Es gibt Themen, die sind heikler als andere. Und dann gibt es Themen, die bestehen aus zwei heiklen Bereichen. In diesem Fall: Drogen und Politik. Noch vor Alkohol vereint Cannabis beide Bereiche so stark wie kaum eine andere Substanz. Was ich dabei interessant finde, ist, wie frei und scheinbar normal darüber heute im Internet gebloggt und debattiert wird bzw. werden kann.

Dabei fällt zuallererst auf, wie professionell die Vertreter des freien Hanfkonsums mittlerweile auftreten. Das Medienecho des Deutschen Hanfverbandes spricht da eine klare Sprache. Solche Institutionen sorgen nachweislich dafür, dass gesicherte Fakten und differenzierte Argumentationen einen Platz in den großen Medien bekommen. Dieser erwachsen gewordene Diskurs hat natürlich Auswirkungen, nicht nur auf die Versachlichung der Inhalte…

Von der Straße bis zur großen Politik: Cannabis ist ein konsensfähiges Thema geworden

Wenn man die Inhalte nur aus Hanfparaden und Demos gegen das Hanfverbot kennt, könnte man denken, dort wollen nur ein paar Verstrahlte, Hippies oder andere Freigeister ihre Sucht legitimiert wissen. Dass dem nicht so ist, zeigen nicht nur die inhaltlichen Debatten, die dort und im Netz geführt werden. Bei dem großen Hanfsamen-Verkäufer Sensiseeds erkennt man die wirtschaftliche und aktuell die juristische Dimension, die Cannabis erreicht hat . Dort ist zu lesen, dass das Bundesverfassungsgericht eine Hausdurchsuchung und die Beschlagnahme angebauter Pflanzen für rechtswidrig erklärte. Man muss kein Konsument sein, um es erfreulich zu finden, dass die medizinische Situation des Betroffenen viel stärker geprüft werden sollte. Weiter lese ich dort, dass die Grünen Anfang März einen neuen Anlauf zur Legalisierung unternommen haben. „Das Tabu wird fallen“, so der Grünenchef. Im Netz ist es das schon längst.

Die Facetten einer lebhaften Debatte: Wie im Web Vernunft über Hysterie siegen kann

Am Urteil wird auch klar: Das stärkste Argument ist die medizinische Facette. Renommierte Medien wie der Deutschlandfunk nehmen sich aufgrund der Aktualität immer häufiger dieser Perspektive an. Damit sorgen sie für ein ernstes und für die meisten Menschen leicht zugängliches Pro-Argument, auf dessen Basis im Netz eine im wahrsten Sinne des Wortes gesunde Debatte ausgetragen wird. Damit argumentiert auch drogen-aufklaerung.de , die mit der Auflistung seriöser Pro-Argumente eine sachliche Diskussion überhaupt ins Rollen bringen wollen und gebracht haben.

Die Bedeutung des digitalen Kommunikationsfortschrittes wird durch zwei Beispiele sehr deutlich: Mexikanische Blogger berichten, wie stark die Legalisierung von Drogen wie Cannabis die Gefahr für ihr Leben verringern würde. Und im US-Bundesstaat hat sich die Cannbis-Lagalisierung in vielerlei Hinsicht als Erfolg erwiesen . Auch im Sinne der Gesundheit, und das sage ich sachlich als Nicht-Konsument.

Gräslein