Heute ist ein denkwürdiger Börsentag. Ein jemand den wir alle kennen- Mark Zuckerberg- wird wieder mal reicher. Viel reicher: Er hat nämlich 30 Millionen seiner Anteilsscheine verkauft und damit gut 1,1 Milliarden(!) Dollar in sein Portemonaie eingeheimst- darüber hinaus besitzt er aber immernoch einen Anteil im Wert von 19,1, Milliarden(!) Dollar. Wenn man sich das einmal hochrechnet, kann einem schonmal schwarz vor Augen werden. Oder wird man seekrank, wenn man den Überblick verliert beim umher-rudern in Geldscheinen? Kentert man vielleicht irgendwann?

Er ist damit aber immernoch nicht der reichste Mann der Welt- sondern rangiert zur Zeit auf Platz 30 ( allerdings schon jetzt auf Augenhöhe mit den beiden Google-Gründern Larry Page & Sergey Brin).

Neben all dem Hype und dem „reicher werden“ & zahlreichen Versprechungen, gibt es allerdings schon jetzt eine Schattenseite: Wichtige Kooperations- Partner/Werbekunden wenden sich ab. General Motors zum Beispiel mit „Es lohnt sich einfach nicht.“

Demnach haben jene nämlich dort Ihre 10 Millionen Bezahlung an Facebook für Werbemaßnahmen gestrichen. Nach möglichst viel Vertrauen der Investorenschaft sieht das natürlich nicht aus – auch wenn dies wohl in keinem Zusammenhang mit dem Börsengang stehe. Laut ArsTechnica soll es in Industrieunternehmen sogar derzeit generell zu vermehrten „Evaluierungen der Werbeaktivitäten“ auf Facebook kommen. Hier werde immer öfter die spätere Erkenntnis von Unternehmen aufgeführt, dass :

Facebook trotz seiner großen Zahlen an Usern nicht (!) unbedingt der beste Platz für das Social Media-Werbebudget sei.

Fazit & Zusammenspiel der Schwächen: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Wenn sich schon so große abwenden & viele schon jetzt „evaluieren“ ob es sich überhaupt lohnt dort zu inserieren, darf man sich die Frage für sein eigenes Unternehmen wirklich stellen. Klar ist: Am Anfang wird eine Menge Geld gemacht werden- aber was kommt dann?

Weiterhin gibt es viele Zweifel für die Entwicklung des Geschäftsmodells- hier werden schon jetzt Grenzen aufgezeigt, denn:

1. Alles bei Facebook baut auf Werbung auf- mit 85 % ist die Werbung im Gesamtumsatz (2011)verankert. Ein Widerspruch: Übermäßige Werbung gilt bei nahezu allen Usern als „Kündigungsgrund.“ Man kann & darf also nicht übertreiben, um alle weiterhin stundenlang (aktuell 7 Stunden monatlich! ) dort virtuell auf den Seiten zu halten…

2. Eine weitere Schwachstelle droht: Bisher waren die mobilen User von Facebook vor Werbung verschont geblieben. Wenn die mobile Werbung nun eingeführt würde, würden die Tarife für Werbeanzeigen purzeln : Weniger Einnahmen! Und will der User überhaupt auch noch Werbung auf seinem Smartphone? Ist er dann- obwohl die mobile Nutzung mehr und mehr ansteigt-  nicht auch irgendwann „übersättigt“?

3. Das generelle „sich lohnen“ dort zu werben, wird ja schon jetzt in Frage gestellt. Streuweite einfach zu groß, nicht wirklich lokales Marketing… nicht für jeden & vor allem für die vielen kleinen Unternehmen rollt dort der Rubel nicht(!), wenn sie dort investieren…

Was bleibt? Eine windige Aktie und ein Konzept in einem heftig turbulenten Ozean aus Geld. Momentan noch alles „geliked“, „gepushed“ & „gehyped“- doch was kommt danach? Unmündige User, die Scheuklappen aufsetzen & alles mit sich auf Dauer machen lassen können jedenfalls nicht „gezüchtet“ werden im neuen Internet-Zeitalter. Jeder, der nur ein bisschen nachdenken kann, muss wissen, wo er seine Lebenszeit online vergeuden will… be-reichernd ist dies alles nämlich nicht für uns, sondern nur für andere, die auf uns herabschauen & mit sehr viel Geld wedeln. Auf wessen Kosten eigentlich?

Bildquelle: Venturebeat