Es klingt mal wieder wie nach einer Hollywood-Geschichte; obwohl die Oscars ja eigentlich längst vorbei sind. Die Protagonisten und Gegenstände: Ein Bettler, eine reiche Dame, ein Ring & ein Plastikbecher, welcher den Ring geschluckt haben soll…

„Ehrlichkeit währt am längsten“ …

stürmt es diesbezüglich momentan durch die Gazetten dieser Welt. Ein armer Mensch, der so rein garnichts besitzt & auf der Straße lebt, bewahrt einen verlorenen 77.000 Dollar-Ehering einer Dame auf & gibt ihn ihr zurück. Wo gibts denn sowas?

Nicht im Film- in der Realität!…. in der es für Märchen sonst keinen Platz gibt! (verdammtes Walt-Disney-  warum hast Du mir nur so ein falsches Weltbild vermittelt?)

Die Story: Zuvor hatte diese Dame ihm ihr gesamtes Kleingeld aus ihrem Geldbeutel gegeben, hierbei aber schlichtweg vergessen, dass sie ihren Ehering einige Zeit vorher abgenommen und zu den Münzen in ihrem Porte- monaie gelegt hatte. Somit purzelte dieser unbemerkt in den vollen Plastik- Becher des Bettlers…bis sie es natürlich daheim bemerkte und aufgrund Ihres wertvollen Stückes in Panik geriet. Unnötig- wie sich später herausstellen sollte. Ein Happy End.

Haltet mich bitte fest, damit ich nicht weinen muss. Die herzer- wärmende Geschichte aus Missouri geht nämlich noch weiter: Bettler Billy Ray Harris ist jetzt nämlich genau dadurch auch ein „materiell-reicher“ Mann geworden!

Aus purer Dankbarkeit hatte der Ehemann der Dame eine Billy Ray Spendenseite  ins Netz gestellt, auf der er zu „Spenden für den ehrlichen Obdachlosen“ aufrief. Bis Montag hatten genau dort mehr als 6200 Menschen über 153.000 Dollar ( das sind sage und schreibe schon 115.000 Euro) gespendet.

Schön und gut. Ich gönne es Billy. Von ganzem Herzen sogar. Hoffent- lich nutzt er das Geld um in seinem Leben wieder auf die Füße zu kommen bzw. anderen weiterhin etwas gutes zu tun. Aber irgendwie erschreckt mich dieser Hype dieser Tage auch total, denn:
Wie weit ist unserer Welt eigentlich schon gekommen, dass wir etwas total simples und natur-gegebenes wie Ehrlichkeit, Rückgrat und Nicht-Kaufbarkeit als etwas „total besonderes“ ansehen? Ich meine- ist so ein Verhalten nicht eigentlich selbst-verständlich?

Gut, das hier ist ein krasses Beispiel von einem notleidenden Mann, der ihn hätte auch behalten können. Aber vielleicht wusste er ja auch garnicht um den eigentlichen „Wert“ des Diamant-Ringes & dachte sich eher „Das ist bestimmt ein Ehering, ein besonderes Schmuckstück für die Dame- deshalb werde ich es aufbewahren, bis sie zurückkommt. Sie wird ihn sicher vermissen.“

Warum geht unsere Welt heute immer nur von materiellen Dingen aus? Ist jeder Mensch von grundauf nicht mehr als „ehrliches Wesen“ einzuschätzen? Geht es nur noch um Kohle, dass dies alles so ge-hyped wird?

Schön finde ich dennoch die warmen Worte des Initiators dieser Spendenaktion für Billy:

„Ich denke, in unserer Welt gehen wir zu oft vom Schlimmsten aus. Dieses Ereignis macht uns deutlich, dass es gute Menschen gibt.“

Und dennoch stelle ich Euch erneut die Frage: Sollten wir nicht alle so tugendhaft und ehrlich handeln? Sorry- aber ich habe es nicht anders gelernt & würde genauso handeln wie Billy….und Ihr?