„Unsere Welt ist beides – Global Village und manchmal auch nur Village. Sie ist vernetzt und gleichzeitig auch vereinsamt“ – so kann man das Zitat von Catherine David, einer französischen Künsterlin – durchaus als ein neues Social Media Zitat bezeichnen. Es trifft die Sache ziemlich genau auf den Punkt! Wie alle anderen Menschen bin auch ich weiterhin sehr fasziniert von der digitalen Welt, weil sie viel Vergnügen und ständig neue Entdeckungen bietet – doch zu welchem Preis geschieht das ganze?

Gleichzeitig sind wir nämlich an einem Punkt angelangt, an dem wir Computer beinahe als „Begleiter“ oder „Ersatz“ verstehen. Die neuesten Studien unter Studenten belegen sogar, dass dieser „digitale Freund“ unverzichtbar geworden ist.

Begleiter also , mit denen wir kommunizieren, die uns aber nicht verstehen – die wir aber dennoch den Älteren als Gefährten, Kindern als Lehrer und Studenten als „Luft zu Leben“ an die Hand geben. Ob Smartphone, ob Ipad2 – ob Handy, Mac oder Laptop – es wird sprichwörtlich in die „Wiege“ gelegt. Jedoch scheint es bisweilen etwas aus der Spur geraten zu sein, ob man nur einem Massenphänomen damit dient- oder zu welchem Zweck das alles überhaupt dient (Apps z.Bsp. als trojanische Ausspäher nur oder wirklich ein nützliches „Spielzeug“?). Haben Apps & Co. wirklich etwas verbessert für uns? Oder wird man mehr und mehr Opfer von Daten-Fressern, die durch unser ausgewertetes Verhalten und durch unsere Nutzerprofile einen Haufen Geld machen?

Manchmal ist es wichtig, dort zu sein wo man ist. Home is where your heart is.

Beobachtet man sich einmal selbst und andere , fallen einem viele- eigentlich schon merkwürdige Verhaltensmuster auf, die zeigen, dass Internet und Technik zu Fluchtpunkten vor echter Kommunikation geworden sind.

Manche Eltern zum Beispiel sitzen bei Fußball- Spielen ihrer Kinder auf der Tribüne und surfen mit dem Laptop im Internet, junge Menschen spielen inmitten von einem schönen Park auf Ihrem Handy Jump& Run-Spiele;  wir schauen wie unter Reflex öfter mal auf unser Handy, obwohl uns keiner kontaktiert hat; gehen damit durch die Straßen der Stadt und nehmen nicht wahr, was um uns herum passiert, sondern haben nur Augen für unser Smartphone-Display. Statt die Atmosphäre eines Cafes zu genießen, sitzen Geschäftsleute total vertieft über Ihrem Ipad.

Dies ist so, weil wir gerne woanders sein würden. Wir versuchen uns also digital an einen anderen Ort zu ver-setzen. Aber manchmal ist es wichtig, dort zu sein, wo man ist.

Vorstellung kursiert, dass man über Soziale Netzwerke/Messenger/Smartphone-Chats usw. die Kontrolle behält – das klassische Telefonieren ist rückläufig

Jugendliche geben oft an, dass sie Telefongespräche inzwischen zu vermeiden suchen, weil sie dort angeblich „zu viel von sich preisgeben.“ Facebook und Messaging ist für Sie die eigentliche Möglichkeit, Ihre ureigenen Emotionen zu verstecken und somit Konflikten aus dem Weg zu gehen. Eine Entschuldigung per E-Mail oder SMS erlaubt mir, die damit verbundenen Emotionen auszuklammern, also die Kommunikation zu kontrollieren. Aber zu einer Entschuldigung gehört auch die Reaktion des anderen, die Konfrontation mit Gefühlen, Reaktionen, Konsequenzen.Das reale Leben einfach.

Unsere neue Art der Kommunikation ist demnach effizient, aber habt Ihr Euch nicht auch mal gefragt, was passiert, wenn diese Effizienz plötzlich unsere zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt? 400 virtuelle Freunde zu haben & im echten Leben keine wirklichen sind garnicht mal so selten wie jetzt viele denken.

Eine der Utopien des Internets war mal , dass Menschen die Freiheit hatten, im Netz zu sein, was auch immer sie wollten. Nun sollen also Portale wie Facebook die Realität abbilden? Klingt sehr paradox – diese Identitätskonstruktion. Ständig ist man beschäftigt mit dem eigenen Profil, lehnt oder nimmt virtuelle Freundschaftseinladungen ab oder an – die Zeit geht dabei sehr ins Land. Dazu dann noch diese ganze Werbung, Spiele, Apps …eine Flut die kaum zu bewältigen ist. Ist dies der „neue Spielplatz des Lebens“?

Es mag sein, dass die meisten Erwachsenen soetwas doch eher mit einer großen Portion Zynismus sehen – sie wissen durch Ihre Lebenserfahrung, dass dies nicht real ist, schwarze Schafe existieren. Teenager hingegen finden das sehr verwirrend und klagen über Performance-Müdigkeit, weil sie immer ihr bestes Selbst zeigen müssen. Durch Ihre Kommunikation machen Sie sich selbst aus! Ich poste- also bin ich?

Früher noch war es so unter uns „Ich habe ein Gefühl, also rufe ich jemanden an.“ Nun heißt es: „Ich möchte ein Gefühl auslösen, also poste ich oder schreibe eine SMS.“ Und all das passiert, während wir alleine mit einem beleuchteten Bildschirm interagieren. Für diese Einsamkeit, die damit verbunden ist, haben wir noch kein Wort gefunden.Klar gibt es bereits Studien zur Computersucht..aber zum totalen Aufgeben des echten realen Lebens zum Weiterleben in der digitalen Welt – was das eigentlich interessante und die Tiefe darin verdeutlichen könnte, gibt es noch nicht.

Der Computer hat den Durchbruch also geschafft – Preis war aber, dass die meisten Menschen zu passiven Nutzern wurden, weil sie das System nicht mehr verstehen mussten. Alles ist einfacher geworden – die Bedienung eines Mac ist so gut wie selbsterklärend um nur ein Beispiel zu nennen. Alles dreht sich jetzt um „was kann es für mich tun?“, anstatt um die Frage „wie kann ich es verändern, nach meinen Wünschen gestalten?“.

Irgendwann wird man wohl das Leben in der digitalen Welt als “ Stress“ wahrnehmen. Wenn Mark Zuckerberg sagt, dass Privatsphäre ein „veraltetes Konzept“ ist, müssen wir als Normalbürger doch eine Antwort darauf geben. Es heisst doch Web 2.0 – Mitmach-Web, oder? Oder sind wir einfach nur zu passiv geworden, weil wir uns nur noch berieseln lassen?

Fazit : Technischer Fortschritt ist nicht etwas, was man immer auf ein Podest stellen kann- fast göttlich- und respektieren muss. Technologie macht die Welt heutzutage zu einem Spiel- welches der Industrie sehr gefällt, weil Sie dadurch steinreich wird.

Wenn wir aber selbst mal nachdenken, würden diese das Leben, welches wir wirklich führen wollen – nicht gleichsam respektieren. Privat und politisch zufrieden – mit einer Haltung, Einstellung, realen vielen Freunden…nein das wäre nichts für die Industrie-

aber sicher für einen selbst mal ganz gut 🙂

Mit diesen bedächtigen Worten wünschen wir- das Freizeitcafe-Team einen wunderschönen Donnerstag!

Bildquelle :

http://www.gamersunity.de/text1326/technik-//-trojaner-als-directx-11-getarnt.html