Ein ganzes Drogenkartell – das schlimmste überhaupt in Mexico- soll hochgenommen werden. Es klingt spektakulär, aber das Online- Kollektiv Anonymous hat mit genau dieser Drohung jetzt auf sich aufmerksam gemacht. Informationsbereitstellung ist angepeilt, so dass sich die Bosse und korrupten Player im Ernstfall alle gegenseitig jagen und auslöschen werden…

Das Video hierzu ist leider down.

Identitäten und Adressen vom korrupten Polizisten bis zum Taxifahrer sollen dann preisgegeben werden, wenn diese in Geschäfte mit dem Kartell involviert sind. Was aber steckt dahinter? Anonymous treibt soetwas ja nicht von ungefähr an…

Was ist der Hintergrund dieser mutigen Revolte ?

Es ist eigentlich ganz simpel: Die Entführung eines Anhängers von Anonymous erregte die Gemüter, da jener offenbar während einer Demonstration im mexikanischen Bundesstaat Veracruz verschleppt wurde. Aus der Videobotschaft sind zwar keine Informationen über das Opfer zu entnehmen, noch werden der Name oder weitere Tatumstände genannt.

Der maskierte Sprecher jedenfalls verkündet, dass Drogenkartell habe einen großen Fehler gemacht, einen von uns zu entführen. Er fordert: lasst ihn frei. Anonymous selbst sieht sich wohl durch diese Aktion als Teil des mexikanischen Drogenkriegs. Sie könnten sich zwar nicht mit Waffen verteidigen, aber mit ihrem Besitz. Explizit werden deshalb Bordelle, Wohnungen und Bars genannt, die alsbald in „Flammen“ aufgehen sollen…

Unklar ist allerdings, ob es ein Ultimatum für die Freilassung gibt. Zwar wird der fünfte November als der Tag genannt, vor dem sich das Kartell fürchten werde. Der fünfte November könnte aber auch symbolisch gemeint sein in Anlehnung an den Kinderreim: „Remember, remember the fifth of November“, der sich auf Guy Fawkes bezieht – nachdem sich der Facebook-Angriff ( der ebenfalls am 5 November stattfinden sollte) als Fake herausgestellt hat, sind wir gespannt, was dort noch kommen mag…

Das Kartell sollte allerdings nicht den Fehler machen und Anonymous unterschätzen.

Eines ist jedoch ganz sicher: Sollte es dazu kommen, dass tatsächlich sensitive persönliche Informationen veröffentlicht werden,wird es höchst-wahrscheinlich Tote geben, denn diese Infos werden die verfeindeten Gangs dahin treiben, die Zielobjekt-Personen zu ermorden.

Dieser Meinung ist auch Mike Vigil; er ist der ehemaliger Chef einer Anti-Drogen-Einheit. Sein Zitat zu Anonymous:

Das ist ein mutiger Schritt. Durch die Veröffentlichung von Namen identifizieren sie sie für Feinde, und glauben Sie mir, sie werden sie jagen