Da ist sie also wieder. Die lang ersehnte Freizeit Studie der Deutschen für das Jahr 2016. Wir im Freizeitcafe hier schauen immer sehr gerne darauf, wie sich unser Freizeitverhalten im Laufe der Jahre ver-ändert hat. Leider nicht zum guten, wie Ihr gleich selber feststellen werdet – im Vergleich 5 Jahre zuvor haben sich die Schwerpunkte der Freizeit eindeutig verändert! Die Stiftung für Zukunftsfragen steckt hinter dieser umfangreichen Studie (das ist ein Forschungsinstitut in Hamburg). Hier findet Ihr nochmal alle Zahlen und Fakten zum einlesen in die Freizeitstudien im Detail.

Los geht´s mit den aktuellen Zahlen daraus in diesem Jahr für Euch im Frei-Zeit-Cafe:

3 Stunden und 49 Minuten ….

…. haben wir deutsche jeden Tag im Durchschnitt zur „freien Entfaltung“ übrig. Ein kleines Zeitfenster neben dem Schlaf und dem Beruf versteht sich. Sollte man doch eigentlich sinnvoll fürs Kräfte sammeln, neue Eindrücke aus dem Alltag heraus, eine gute reale Freizeitbeschäftigung zum runterkommen & zum relaxen nutzen die wenige Zeit, oder? Denkt man aber auch nur- vieles bleibt auf der Strecke:

Fakt No1: Das Familien-& – Freundeleben leidet! Miteinander lachen und miteinander reden- wird immer weniger!

Alarmierend finde ich hierbei: Das Treffen mit Freunden generell/oder an der frischen Luft ist bis zu 1/3 zurück gegangen!

Fakt No2: Virtualität ersetzt Realität !

Einfach gar nichts mehr tun und vor die Glotze- die meisten deutschen wählen den bequemsten, einfachsten Weg. Die absolute Lieblingsbeschäftigung nämlich ist immer noch das TV mit 97% (die Verblödungs- Maschine auch genannt). Was dort läuft (bis auf wenige Ausnahmen) empfinde ich und viele andere nicht unbedingt als Entwicklungs -fördernd.  Auch der Internetkonsum und die damit verbundene Sucht ist rasant angestiegen:

Der Anteil derer nämlich, die in ihrer Freizeit regelmäßig das Internet nutzen, ist zwischen 2011 und 2016 von 48,4 Prozent auf 75,5 Prozent gestiegen!

Die Pokemongo, WhatsApp- und Facebook- Sucht macht das Freizeitleben nicht besser – diese Dinge sind auf einem unaufhaltsamen, leider krank-machenden Vormarsch!

Man beobachtet, daß viele Kinder, Jugendliche, Erwachsene und die ältere Generation oftmals ein trauriges Dasein/Leben „nur noch im Netz“ fristen!

Fakt No3: Auch in der Freizeit fühlt sich bereits ein Großteil schon „getrieben und gehetzt“!

Viele Deutsche seien zunehmend Getriebene in ihrer eigenen Freizeit. Man will doch alles erleben und gleichzeitig nichts verpassen (via Smartphone- verkrampft und immer dabei)!

Sich in Ruhe pflegen und das Kaffeekränzchen stehen in der Gunst der Freizeitsuchenden zwar auch noch recht hoch. Gespräche mit Mitmenschen und die „Zeit für sich selbst“ leiden aber eben in diesem Teufelskreis zunehmend.

Fakt No4: Weniger Zeit für Kinder!

Schlimm, oder? Die neuesten Zahlen sagen folgendes aus: Spielten laut „Freizeit-Monitor“ 2011 33,5 Prozent regelmäßig mit ihren Kindern, waren es 2016 nur noch marginale 26,7 Prozent. Wahrscheinlich werden eben diese Kinder irgendwann wohl lieber vom Smartphone erzogen – traurige Welt, in der Kinder und deren Bildung/Zeit für Kinder doch eigentlich das wichtigste ist….

Fakt No5: Sogar die Freizeit-Lust auf Sex, auf ein Buch, den wichtigen Mittagsschlaf nimmt ab!

Die meisten der Studie „wollen zwar gerne wieder häufiger auf dem Sofa etwas lesen“, sich mit ihren Freunden treffen oder mehr Zeit für die Familie haben, fühlten sich ABER zu anderen Aktivitäten gedrängt! Das Smartphone, Facebook, WhatsApp und Co. fressen halt wirklich zuviel Lebenszeit – die man dann einfach nur mehr „übrig hat“ dafür. Auch traurig, oder? Man will- aber kann nicht mehr. Das schafft Unzufriedenheit. Ich für meinen Teil habe früher auch viel viel mehr lesen können & hatte noch die RUHE dafür. Eben heute muss man sich genau diese RUHE oder ein ruhiges Umfeld für ein Buch erstmal erschaffen. Wissenschafter mahnten alle ein Umdenken diesbezüglich an!

Fakt No6 – endlich mal was erfreuliches: Der Sport nimmt zu! 

Nutzten im Vergleich von 2011 noch 8,5 % in ihrer Freizeit regelmäßig Fitnessstudios, waren es im Jahre 2016 nun stolze 10,7 Prozent. Trieben 2011 31,3 Prozent Sport, waren es 2016 36,3 Prozent. Ein Anstieg in beiden Bereichen. Bitte weiter so! Sport ist existentiell wichtig fürs Wohlbefinden, die eigene Power, den Antrieb und vor allem die Gesundheit!

Unser Fazit: Die Zahlen sind alarmierend. Man sollte langsam immer mehr darüber nachdenken, wohin das ganze eigentlich mal führen soll. Gesichtslosigkeit? Kein Miteinander mehr? Virtuelle Weltenflucht? 

Ein Wissenschaftler dort hat folgendes Zitat dazu verwendet, welches ich richtig toll finde:

„In Zukunft muss daher auch die Frage gestellt werden, ob Freizeit nur eine freie Zeit für oder nicht auch eine freie Zeit von etwas sein sollte.“

Kurzum: Aus Freizeit wird oft Streß, weil man auch in der Freizeit an-erlernt einfach viel zu viel auf einmal machen will! Deshalb auch unser Tipp: Smartphone aus, mal abschalten, einfach spontan rausgehen.

Herzlich Willkommen im Freizeitcafe!

Bildquelle: CCO Public Domain via pixabay by Vika_moon420