An lauen Sommerabenden stehe ich gern da , im Winter meistens auch wenn ich den Mandelduft des Weihnachtsmarktes schnuppere. Dann- ja genau dann denke ich an meine Heimatstadt. Da die Fiege-Brauerei, da das Bergbau-Museum, da der Monolith der Stadtwerke Bochum, die Schildkröten-artige Kuppel des Planetariums…; boah- schön ist was anderes! Es ist vielleicht nicht alles schön, aber dennoch ein Ort, auf den man sich freut – ja den man sein ganz eigenes „Zu-Hause“ nennen kann. Genau so geht es wohl auch allen Hernern, Gelsenkircheners, Wuppertalern, Wanne-Eicklern (wenn der Mond auf geht) – wenn Sie einen Blick über die „Skyline“ Ihrer Ruhrgebiets-und Heimatstadt schweifen lassen.

Ich will jetzt nicht zu poetisch werden – aber Auswärtige bekommen doch wirklich Fernweh und feuchte Augen, wenn Sie einmal hier waren. Die neuesten Statistiken und Besucherzahlen unseres Schätzchens Ruhrgebiet belegen dies eindeutig : Wir sind interessant, haben coole Bars, Kneipen, Freizeitattraktionen & viel Kultur zu bieten. Das Wichtigste aber für mich sind die Leute- ok, sie sind nicht alle gerade höflich, aber dafür direkt und ehrlich wie es mir tagtäglich er-scheint. Das Herz doch irgendwie immer am rechten Fleck zu haben, sich einer bildhaften Sprache bemächtigend-ja so sind wir doch! Kinder, die „Furzknoten“ auf den Straßen brüllen, Herren die weniger attraktive Frauen „Schabraken“ nennen – andersum die Gegenwehr, ja schon Attacke der Frau „Du bist aber auch nen Schäbbigen!“Irgendwie finde ich das alles sehr sympathisch. Letztens am Bochumer Hauptbahnhof verfolge ich folgende Begrüßungs-Zeremonie“ Ey Jupp Du altes Arschloch!“ Eine ehre-erbietigere Begrüßung kann man sich doch garnicht wünschen, oder?

Ich jedenfalls lebe gern hier! Wie ist es mit Euch? Sagt Ihr auch wenn Ihr woanders gewesen seid- „ach woanders ist auch scheiße! “ und wie sehen es Nicht-Ruhrgebietler, die Erfahrungen mit unserem Menschenschlag gemacht haben ? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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