Erbärmlich? Oder ist es wirklich schon soweit? Wir haben einen neuen Social Media Trend aufgespürt. Es geht hier nicht um Hunde oder Kinder, die Urlaubsbedingt abgegeben werden- nein es geht um Postings, die vermisst werden! Deine Posts, die den anderen „angeblich fehlen“ wenn Du einmal ein paar Tage ungestört ohne das grosse F die Urlaubsfreuden genießen willst. Der Babysitter, der „Ein- Springer“-  der Socialsitter für Deine Nichtigkeiten auf Pinnwänden Deiner „Freunde“ ist geboren.

So weit so gut- oder so schlecht. Ansichtssache. Der Dienst – beziehungsweise die App ist jedenfalls kostenfrei. Höre ich gerade Jubelstürme? Oder ein gehts noch?Ablauf und genaue Funktion für alle, die dies unbedingt brauchen in Ihrer Urlaubszeit – es gilt :

1) App auf Facebook aktivieren,

2)den idealen Socialsitter auswählen,

3)den zu vertretenden Zeitraum festlegen.

Fertig ist der neue Babysitter.

So stellt sich beispielsweise der 25-jährige Systemadministrator „Dustin“ zur Verfügung. Er sei technikaffin und wird als experimentierfreudig beschrieben. Zudem auch Spieleliebhaber und Musikconnoisseur.

Wer sich von seinem Steckbrief überzeugen lässt, kann ihn für einen bis 14 Tage unentgeltlich buchen. Die neu gewonnene Vertretung kümmert sich um das eigene Facebook-Profil: „Sie schreibt Statusnachrichten, posted Videos, shared links, kommentiert und liked Dinge“ laut Socialsitter. Demnach also das volle Facebook- Programm.

Frag ich mich nur : Unkontrolliert jemand anderem meine Pinnwände überlassen?

Was passiert dann? Was denken andere, die mich wirklichen kennen- nicht aber von der Abwesenheit durch Urlaub erfahren, wenn dort irgend ein Bullshit passiert? Irreparrable Schäden an meiner Person?

Zweifelsohne :  Die Vertretungs-Option ist sehr umstritten. Der Socialsitter wird schon jetzt in zahlreichen Kreisen als PR-Gag klassifiziert. Oliver Bentz, der Leiter der Social Media Abteilung sagt zu seinem Dienst: „in erster Linie ein Service für Facebook-Liebhaber, aber auch ein Referenz- und Forschungsprojekt unseres Teams…“

Wir sagen :

Entweder ist dies Satire oder eine recht aufwändige Marktforschungs- Aktion. Denn jeder, der einen der sogenannten“Sitter“ auswählt, ordnet sich einer dieser recht stereotyp dargestellten Persönlichkeiten zu. Ziel ist es doch, dass wenn diese Agentur mindestens 100 Profile zusammengestellt hat, sie noch ausgiebiger User und deren Verhalten auswerten kann. Was dies im Umkehrschluss für uns Verbraucher heisst, kennt man ja : noch mehr personalisierte Werbung, die uns schon jetzt nervt ! Noch mehr Daten& Macht über uns. Ich jedenfalls bin ge- spannt wie ein Flitzebogen, wie viele wieder auf diesen „Gag“ hereinfallen werden….

Einen schönen Tag wünscht Euch das Freizeitcafe-Team