Durchsetzungsvermögen gegenüber Mitarbeitern muss sein. Gerade was Firmen in Bezug und im Umgang mit Social Media Aussagen betrifft. Über Richtlinien hierzu hatten wir schon einmal einen umfangreichen Artikel geschrieben, wie man es richtig machen sollte. Nun erreichen uns über das amerikanische Portal www.geekwire.com Auswüchse dessen, was passiert, wenn man sich nicht dran hält : Die fristlose Kündigung von Microsoft nämlich! Ein Vorreiter-Beispiel – wie es bald schon in Deutschland aussehen könnte, hier für Euch :

Wer quatscht, der fliegt. So kann man Microsofts Social Media- und Blogging-Richtlinien spätestens seit gestern interpretieren. Denn ein Windows Phone-Manager, der auf Twitter zu offen über ein neues Nokia-Smartphone mit Windows Phone 7 gequatscht hat, musste den Konzern nun verlassen.

Wie GeekWire berichtet, wurde Joe Marini gekündigt, nachdem man ihm vorgeworfen hatte, gegen die Richtlinien verstoßen zu haben. Diese besagen, dass Mitarbeiten auf Plattformen wie Twitter und Facebook nicht über sensible Unternehmensinterna schreiben dürfen. Genau das hat Marini aber getan, und auf Twitter sind die entsprechenden Einträge immer noch zu lesen. Dort schreibt er über die hochwertige Verarbeitung, die gute Kamera und das flotte Userinterface. Er gibt dem Gerät auf Nachfrage von anderen Usern sogar eine Note (8 von 10). Das war wohl zu viel für Microsoft, das ohnehin seit einiger Zeit eine rigidere Informationspolitik verfolgt.

Wir sagen : Es gibt zwei Ansichtsformen zu diesem Gebahren. Aus Mitarbeiter & Unternehmenssicht. Kommen wir zunächst zum Mitarbeiter :

Da lobt ein Mitarbeiter das eigene Produkt und wird schlichtweg rausgeworfen? Mann könnte deshalb sagen: Das ist die schlechteste Werbung die Microsoft nur haben kann. Es wurden noch nichtmal technische Details bekanntgegeben zum Gerät; allerdings eine Note – und eine 8 von 10 als eigener Mitarbeiter zu geben ist allein schon kritsch und spricht für den vielleicht nicht ganz loyalen Typen eines Mitarbeiters?

Aus unternehmerischer Sicht ist der Fall vollkommen klar :

Es geht hier nicht um die Kritik die er geäußert hat, sondern einfach um ein unternehmerisches Prinzip – ein Verstoß gegen eine vorangestellte Ordnung im Unternehmen durch Richtlinien muss geahndet werden! Mit seinem Arbeitsvertrag verpflichtete sich jener Mitarbeiter nämlich, dass er keine Unternehmenssensiblen Daten zu veröffentlichen hat.

Es doch zu tun – ist ein Kündigungsgrund.

Microsoft hätte natürlich nicht so weit gehen müssen; jener Fall dient aber auch als Vorführeffekt – als Exempel für andere Firmen, die ebenfalls Angst haben vor solchen Mißbräuchen!

Eine Abschreckung also, die verhindern soll, sensible Daten zu veröffentlichen, die im Endeffekt dem Unternehmen schaden können. Kritik zu veröffentlichen bevor ein Gerät marktreif ist – erfahrungsgemäß wird intern und softwaretechnisch immernoch nach- gebessert, ist demnach auch nicht gerade ein kluger Schachzug des Mitarbeiters!

Wie seht Ihr das ganze? Hat Microsoft richtig entschieden? Und würde dies in Deutschland genauso ablaufen?