Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner geht in die nächste Runde im Kampf gegen die dubiose Gesichtserkennung bei Facebook. Die US-Handelsaufsichts- behörde FTC soll nun dagegen vorgehen- wünscht sie. Zudem hat sie sich bei der US-Regierung selbst über Facebook beschwert. Der Tenor ist, dass man sich belogen fühlt…

Das Ministerium bestätigt Aigners Schreiben an die FTC „Leider ist festzustellen, dass es immer wieder zu gravierenden Verstößen gegen das Safe- Harbor-Abkommen kommt.“

Facebook als Betreiber eines „sozialen Netzwerkes“ verstoße gegen inter- nationales Datenschutzrecht, so Aigner in Ihrem Brief an die zuständige Regierungsbehörde (liegt dem Nachrichtenmagazin Focus vor).

Inhalt :  Auflistung von Vorwürfen zu Verletzungen von Datenschutz- bestimmungen & die Kritik, dass Facebook biometrische Daten mit Hilfe von „Gesichtserkennung“ erhebe. Schon Hambugs Landesdatenschützer Johannes Casper hatte rechtliche Schritte wegen der automatischen Gesichtserkennung angekündigt. Zitat von Casper dazu:

„Ein rechtmäßiger Einsatz der Gesichtserkennungssoftware bei Facebook erfordert die freiwillige Einwilligung der informierten Nutzer. Von den Nutzern, deren biometrische Gesichtsmerkmale bereits in die von Facebook betriebene Datenbank aufgenommen wurden, ist sie nachträglich einzuholen.“

Auch informiere Facebook laut Aigner nicht eindeutig und klar darüber, dass Informationen von Webseiten-Besuchen der Mitglieder 90 Tage lang gespeichert werden. Das „bilden eines Profiles“ ist so einwandfrei möglich für Facebook.

Starkes Stück.Ich mag garnicht dran denken, in welche Schubladen die Menschen durch Ihr Surf-Verhalten bereits eingestuft werden & dementsprechend Werbung aufgedrückt bekommen tagtäglich…

Ebenfalls ein heikles Thema, bei dem sich Aigner bei Ihrer USA-Reise im September im Nachhinein belogen fühlt : Kinderanmeldung!

Facebooks hatte Ihr gegenüber ausgesagt, dass 8 jährige Kinder, die sich bei Facebook anmelden wollten & als  „zu jung“ eingestuft/abgewiesen wurden- sich nicht erneut registrieren können. Dies war nicht die Wahrheit. Registrierung mit anderem Alter – am besten mit dem erfundenen Alter von „13 Jahren“ schön problemlos sofort danach möglich… soviel zum „Schutz“ unserer „kleinsten“…

Was soll denn nun anders werden? Ist überhaupt Änderung eingetreten?

Leider nicht. Facebook hatte sich am 29. November 2011 wohl in einem Vergleich mit der FTC zu „Zugeständnissen“ verpflichtet. Für ganze 20 Jahre sollen nun Datenschutzstandards befolgt werden, deren Einhaltung sodann immer von der Behörde geprüft werden sollen. So sollen Veröffentlichungen sowie Änderungen an den persönlichen Daten „künftig“ erst nach Zustimmung von Nutzern möglich sein.

Wann dieses „künftig“ eintreten soll, erscheint mir jedenfalls fraglich… ist es eher ein „Pearl-Harbor-Abkommen“, was da geschlossen wurde? Ein sicherer Hafen sieht anders aus…

Bildquelle :

http://www.toonpool.com/cartoons/Gesichtserkennung_131611