In letzter Zeit erreichen uns gleich mehrere, mysteriöse Neuigkeiten wenn es um Facebook geht:

Zunächst einmal zu den Hasskommentaren:

Facebook hatte sich ja unter öffentlichem und politischen Druck dazu bereit erkärt und angekündigt „etwas zu tun.“ Angesichts der anhaltenden Menge an Hass-Kommentaren (unter Themen insbesondere zu Flüchtlingen)  – , vehemeter gegen Hassekommentare vorzugehen, ist selbstverständlich unabdingbar! Mark Zuckerberg kommt wohl (auch deshalb?) nach Deutschland

Offentlichsichtlich aber, wurde von diesen „Zielen“ noch nicht viel umgesetzt: „Neun Mitarbeiter“… überprüfen von Berlin aus „Inhalte“ – na dann mal Prost!

Das ist so, als wenn Du heute Abend VFL Bochum vs. Bayern anschaust & dabei kein Fiege trinkst.

Naja wenigstens kommt unsere Bundesregierung/die Rechtssprechung „scheinbar“ auf leisen Sohlen daher, Verfasser von Hassbotschaften nun wirklich „bestrafen zu lassen“ bzw. eher „abzumahnen.“


(c) Andreykuzmin via Dreamstime.com  & Hand chained with smartphone where facebook app started

Dabei gilt: Erst wenn die „Grenzen des Erträglichen weit überschritten werden“- scheint etwas in Gang zu kommen. Und das ist noch völlig un-koordiniert!

Beispielsweise im Falle der Moderatorin Hayali: Drastische Beleidigungen, Hasskommentare und Anschuldigen an die starke Frau seit Januar. Immer und immer wieder. Nun bemüht sich ein Anwalt darum. Dieser sagt aus, dass diese Hasskommentare „exemplarisch seien für die brutalen Beleidigungen.“

Der Ergebnis der Anwalts-„Untersuchung“: …

Die Hasskommentare haben – und jetzt lest mal genau: „Hinweise auf den Klarnamen des Verfassers“ enthalten – somit konnte man gerichtlich gegen ihn vorgehen. Eine Einstweilige Verfügung sei bereits durch einen Gerichtsvollzieher zugestellt worden…

Im Nachhinein heisst das für den Hasskommentar-Verfasser: Sollter er sich nicht daran halten &  weiter auf der Facebookseite von Dunja Hayali posten, droht ihm eine hohe Strafe von 250.000 Euro.

Da frage ich mich: Hohes Bußgeld- ok. Fremdenhass soll nicht länger geduldet werden. Aber das ist doch wirklich mal wieder nur ein (!) medienwirksames Einzelspektakel. Wenn sich nämlich ein User nicht mit seinem Klarnamen betitelt, ist es demnach also sehr sehr schwer bei Facebook dort dranzukommen. Genau DA fehlt die Schnittstelle. Warum wird die nicht gezielt in Angriff genommen? Stattdessen lieber wieder Allgemeine Panikmache warum wir alle keine Klarnamen benutzen…ähm…warum sollte ich?

Die Mühlen mahlen immens langsam- es gibt keine direkte Koordination. Und DAS ist wie ich finde- sehr erschreckend. Und wieder mal ein Vorteil für Facebook genauer betrachtet:

Denn eines ist dabei noch viel erschreckender: Sollte Deutschland und Facebook im Zuge dessen bald von allen (!) angemeldetet Usern den echten Klarnamen verlangen, hat Facebook das was es seit Jahren wollte: Die totale Transparenz mit eindeutiger Namenszugehörigkeit bei jedem von uns. Noch mehr auswert(barer) sind dann auch die unschuldigen Seelen…

Schön unter dem Deckmantel gegen Hasskommentare, Terrorismus und Co. von hinten eingestiehlt. Wunderbare, gläserne Welt. Danke, liebe Hasskommentierer- genau DAS ist Euer Ergebnis: Noch weniger Datenschutz für uns alle! Wenige dumme machen uns gläsern.

Weiteres Facebook-Phänomen: Die Kanäle sind voll! Es wird nicht mehr alles angezeigt, was man postet:

Besonders Firmen (die für Facebook-Anzeigen nicht bezahlen extra) werden dies zu spüren bekommen. Jetzt will man schließlich noch mehr Kasse machen, mit Werbung die ohnehin versiegt. Ich hatte hier schon im Freizeitcafe – wie auch durch Verlinkung auf andere tolle Seiten zu diesem Thema – ausreichend berichtet, warum Werbung dort keinen Sinn macht.

Faktum ist bereits jetzt: Reine Textbeiträge beispielsweise von unseren allseits beliebten Facebook-Seiten sollen nach Angabe von Facebook keine sonderlich hohe Reichweite mehr haben. 

Die Anzeige von übermäßig werbenden Inhalten vermindert Facebook sogar schon seit November 2014 immer mehr. Heisst kurzum: Beiträge, die nur dazu dienen, Nutzer zum Download einer App oder zur Teilnahme an einem Gewinnspiel zu bringen, sollen also weniger prominent im Newsfeed auftauchen. Dasselbe passiert, wenn ihr einfach mal Inhalte aus einer Facebook-Anzeige in einem regulären Beitrag erneut verwendet. Auf T3N las ich dazu:

„Man bezahlt für Sichtbarkeit. Was an und für sich nichts Negatives ist, führt in Kombination mit der stetig sinkenden Reichweite jedoch zu einer nachvollziehbaren Abneigung bei den Seitenbetreibern. Sie fühlen sich oft sogar von dem sozialen Netzwerk erpresst. Es ist ja auch verständlich, niemand will für etwas bezahlen, was er bis vor Kurzem noch umsonst bekommen hat.“

Posten ist also nicht mehr gleich posten und die Reichweite schwindet- weil man nicht dafür zahlt. Wieder Prost! Ich denke, so werde ich dem ganzen bald- zumindest in naher Zukunft- den Rücken kehren. Ein Blogger braucht kein Facebook wenn er dafür zahlen soll….was denkt Ihr darüber?