Hallo liebe Datenkraken! Ihr seid nicht allein! Auch Twitter gesellt sich nun hinzu und sammelt fleißig Addressbuchdaten. Wo die einen also schon riesige neue Server für unsere Daten am Polarkreis bauen, kristallisiert sich auch der kleine süße blaue Vogel als „Datenabfangjäger“ heraus!

Nachdem schon die SocialMedia-Apps „Path“ und „Hipster“ ungefragt Adress- und Kontaktdaten der iOS-Nutzer sammelten(die Adressbuchdaten bei iOS- und Android-Geräten werden für 18 Monate gespeichert- was um Himmels Willen wollen die damit?), ist also auch jener – eigentlich doch so sympathische „Dienst-Vogel“ plötzlich freiwillig ins Feuer der „unbegrenzenten Daten-Sammelwut“ geflogen.

„Freunde finden“ heisst es da so schön bei Twitter. Eine neue Funktion- scheinheilig im Kern!

…Ihr findet sie „ganz neu“, wenn man auf den „Entdecke“- Hastag klickt.

Bei Aktivierung dieser „Funktion“ überträgt Twitter also das gesamte Adressbuch auf ihre Server und speichert die Kontakt-Daten – Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer – für 18 Monate! Kurios und gespenstig:  OHNE(!) das vom Nutzer eine entsprechende Genehmigung eingeholt wird. Von einer anderen Plattform kennen wir solche Verhaltensmuster nur zu gut, oder? Sowohl Android- als auch iOS-User sind davon betroffen – die schöne „Freunde-finde-Welt“ wird für mich durch solche Aktionen komplett zerstört!

In der Datenschutzerklärung von Twitter steht zwar, dass Twitter Daten protokollieren darf, aber namentlich angegeben sind eigentlich nur folgende Daten: „IP-Adresse, Browser-Typ, die Bezugsdomain, die besuchten Seiten, den Mobilfunkanbieter, das Gerät und die App-ID sowie Suchbegriffe“.  Die Adressdaten von Kontakten sind nicht in dieser Liste eigentlich nicht angeführt.

Nun plant man aber „sprachliche Änderungen“:

Twitter kündigte gegenüber der „LA Times“ an, dass man nun „klar und transparent in der Kommunikation mit den Nutzern“ sein wolle und deshalb werde es „in Kürze“ ein Update für die Android- und iOS-Apps geben. Darin werde die Funktion „Freunde finden“ künftlich sprachlich angepasst. So ist das also. Die machen es also an den sprachlichen Barrieren im Jahre 2012 (!) fest. Statt „Kontakte durchsuchen“ werde man künftig „Kontakte importieren/hochladen“ schreiben. Und das klaut dann nicht mehr meine Daten?

Fazit : Ich bin immer verdutzt,wenn solch große Firmen nachträglich plötzlich ausbessern(wollen). Zunächst aber einmal das Pferd ohne Sattel ins Rennen schicken. Bis zur Ausbesserung hat man ja schon eine Menge „sammeln“ können…darum geht es letztendlich! Um nichts anderes als um unsere Daten! Was Ihr dagegen tun könnt? Schützt sie! Nutzt solche Dienste nicht- werdet Euch bewußt, was eigentlich dahinter steckt!

Ungefragt Daten aus meinem Addressbuch nehmen! Das ist kein niedlicher blauer Vogel mehr, sondern eine diebische Elster…