Überall liest man: Der 30. November ist Stichtag für den Wechsel der Kfz-Versicherung. Doch warum ist das so? Und was ist, wenn ich zu einem anderen Zeitpunkt wechseln möchte? Geht das?

Was spricht für einen Wechsel der Autoversicherung?

Der Markt für Autoversicherungen wird immer vielseitiger. In Deutschland haben wir die Wahl zwischen circa 90 Anbietern, die Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen im Programm haben. Einige Versicherer wie CosmosDirekt bieten innerhalb dieser Policen noch einmal Varianten an; etwa eine Autoversicherung im Basic-Tarif oder als Comfort-Paket mit zusätzlichen Leistungen.

Autobesitzer haben also eine große Anzahl an Policen zur Auswahl und profitieren durch die Konkurrenz am Markt häufig von Versicherungspaketen mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Wechsel der Versicherung geht einfach und schnell. Doch sollte man sich rechtzeitig darum kümmern: Die meisten Versicherungsnehmer müssen ihre Police vor dem 30. November kündigen. Warum ist das so?

Warum gilt der 30. November als Stichtag?

Die meisten Versicherer rechnen in Versicherungsjahren ab, die sich nach dem Kalender richten. Das bedeutet, dass fast alle Kfz-Policen in Deutschland am 31. Dezember enden. Die Kündigungsfrist beträgt mindestens einen Monat, deshalb ist der 30. November der letztmögliche Tag, an dem Autobesitzer ihre Versicherungskündigung einreichen können. Tun sie das nicht, verlängert sich die Police bei den meisten um ein weiteres Jahr. Was macht man aber, wenn man nur wenige Tage nach dem Ende der Kündigungsfrist feststellt, dass man ein viel besseres Angebot bei einem anderen Anbieter bekäme?

Wechsel nach Ablauf der Kündigungsfrist: Was ist zu beachten?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann man seine Autoversicherung auch außerhalb der Frist kündigen. Zum Beispiel dann, wenn

  • die Versicherung den Beitrag erhöht, ohne dass sich der Leistungsumfang erweitert
  • wenn man sich ein neues Auto kauft
  • wenn man einen Unfall hat/ein Schadenfall eintritt
  • wenn man einen unterjährigen Vertrag besitzt

Erhöht der Anbieter der Autoversicherung seinen Beitrag, ohne die Leistungen anzupassen, hat man als Versicherter das Recht auf eine außerordentliche Kündigung. Erhält man die Information über den neuen Beitrag, hat man meistens noch einen Monat Zeit, die Sonderkündigung einzureichen.

Wer sich ein neues Auto kauft – es spielt keine Rolle, ob es ein Neuwagen, Jahreswagen oder ein gebrauchtes Fahrzeug ist – kann das neue Auto beim Anbieter seiner Wahl versichern. Verkauft man sein altes Fahrzeug, geht die Versicherung automatisch auf den Käufer über. Dieser wiederum hat ein einmonatiges Kündigungsrecht. Sobald der Käufer das Auto bei der Zulassungsstelle auf sich anmeldet, ist man den Altvertrag los. Dem alten Versicherer muss man lediglich den Verkauf des Fahrzeugs mitteilen. Meldet man sein altes Auto ohne Verkauf ab, muss man den Versicherer lediglich darüber informieren. Der Vertrag endet dann automatisch mit der Stilllegung des Autos.

Passiert ein Unfall, besteht das beidseitige Kündigungsrecht. Das heißt, auch die Versicherung hat das Recht, den bestehenden Vertrag aufzulösen. Dabei ist es egal, ob die Versicherung den Schadenfall übernommen hat oder nicht. Wichtig ist allerdings, dass man mit der Kündigung wartet, bis die Verhandlungen über die mögliche Versicherungsleistung abgeschlossen sind. Erhält man den Bescheid, hat man einen Monat Zeit, die Versicherung zu wechseln.

Einige Versicherer lassen sich darauf ein, ein Vertragsjahr unabhängig vom Kalenderjahr zu vereinbaren. In diesem Fall gilt der Stichtag, der im Vertrag steht. Bevor man einen unterjährigen Vertrag aushandelt, sollte man überlegen, wo die Vor- und Nachteile liegen. Ein Nachteil kann sein, dass man nicht vom Preiskampf der Versicherer profitiert. Da die meisten Policen zum Jahresende auslaufen, versuchen die Versicherer zu dieser Zeit potenzielle Neukunden mit möglichst lukrativen Angeboten zu locken. Unterjährig findet man solche Schnäppchen kaum.

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