Was war das doch für ein toller Film die Tage im ZDF mit dem Titel Hilfe wir sind offline. Davon muss ich allen, die diesen Film womöglich nicht schauen konnten, berichten & vor allem alle bitten, dies nachzuholen. Gute Unterhaltung garantiert mit tollen deutschen Schauspielern:

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Freut Euch überdies auch auf viele tolle neue Artikel hier an diesem Wochenende im Freizeitcafe!

Gezeigt wurde eine wirklich ganz normale Familie in einer Art Komödie, leicht und authentisch verfilmt.

Aber dabei mit einem ganz ernsten Hintergedanken, der so nah auch an der Intention des Frei-zeit-cafe liegt: Offline ist es einfach schöner! 

Die Mutter arbeitete in einem Antiquariat, der Vater in der IT, die beiden Kinder – Sohn und Tochter um die 15-17,beide Schüler, idyllisches Reihenhaus. Der Vater- dauer-erreichbar auch nach Feierabend mit seinem Smartphone, die Kinder dauer-vernarrt in Ihr Smartphone… Alltag eben in Deutschland. „Bewegt“ wird sich ohnehin ja nur noch 29 Minuten am Tag laut aktuellsten Studien…

Am Küchentisch wurde das Bild des Alltags dann grandios weitergezeichnet vom Filmteam:

Nämlich genau das Bild, was viele Familien da draußen zu genüge kennen: Auch da wurde das Smartphone nicht ausgeschaltet. Die Mutter- nicht so technisch befangen- erkennt, dass Ihre Familie „nur noch virtuell lebend“ gewaltig den Bach runtergeht, Kommunikation und die „zwischenmenschliche Ebene“ gleich 0 ist, die Beziehung zu Ihrem Mann ebenso damit auf der Kippe steht…das will Sie aber nicht! Und Sie handelt!

Fazit: Sie beschließt & bestimmt mit ganz drastischen Maßnahmen (mit dem einschließen aller nur erdenklichen Gerätschaften des „Online-Betriebes“ in den Heizungskeller) eine 4 Wochen Offline-Kur für alle!

Gesagt getan – der „kalte Entzug“ & die damit verbundenen Schwierigkeiten der gesamten Familie kommen wunderbar rüber!

  • Die Tochter wird von Ihrem Freund „verlassen“, weil diese nicht mehr erreichbar ist.
  • Sohn und Tochter werden gleichermaßen als Offline-Freaks von Ihren Mitschülern belächelt und regelrecht ausgegrenzt.
  • Beide sträuben sich natürlich anfangs und sind komplett dagegen, die Tochter „versucht“ die Vereinbarung zu kitten, indem sie sich heimlich ein „Ersatzhandy“  besorgt, aber auch das wird von der Mutter vereitelt.
  • Kurzum beschimpfen/verurteilen beide die Mutter für diese rigorose Aktion aufs äußerste.

Dann aber entdecken sie, wer die wahren (auch offline-)-Freunde sind, lernen sogar angeln und Liebesbriefe zu schreiben als alt-hergebrachte Alternative. Auch Fußball spielen und Treffen mit Freunden an der frischen Luft auch ohne Smartphone wird wieder trendy. Nachbarn eifern diesem Offline-Gedanken sogar nach, geben Ihre Smartphones ab für genau so ein Expermient & werden/wirken offline etwas glücklicher in Ihrem Leben.

Die Zeitung/das TV nimmt diese „Offline-Bewegung“ als Kuriosum sogar in einem Extra-TV-Bericht auf. Dieses „andere Verhalten“ macht die Runde. Und genau das passt in unsere Zeit, wenn Ihr mich fragt.

