Das Altern- ein Umstand, mit dem sich jeder Mensch abfinden muss und sollte. Wir sind ja nicht alle top-motivierte und aufgespritzte Dschungel-Queens und Könige. Mein Gefühl von Altern ist, dass es eine gute Sache ist. Die Dinge sortieren sich. Nicht mehr dringlich steht da ganz vorne, sondern „wichtig“ schiebt sich auf den ersten Platz. Das klingt toll, macht die Sache aber nicht einfacher. Prioritäten setzen als Fixpunkt.

Man will immer mehr nur noch wichtige Dinge tun und hinterfragt viel zu viel. Und man hat Ansprüche, die nie im Leben auch nur ein Bruchteil der Menschen um einen herum erfüllen kann. Man ärgert sich, dass dem so ist – auch wenn man eigentlich doch weiß, wie unabänderlich diese Tatsache ist. Viele Momente, in denen ich es verfluche, so viel zu denken – es abzuschalten wäre aber, mein Ich zu töten. Sophisticated – oder? Ich arbeite hart daran, „dem Moment“ immer wieder eine Chance zu geben. Und eigentlich bin ich gut darin – mich immer wieder selbst auszutricksen. Nach vorne schaun- weitermachen & die Dinge ansprechen. Alles lösen kann man nicht, aber sie angehen – um sich dann manchmal auch selbstherrlich auf die eigene Schulter zu klopfen & sagen zu können : “ Ich hab es wenigstens versucht.“

Meist denke ich daran wie alles kaputt geht oder was alles kaputt gehen könnte- und merke dabei nicht, wie das alles kaputt macht. Nur noch wichtige Dinge tun – sich nicht von allem und jedem berieseln lassen. Doch was tun wir? Wir werden gebamst in der Birne. Immer bequemer. Hängen Lebenszeit auf Facebook ab und werden dabei zugedröhnt wie nichts gutes- wenn es um die Nichtigkeiten der anderen geht, sind wir plötzlich immer und überall in vorderster Front dabei und anwesend. Will ich das? Macht das Sinn frage ich mich gerade wieder – oder bin ich jetzt wieder zu sophisticated?

Ich kenne viele, denen es schwerfällt, dieses Wirrwarr dort zu filtern. Herausgepustet wird alles private, was doch eigentlich hinter Mauern den Menschen an sich ausmachen sollte- bis man ihn in Wirklichkeit kennenlernt. Nun aber sind die Pinnwände heißgelaufen von eigenen Gedanken – das heiße Ohr der besten Freundin/des besten Freundes wäre da eigentlich hilfreicher, oder?

Man kann sehr viele Menschen mittlerweile durch Ihre Pinnwand-Einträge und Statusmeldungen in Schubladen einteilen. Sich ein Vorab-Bild machen. Dies sagt einiges über die Person aus. Das eigentliche Kennenlernen und die Person an sich wird übersprungen- durch eine Maschine ersetzt.Erschreckend, oder? Wo ist das der Reiz?

Durch blinkende Statusmeldungen, Chats und Timelines – so soll man also seinen Reiz kriegen & erfahren was jeder tut. Ich will nicht wissen, was jeder tut – trotzdem ist man dabei. Warum? & Warum also noch anrufen, wenn man es eh schon weiss?

Plattformen geben manchen Menschen das Gefühl der ständigen Aufmerksamkeit – nur deshalb leben Sie darin! Hier eine Statusmeldung, da blinkt wieder etwas – „hey in meinem langweiligen Leben passiert etwas.“ Traurig aber wahr : Wenn der PC aus ist, ist da nur noch Leere. Wir haben nichts in der realen Welt hinterlassen, sondern nur in der virtuellen. Irgendwann unterliegt aber jedes Posting der Lawine des darrauffolgenden Mainstreams. Es geht immer weiter! Stillstand = Rückschritt?

Irgendwann kommen die Geburtstagsgrüsse nur noch aus der virtuellen, die Partyeinladungen nur noch aus der virtuellen- müde geworden jene dann tatsächlich im echten Leben auch anzunehmen und rauszugehen.

Das Leben von Nichtigkeiten diktiert- statt einer Aussprache mit den wirklich wichtigen Menschen in Deinem Leben. Lasse es nicht soweit kommen! Die Zeit verfliegt zu schnell & die virtuell verbrachte Zeit verstreicht genauso wie die reale- auch wenn uns dies nicht so vorkommt. In dem Sinne – stoppt das Altern im Netz & schafft Beständigkeit und einen Nachlass für Euch und Eure Mitmenschen!

Schön, wenn Ihr dies auch so seht – wir sehen und hören und spüren uns…irgendwo, irgendwie, irgendwann in echt!

Euer Freizeitcafe-Team.