Ich staunte soeben nicht schlecht: Die Durschnitts-Deutschen haben derzeit 8 Stunden täglich(!) ein Smartphone in der Hand. Das ist verdammt viel Lebens-Zeit. Die beobachteten Teenager in der RTL-Reportage waren sogar 16 Stunden mit dem mobilen Endgerät regelrecht verwachsen. Selbst nachts wachen Sie auf & haben das Gefühl etwas verpasst zu haben- weshalb sie schnell nochmal den aktuellen Facebook-Status aufrufen… macht das überhaupt noch Sinn?

Viele Menschen- vor allem Teenager und Jugendliche würden sich ohne Ihr Smartphone, die ständige Erreichbarkeit & das ewige posten/Status-anschauen laut eigenen Aussagen als „nicht existent“ bezeichnen.

Das ist ein trauriges Ergebnis, oder? Ich erinnere mich noch an die Zeit, wo sich gerade Jugendliche über Sport, Freizeit,Musik und schöne gemeinsame Erlebnisse selbst definiert haben. Und wer schreibt heute eigentlich noch Liebes-Briefe? Wer macht sich noch die Mühe in Zeiten wie diesen?

Heute sieht das „gemeinsame Erlebnis“ eher so aus: Man sitzt sich in Cafe und Bahn/Bus gegenüber- und kommuniziert nicht mehr miteinander, sondern via Smartphone. Genau damit erscheint alles „einfacher“- ohne Mimik, Gestik, Augenkontakt- sprichwörtlich abzutauchen. Aber ist das eine Welt in der wir leben wollen? In der wir den anderen nicht mehr real & tatsächlich kennen- sondern meist nur noch seinen Facebook-Status?

Dabei sollte man doch eigentlich „auftauchen“ & das Leben mit seinen liebsten um sich herum offline (!) genießen- statt sich ständig in virtuelle bunte Welten zu flüchten, oder?

Viele Familien, Freundschaften & immer mehr auch Beziehungen (wir hatten hier das Problem des Schlussmachens aufgrund unnötiger Eifersucht via Facebook bereits thematisiert) zerbrechen schon jetzt gerade.

Facebook ist das egal- man macht wieder mal ein Geschäft aus der Neugier anderer ohne die Folgen dahinter zu erahnen

Gerade Facebook schröpft aus diesem veränderten Kommunikations-Verhalten etwas ganz großes ab: Lebenszeit! Kein Wunder also, dass man nun die Bedien-Oberflächen von Android-Smartphones in regelrechte Facebook-Phones nur durch eine App(!) umändern will. Aussehen soll das ganze im übrigen so:

Quelle: PC Welt

Die psychologische Kriegführung geht ganz klar weiter im Netz und nimmt sehr viele Menschen ein, die nicht darüber nachdenken was sie tun bzw. wie sie es benutzen: Abhängigkeit nimmt zu

Was ich dabei zusätzlich noch sehr kurios finde: Sie bringen nicht selbst ein echtes Facebook-Phone mit all diesen Vor-Einstellungen auf den Markt; sondern sie haben das Ziel die bestehenden Smartphones in Facebook-Maschinen umzuwandeln. Hierbei müssen sich nicht tief in die eigene volle Kasse greifen & Produkte – also mal etwas handfestes erschaffen- nein: Sie versuchen es wieder über die Psyche & werden damit leider wieder bei vielen Erfolg haben.

Ganz einfach deshalb, weil viele Menschen nicht nachdenken. Nachdenken sollte man aber, denn: Erhöhter Akku-Verbrauch, ständige Penetrierung, noch mehr Aufsamkeits-Generierung durch die Oberfläche, noch mehr mögliche Daten & Smartphone-Überwachung und und und…

Im Grunde genommen sehe ich darin für einen Smartphone-Nutzer keine Vorteile & erst recht nicht für die noch übrige Lebenszeit, wenn sich keiner mehr irgendwann entziehen kann

Eine aufdringliche App, die auf Dauer hoffentlich auch viele andere nerven wird. Witzig wäre ja mal ein Versuch seitens Facebook auch Apple/iOs von diesem Prinzip zu überzeugen. Ich denke, dass Apple darauf husten wird…

Aber egal wer technisch auf wen hustet, wer es nutzt oder auch nicht: Das schlimme an der Smartphone-Nutzung im Allgemeinen ist ganz klar, dass sie trotz aller Innovations-Freunde & allem Hype darum einfach zuviel Lebenszeit beansprucht!

Wir sollten irgendwann umdenken & zu mehr persönlicher Menschlich- keit zurückkehren- denn erst die macht das Leben auch wirklich lebenswert. Hoffentlich sehen dies auch andere so. Euch einen schönen letzten Tag in dieser aufreibenden Woche. Euer Freizeitcafe