Mit Frauen und Männern ist es so wie mit Banken: Zahlst Du woanders ein, schließt Sie/Er Dir das Konto meist für die Ewigkeit. So ist es halt mit den verletzten Herzen. Untriebigkeit und Untreue als Zerstörer. Fremdgehen geschieht deshalb oft heimlich. Das Schiff einer Beziehung fährt unterdessen jederzeit unter Vollast weiter- nur die kleinste Unebenheit kann es ins Wanken bringen…erst Recht wenn es keine kleine Unebenheit ist wie das Fremdgehen. Stehst Du dann noch zu Deinem Partner?

Wir deutschen haben 130 x Sex im Jahr , 2x die Woche, 8x im Monat . Innerhalb der ersten 2-5 Jahre tut sich in allzu jeder Partnerschaft der „Gewohnheitseffekt“ auf. Spätestens dann „reizt“ das bekannte nicht mehr. Dann- genau dann sollte man das Ruder herumreissen & sich selbst wieder ins „Spiel“ bringen, so dass der Partner wieder „Geschmack“ findet.

Wir vom Freizeitcafe haben uns einmal Gedanken zum Thema „Fremdgehen“ gemacht und präsentieren Euch hierzu die neuesten Studien aus 2012 :

Heutzutage hüpfen Frauen genauso oft in fremde Betten wie Männer- und suchen dabei nicht immer die echte Liebe. Dies ist statistisch erwiesen. Ein altes Klischee, was längst hinfällig ist : Der Mann als alleiniger Buh-Mann. Das ist Old School und im Zuge von Emanzipation und Selbstverwirklichung der Damenwelt zeigt sich: Geschlechtsspezifisch ist keiner besser oder schlechter in diesem Medieu.

Es gibt sogar immer mehr Menschen, die den „Partnertausch“ gesellschaftsfähig machen wollen…

Integrieren wollen Sie diesen in Ihr Leben. Eine gefühlte, ehrliche Offenheit mit Abwechslung & Einverständnis beiderseits erschaffen. Doch geht diese Rechnung auf, so dass man es dann nicht mehr heimlich machen muss? Oder geben uns die neuesten Statistiken hierzu andere Wertigkeiten aus?

Ist ein Partnertausch wirklich gesellschaftsfähig?

Nehmen wir als Beispiel einen Swinger-Club. Hier passiert genau das, was die Verfechter von „gesellschaftlicher Veränderung“ im Bezug auf ein sexuell-neu-orientiertes Weltbild erreichen wollen: Absolute Offenheit und Hingabe an die Bedürfnisse.

Jene empfinden Swinger-Clubs als pure Normalität und betrachten es als „anfeuern“ von eingeschlafenen Strukturen innerhalb der eigenen Partnerschaft.

Als Egomanie und vollkommene Ich-Fixierung und Be-Ziehung beurteilen das andere. „Rudi´s Reste-Rampe“ hört man auch so oft. Wieviel Egomanie ist eigentlich angebracht in einer Partnerschaft? Wieviel kann und will man „teilen“ überhaupt? Bin ich nur mit jemandem zusammen, weil ich einen „Teil“ gut finde- oder den Menschen als ganzes wertschätze? Kann man Liebe und Sex tatsächlich für sich selbst trennen? Oder tut dies doch weh und geschieht dies nur aus Gefälligkeit dem Partner gegenüber? Diese Frage muss ein jeder Partner für sich – und vor allem sich gegenseitig beantwortet werden können, damit kein Fass aufgemacht wird & unnötiges Beziehungs- Leid entsteht.

Verpackt eine gesunde Partnerschaft eigentlich einen Besuch in „Rudi´s Reste-Rampe?“ 🙂

Hierzu konnten wir leider keine/n erfahrenen Interview-Partner/in auftun, wir wollen das ganze aber dennoch weiter und tiefgehend psychologisch betrachten :

Intimität und der Austausch dessen hat bei jedem Menschen eine andere Bedeutung. Bei manchen fängt Intimität schon mit simplem Händchen-halten an. Wieder andere haben da eher weit-reichende Grenzen. Ganz andere stehen genau dazwischen und trauen sich nicht, überhaupt auf Ihre Bedürfnisse (vor allem die im Bett) aufmerksam zu machen. Wieder andere habe genug Phantasie, um gerade diese „Normalität“ und „Langeweile“ nicht aufkommen zu lassen.

Dementsprechend ist es schwierig und individuell total unterschiedlich hierauf eine gescheite Antwort zu geben. Das wichtigste aber für eine Partnerschaft:

Kommunikation ist das A und O – ohne gesunde Kommunikation bricht das aufgebaute Konstrukt/ das Schiff zusammen. Ist es kurz vor oder im Zusammenbruch, fällt das Fremdgehen noch leichter. Was reizt eigentlich am fremdgehen so?

