Frühling- die Zeit der Schnäppchen und vermeintlichen Angebote. Die Natur und das Leben wird bunter und fröhlicher- dem müssen auch die Supermärkte nachziehen und ausreichend visualisieren/ den gute-Laune-Eindruck verschaffen.

Die Zeitungs- Beilagen sind voll von bunten Eindrücken und Angeboten ; gerade die Post hat mit Ihrem „gelben Supermarkt-Blätterwald“ (wie ich ihn jetzt mal nenne) da eine sehr große & psychologisch-tückische Waffe erschaffen. Ich ertappe mich oft beim einkaufen dabei, an die Angebote aus den „Blättern“ zu denken. Oftmals behält man sich seine 1/2 Lieblingsprospekte daraus zurück- weil ein Angebot einfach top war. Ein Kaufwunsch ist geboren; eine Sehnsucht keimte auf. Egal, ob es jetzt ein geschmacklich interessantes Produkt ist oder das Interesse an etwas technischem- irgendwas wurde in uns „geweckt.“

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Und dieses Verfahren spielt sich auch in den Folgetagen weiter in unseren Köpfen ab:

Geht man in den Markt vor Ort & wollte eigentlich nur das nötigste besorgen (wie Milch, Wurst oder Brot..), liegt dann am Ende des Einkaufs-Spaßes  immer ein wenig mehr (die sogenannten Zusatzeinkäufe) auf dem Fließband. Dabei bin ich eigentlich ein ziemlich zielgerichteter Typ, der sich nicht so leicht beeinflussen lässt.

Nun denn- die Pychologie, dass man dieses und jenes auch mal probieren müsste, siegt auch bei mir. Schon wieder kommen mir die guten Real Angebote in den Sinn – schon wieder vergleicht, recherchiert und kauft man mehr- als einem wirklich lieb ist…

Zwischen 30 und 60 Prozent aller Kaufentscheidungen werden spontan getroffen- und dann wird noch extrem viel dafür getan, denn…

Um die Spontantät der Kunden zu fördern, überlassen die Planer beim Bau eines neuen Marktes rein gar nichts dem Zufall. Das fängt schon bei der Laufrichtung an: Rechts der Eingang, links die Kassen – so ist ein optimaler Supermarkt aufgebaut. Die meisten Menschen tendieren beim laufen nämlich immer nach links. Zu diesem Phänomen gibt es zahlreiche Erklärungsversuche. Zum Beispiel diesen, dass das rechte Bein in der Regel etwas kräftiger ist als das linke.

Man stößt sich demnach also mit dem rechten Bein stärker ab und dreht sich damit immer weiter nach links. Weil die Kunden möglichst intuitiv durch den Markt wandeln sollen, werden sie nach Möglichkeit also links-herum gelotst. Dabei nehmen sie dann auch lange Wege in Kauf, weil es Ihnen von Kopf her einfach besser gefällt. Verblüffend, oder?

Und wenn man einmal im Supermarkt drin ist, sollte man möglichst lange bleiben:

Denn: Bevor Ihr Einkaufwagen an der Kasse ankommt, sollen Sie bis dato die gesamte Angebotspalette des Marktes präsentiert bekommen haben. Es gibt deshalb nie einen Direkt-Weg zur Kasse, sondern es sind meist Umwege zu umfahren mit den Wägelchen. Bei großen Vollsortimentern übrigens kann man mitunter schonmal einen „Tagesmarsch“ einplanen, bis man überhaupt bei den Waren seines täglichen Bedarfs (hier sind wir wieder bei Milch, Wurst & Brot) angekommen ist. Davor geht es zunächst erstmal oft an Textilien, Spielwaren und/oder diversen Küchengeräten vorbei.

Wenn Sie sich dann freudig in die Lebensmittelabteilung vorgekämpft hat, ist es sicher kaum bei der einen Packung Milch geblieben. „Der Weg“ lohnt sich also für den Supermarkt-nicht aber für den Geldbeutel.

Aber auch im „kleinen“ wird getrickst:

Im Supermarkt um die Ecke bleibt einem der Umweg durch den Non-Food-Bereich zwar meistens erspart; dafür wird man dort aber von der Obst- Abteilung empfangen. Die ist mittlerweile auch für Vitamin-Resistente interessant:

Zwischen Äpfeln, Tomante, Melonen, Salatköpfen und Petersilienbüscheln entsteht eine kauflustfördernde Wochenmarktatmosphäre. Und so einen Wochenmarkt haben die meisten Menschen echt gerne: Ihr Gehirn verknüpft Wohlsein, schlendern & freude Erlebnisse damit.

Bei der „Grünzeug- Präsentation“ haben die Supermarktdesigner in den letzten Jahren übrigens gehörig aufgerüstet: Gemüse wirkt wie frisch geerntet, wenn es von Sprühanlagen in feinen Nebel gehüllt wird.

Auch das sogeannte Duftmarketing kommt mehr und mehr in Mode, denn…

Die „benebelten Kunden“ lassen sich offenbar leichter zu den Spontankäufen verleiten. Schließlich und gerade deshalb werden Düfte ganz gezielt eingesetzt: etwa wenn es am Schokoladenregal plötzlich nach Kakao riecht; oder es bei den Zitronen etwas mehr nach Zitrone riecht, als es eigentlich sollte (Frische-Kick!). Ist der Frische- und Erinnerungseffekt in unserem Gehirn erst einmal angeregt, fällt einem der Spontan-Kauf wesentlich leichter.

Fazit: Wir können ja doch nichts tun, wir alle sind Jäger, Genießer & Sammler! Man kann um die Pychologie dahinter wissen- aber dennoch jeden Tag auf Sie hereinfallen. Unterbewußt, gelenkt & vielleicht am Ende doch ein stückweit glücklich sein mit unseren Einkäufen lautet die Devise… in dem Sinne: Frohes einkaufen auch im bunten Frühlings- Sortiment!