der Veränderung in Sicht

Auch wenn niemand den Einfluss des Internets in Abrede stellt, steckt es noch in den Kinderschuhen. Das Cloud Computing zeigt die Marschrichtung auf. Mit der zunehmenden Vernetzung von Menschen und Dingen wachsen die Datenmengen derart rasch, dass sie von lokalen Rechnern nicht länger zu bewältigen sind. Auf den Zugang und die Analyse der Daten will freilich niemand verzichten. Allein die USA könnten sich durch eine effiziente Nutzung der Daten im Gesundheitssystem jährlich rund 300 Milliarden Dollar ersparen.

Viele Wege führen nach Rom

Über die Notwendigkeit des Aufbaus einer effektiven Internet-Ökonomie besteht kein Zweifel. Selbst Entwicklungsländer haben die Zeichen der Zeit erkannt und investieren massiv in den Ausbau der Mobiltelefonie. Mobile Marketing ist und bleibt damit ein Thema und mit ihm die Unabdingbarkeit, für mobile friendly Websites und Inhalte zu sorgen.

Ein Patentrezept für den Aufbau eines effektiven Internets gibt es freilich nicht. Länder allerdings, die den Wettbewerb fördern, zur Innovation ermutigen, Humankapital aufbauen und in die nötige Infrastruktur investieren, sind im Vorteil und haben gute Chancen, sich mit dem Internet eine goldene Nase zu verdienen.

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