Was tut ein deutscher abends allein in der Stadt? Wie gestaltet er/sie seine Freizeit? Wie wird die Freizeit von Morgen aussehen? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns hier des öfteren. Hier erfahrt Ihr, was die deutschen laut neuesten Studien wirklich wollen, wonach sie sich tatsächlich sehnen & wie das heutzutage der knallharten Realität gegenübersteht – Feuer oder Eis?…

Spontan-Sein & endlich wieder ausschlafen…

2/3 der deutschen wollen mehr schlafen (Ich auch). Ebenfalls ganz oben steht „mehr Zeit für Freunde treffen“ und „Freizeit-Ausflüge“ machen. Das sind doch mal ganz tugendhafte, gute Wünsche – mit ganz viel versteckter Sehnsucht nach Frei-Zeit & dem Erleben/Ausleben von Sehnsüchten wie es mir scheint, oder?

Jedoch wird jene „Freizeitwunschliste“ getrübt von der bitteren Realität: TV und Computer sind die Top Freizeitkiller! Kontakte werden zu häufig nur noch auf dem virtuellen Weg gepflegt. Eigentlich schade, oder? Wissenschaftler bestätigen diesen Trend (im übrigen auch jenen zur Bewegungslosigkeit): …

„Ein Großteil der Deutschen schafft es auch in der Freizeit oftmals nicht, genau das zu tun, was sie eigentlich wollen“

( Zitat von Prof. Ulrich Reinhardt von der Stiftung für Zukunftsfragen).

Mutieren wir zur Generation DCP= digitale Couch Potatoes mit abstumpfenden Wunschempfinden? Lösungen?

Die schier-spürbare „Riesenerschöpfung“ aus Arbeit, Zeitnot, Digitalisierung und Co. drückt uns also förmlich in die heimische Sofalandschaft. Menschen machen zudem immer mehr Dinge gleichzeitig: Beim immer- seltener-werdenen“Freunde treffen“ wird nicht nur gekocht, man simst, WhatsApped, checkt Mails, telefoniert. Ein „Immer-Da-Sein“, welches schier ermüdet.

Unsere kostbare Freizeit außerhalb der eigenen vier Wände bleibt eher eine Ausnahme als Regel: Vorne belegen das Spazierengehen, das Radfahren & Gartenarbeit die Pole-Positions, 50% der deutschen treiben lediglich 1x die Woche Sport, Theater/Museen werden nur noch von 3% besucht & das Ehrenamt wird oftmals fallen gelassen. Keine Zeit mehr für soetwas! Traurig, oder?

Kopflos rasen wir oft durch die Welt. Oftmals- weil wir ja ohnehin die meiste Zeit auf der Arbeit verbringen- erscheint einem die einfachste Lösung die „Liebe am Arbeitsplatz“ zu suchen. Dass jenes oft mit einem Versteckspiel und Geheimniskrämerei/Turbulenzen einhergeht, ist vielen bekannt. Also auch keine befriedigende Lösung…

Privates Leben im Augenblick weit weg von der Arbeit ist anders & viel schöner!

Versucht es einmal selbst, Euch zu fokussieren. Auf nur eine Sache, jetzt hier in diesem Moment. In der heutigen Zeit fällt genau das sehr schwer. Kein Wunder, dass manche eine Auszeit im Kloster oder weiterführenden, relaxenden Spass von Wellnesshotel und Co. bitter nötig haben. Computer aus uns raus. Das Mensch-Sein geniessen.

Freizeit hat auch etwas mit Geld zu tun

Freizeit ist Luxus- und kostet auch etwas. Bekannte Blogger haben dieses Thema schon vor Jahren aufgegriffen. Trendzahlen belegen es, dass Freizeit ein hohes Gut und zutiefst marginal geworden ist: Wenigstens einmal pro Monat (nämlich zwischen 46 und 33%) gönnt man sich etwas „Freizeit- Luxus und Askese“. Haushalte mit mind. 3500 Euro Monatseinkommen tun dies doppelt so viel mit Ihrem Partner/Partnerin, statt Geringverdiener (bis 1500 Euro Monatsnetto). Interessant hierbei allerdings: Die „spontane Aktivität“ schreibt man eher dem Geringverdiener zu.

Nebenjobs sind übrigens auch absolute Freizeitkiller- aber des Geldes wegen muss man diese ja schliesslich machen. Hier ist auch ein Trend spürbar:

„1982 sagten noch 36 Prozent der Deutschen, dass sie bereit sind , für mehr Freizeit weniger Geld(!) in Kauf zu nehmen. Heute sind wir bei 27% – der Druck des Verdienens wächst zu Lasten der Freizeit. Jeder fünfte Geringverdiener hat Angst um seine Freizeit. Dahingegen würde jeder dritte Besserverdienende auch größere Finanzeinbußen für mehr freie Zeit hinnehmen. Zeit und Freizeit ist demnach das höchste Wohlfühl-Gut in unserer digital- gewordenen Gesellschaft!“

Bei Netto einkaufen unter der Woche- um sich am Wochenende ein „Essen gehen“ zu gönnen ist keine Seltenheit mehr: Die Schere bei der Freizeitgestaltung geht zunehmend auseinander

Bestimmte Aktivitäten in der Freizeit sind tatsächlich nur von wenigen bezahlbar – und jenes ist dann oftmals ein sehr exklusives Vergnügen. Ein sich-fallenlassen, ein Verwöhnen, ein Lächeln, ein wundervoller Moment. Eine Stadt und das pulsierende Nachtleben er- leben, ein Essen, eine Begleitung. Das Leben wieder mehr wertschätzen in und mit all seinen Facetten. Ein hohes Gut – nutzt es wieder!

Mein ganz persönliches Fazit:

Ein Leben im Augenblick. Wie viele wünschen sich soetwas? Einmal nur die richtige Partnerin an seiner Seite zu haben, einmal nur mal wieder diesen einen, wundervollen Moment der Glückseligkeit verspüren. Jener kann vielfältig sein und für jeden etwas anderes bedeuten: Der lang-ersehnte Freundeabend nach einem halben Jahr Nichtanwesenheit durch „Dauerfeuer im Job“, das stilvolle Abendessen, die eine Partynacht, ein nicht ewiges Warten vor der Haustür – sondern DAS Erlebnis Deines Lebens…

Egal was kommt: Versucht wieder mal gegenzu-steuern, bewußt zu erleben, das Smartphone mal wieder auszumachen & den Moment wert-zu-schätzen. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.