Es klingt zunächst ungewöhnlich- wird bei näherem Betrachten des ganzen aber dann doch sehr schlüssig: Es ist eine „sichere“ Angelegenheit. Tiefenpsychologisch gesehen ist das Fremdgehen nämlich ein Netz mit doppeltem Boden. Es geht sogar noch besser: Sexuelle Versagensängste spornen vor allem die Männer oft dazu an. Warum Versagensängste fragt man sich da? Ist eigentlich ganz einfach: Der Mann denkt, dass er sich bei einer Partnerin/Affäre außerhalb der Beziehung auch mal einen Vopard erlauben kann- weil er sie danach eh nie wiedersehe. So kann also auch der Sex ruhig danebengehen. Eine Kopf-Sicherheit, die antreiben soll laut Sexualwissenschaftlerin Robin Milhausen von der University of Guelph im kanadischen Ontario.

Bei Frauen ist es nach neusten Studien demgegenüber eher tatsächlich die Unzufriedenheit in einer Beziehung als ganzes.

Versagensängste bei Männern und Unzufriedenheit bei Frauen also?

Leider ja- unter einer Vielzahl anderer Gründe selbstverständlich. Der Punkt ist nicht ob wir fremdgehen wollen, es findet so oder so statt. Erst im Kopf, dann in der Handlung. Aufgrund fehlender Liebe, fehlender Information, fehlender Bedürfnis-Mitteilung und Kommunikation wie bereits erwähnt. Das Fremgehen also geschieht nicht selten, nicht beiläufig, sondern gezielt und oft. Es wurde Schritt für Schritt unter den Partnern selbst vor-bereitet. Kurzschluss- Reaktionen jetzt mal ausgenommen davon. Wir haben deshalb keine Treuekultur mehr- könnte man denken. Dann aber fanden wir folgende Zahlen:

50% geben an schon einmal fremdgegangen zu sein.

In aktuell- laufenden Beziehungen sind „nur“ 28 % schon einmal fremdgegangen.

Die Seitensprung- Rate Betrug im letzten Jahr lediglich 10%.

Soviel also zu all den Studien, Daten und Fakten.

Wir haben Euch daraus einmal ein Fazit geschmiedet :

Die meisten Menschen sind trotz aller Aufschreie und Hypes um Treue/Untreue die meiste Zeit tatsächlich treu. Man darf die Begehren einzelner nicht pauschalisieren oder abwerten. Es gibt also keine Aushängeschilder, die man betrachten & dann auf sich selbst übertragen kann. Jeder Mensch ist zu verschieden- nur untereinander passen muss es. Wir haben uns hier einmal auf Befragungen und Studien der breiten Masse gestürzt, die eindeutig aussagen :

Monogamie ist immernoch zeitgemäß & zuckersüß – wenn man es richtig macht!

Auch wenn die Welt um uns herum immer rasanter, moderner, offener & schneller wird- ein fast jeder will irgendwann in einen sicheren Hafen einkehren. Darüber hinaus bleibt eine Partnerschaft immer interessant, wenn man sich auch darum kümmert. Wenn dies nicht geschieht, fährt man aus dem Hafen heraus ziemlich zielsicher an die Wand. In der heutigen Welt sind Erduldung und Stillhalten Parameter aus denen man immer besser ausbrechen kann. Neu anfangen kann. Ganz woanders & mit wem anders.

Partnerschaften sollten also einen Weg gehen. Sich gemeinsame kleine Ziele setzen. Wenn Menschen sagen, dass Ehe und Partnerschaft nur Sex oder nur Urlaub ist- dann haben diese nie angefangen sich gegenseitig oder miteinander zu lesen.

Wenn Sie einander lesen würden, hätten sie sich studiert. Wenn man durchs studieren nie lernt sich zu wandeln, sich zu streiten & auch manchmal zu verzichten- wird man den ganzen Reichtum der Liebe auch nie empfangen.

Wir sagen: Seid empfänglich- für Euch und Euren Partner, für Empfindungen & Wünsche. Und redet vor allem drüber! Arbeitet anschließend daran. Jeder für sich und zusammen als Einheit – selbstverständlich auch mal mit Ausflügen in andere Gefilde, wenn es keinen verletzt und alles ehrlich & be-sprochen ist.

Denkt aber immer daran: Lange und schöne, intensive Beziehungen sind seit Jahrhunderten angestrebt. Dieser Wunsch wird sich in der Menschheit auch nie verlieren. Diese Grundhaltung ist immernoch State of the Art & eindeutig noch in Mode.

Wir schließen das ganze ab mit einem ur-alten Zitat :

„Die Liebe ist frei, setzt keine Grenzen, ist bedingungslos & hat Geduld.“(Zitat Hohelied Salomons)

Habt Ihr Sie auch? Oder wird Geduld und Weiterentwicklung überschätzt in Zeiten von Schnell-Lebigkeit und ständiger Verfügbarkeit einen neuen Menschen lieben zu können? Habt Ihr die Segel Eurer Beziehung neu gesetzt oder lieber aufgegeben? Wir freuen uns über Eure Einschätzung und auf Kommentare zu diesem Thema.

Das Freizeitcafe-Team.

Statistische Quellen  : Ludwig-Maximilans- Universität, Pairfam-Studie 2012

Bildquelle: Johannes Faupel