Am Ende sind beide Kinder stolz drauf, dass sie „anders“, ja irgendwie wieder „eigenständiger“ sind & dosieren Ihr Verhalten dahin gehend, dass sie die Dosis des Internets ganz bewußt und ganz oft runterschrauben können. Weil Sie wissen, dass sie als „Personen“ ganz einzigartig sind & vor allem“ohne Netz“ auch etwas wert sind. Das Smartphone wird in einer der letzten Szenen am Küchentisch von beiden einfach aus gemacht. Die Kinder wissen nun besser, damit umzugehen.

Der Vater unterdessen ist in seiner Offline- Entwicklung am Anfang auch nicht besser dran:

Er bekommt Probleme mit seinem Chef, weil er die E-Mails nach Feierabend nicht mehr beantwortet, sondern erst immer einen Tag später im Büro vor Ort. Auch kommt raus, dass er einen heimlichen Internet-Flirt hatte. Ihm hatte wohl innerlich -weil er nur noch virtuell lebte- nach irgend-etwas im Netz gesucht, was er eigentlich doch die ganze Zeit zu Hause hatte: Eine tolle Frau & eine Familie.

Das erkennt er dann irgendwann auch. Ebenso, dass sein Chef ihn nicht zu schikanieren hat in seiner „freien Zeit“ nach Feierabend. Nach der Kündigung seitens des Chefs (obwohl ihn dieser nach 4 Wochen zurückhaben will) entschließt sich der Vater neu anzufangen & sich selbstständig zu machen/seine Frau mehr zu unterstützen. Eine unglaubliche Wandlung hat dieses Unterfangen in ihm freigesetzt. Er stapft nicht mehr nur noch virtuell und blind für alles/ständig beschäftigt damit durch die Welt, sondern merkt, was es eigentlich  hat und was er pflegen muss: Die Familie!

Die Mutter unterdessen genießt die Ruhe, hält an den neuen Regeln akribisch fest & führt sogar das schon fast vergessene Festnetz mit Wählscheibe wieder ein (welches die Kinder alsbald kräftig nutzen). Auch das TV wird ein paar Jahre „zurück-gesetzt“ auf die lediglich 2-4 Programme. Langsam kehrt Ruhe ein in die sonst immer so angespannt und von der Virtualität so gehetzten Klein-Familie. Nach den 4 Wochen entschließt sie sich weiter „offline“ zu bleiben & gibt Ihrer „geheilten“ Familie die Endgeräte wieder aus dem Keller frei.

Das Ende vom Lied: Trotz aller anfänglichen Offline- Probleme war diese „Kur“ für die Familie eine richtige. Das Familienbild wandelte sich inmitten dieser „Ruhe“ nach einiger Zeit – die ständigen virtuellen Spannungen und damit verbundenen Zeit-Engpässe wurden abgebaut um etwas neuem Platz zu machen: Das Auf- keinem der Hoffnung, dass es auch anders (&ohne) geht! 

Was lernen wir daraus? Wir können uns auch ohne Virtualität bestens beschäftigen. Hier hatten sich die Kinder beispielsweise mit viel mehr Zeit einfach mal die „Schallplatten der alten“ angehört. Sie hatten mehr Interesse einander, das zwischen-menschliche wurde einfach wieder wertvoller. Die reale Welt war offline – und nicht mehr hauptsächlich online. Sie bekamen wieder ein Auge für wesentlich wichtigereres!

Wohl dosiert – auch auch wirklich mal komplett offline für einige Zeit- können auch wir DAS wieder lernen! 

Und ich? Ich danke dem ZDF für diesen wirklich mal tollen Film, der so nah an der Realität heutzutage liegt. Er hat tatsächlich zum nachdenken angeregt und ich bin verblüfft, wie nahe diese an unserer Idee des Freizeitcafe liegt.

Früher hieß mein soziales Netzwerk draußen – warum eigentlich holen wir uns genau das nicht zurück?

Euch allen einen wunderbaren Samstag! Genießt das Leben offline und mit ganz viel Freizeit-Spaß/Euren zwischenmenschlichen Beziehungen!