Hobbies und Sammelleidenschaften sind ja immer sehr individuell. Hier im Freizeitcafe hatten wir schon des öfteren so einige davon vorgestellt. Heute wollen wir uns einmal der guten alten Ansichtskarte widmen…

Foto (c) Christian Gera

Alte Ansichtskarten waren und sind immer auch Zeitdokumente. Früher wurden jene – aufgrund der noch fehlenden technischen Kommunikationsmöglichkeiten unserer Neuzeit- natürlich viel öfter versendet. Man traf sich darüber zum Kaffee oder zum Dinner; die Post lieferte zudem so um 1910 so ca. 3 Mal am Tag Ihre Sendungen aus. Ein Traum, oder? 🙂 Nein, die gute alte Zeit war wirklich so.

In unserer Zeit mit diesem immens hohen Schriftwechsel- und Mitteilungsbedürfnis (was Social Media, E-Mail & Co. ausgleichen) wäre so ein „Service“ der Post natürlich undenkbar. Dennoch sind die Karten unserem neuen Kommunikationsgebahren nicht zum Opfer gefallen, denn:

Ein Hauch von Individualität schwingt immer mit, wenn man (noch heute) jemandem auf diese Art und Weise seinen ganz persönlichen Gruß übermittelt

Wo in den 50er Jahren die „Ansichtskarte“ aus diversen Urlaubsregionen der absolute Renner war, ist diese heutzutage von Facebook-Bilderposts, WhatsApp-, oder MMS- Nachrichten abgelöst worden. Irgendwie erscheint mir dies alles aber fast schon zu virtuell- weil so vieles auf einer virtuellen Pinnwand irgendwann in Vergessenheit gerät, weil immer neue Statusupdates und Postings folgen.

Lieber ist mir da eher etwas handfestes wie ein Sammelalbum mit Ansichtskarten

Gerade die älteren Generationen unter uns haben genau soetwas noch gepflegt und ordentlich archiviert. Manchmal konnte man sich- falls die Karten von Freunden und anderen Familienmitgliedern via Postweg eintrafen – gerade auf diesem Wege auch an andere Ziele der Welt weg-träumen, die man sich niemals hätte leisten können.

Auch ich muss heute im übrigens noch oft lachen, wenn ich an so manche Karten meiner Familienmitglieder zurückdenke. Irgendwie ist einem jeden auch immer etwas kreatives an Texten darauf eingefallen – ich meine fernweg von den immerwährenden „Ach was ist das Wetter schön“ oder den zynischen „Wir denken an Euch“- Standartfloskeln… Auch konnte ich selbst immer Liebesbrief– artige Dinge an meine Herzallerliebste verschicken dadurch, was immer sehr gut und direkt ins Herz ging (wenn etwas poetisch gehalten).

Die richtig alten Karten sind übrigens echte Schmuckstücke- oft werden jene von Händlern oder den sogenannten „Philokarten“- Oberbegriff Philokartie aufgekauft, archiviert und vertrieben. Es gibt auch mehrere Plattformen im Netz, die genau diese Sammelleidenschaft aufgegriffen haben.

Mein Fazit: Ein schönes, altes und vor allem handfestes Hobby – welches hoffentlich trotz aller unserer technischen Errungenschaften & Vorteile niemals in Vergessenheit gerät ähnlich wie den Büchern…