Eine Untersuchung von Jugendschutz.net hat festgestellt, dass soziale Netzwerke und Videoplattformen eine immer bedeutendere Rolle für Rechtsextreme spielen. Die Website sichtete 2010 mehr als 6000 Profile, Videos und Kommentare mit rechtsradikalen Inhalten. Das sind dreimal so viele wie noch 2009.

Die Rechten nutzen die sozialen Netzwerke wie Facebook, VZ, Wer-kennt-Wen?, YouTube, Twitter oder auch eigene Blogs als kostenlose Werbeplattform für neue Hetzkampagnen, Propaganda-Materialien und Aufmärsche. Hier geht die Gefahr nicht nur von offenen NPD-Profilen oder Ähnlichem aus. Auch einzelne Extremisten werben hier für ihre Sache und um Sympathien. Dabei gibt es im wesentlichen zwei Typen von Web-Nazis.

Typ1: Kahl, braun und hirnverbrannt

Diese Leute zeigen ihre radikale und idiotische Gesinnung offen, heißen ArianBlood, IIIReich, Heil Hitler oder Adolf 88 (88 Als Zahlencode für die Anfangsbuchstaben des Hitlergrußes). Sie tragen auf ihren Profilfotos Bomberjacken, Springerstiefel, T-shirts oder Buttons mit eindeutigen Parolen. Sie sind also genau die Art von Neonazis, denen man auf Antifabroschüren oder in TV Reportagen begegnet. Sie zu meiden ist einfach.

Typ2: Wer-Wolf im Schafspelz

Versteckte Nazis hingegen geben sich betont normal, haben gewöhnliche Hobbys, sympathische Fotos und dergleichen. Sie sind weitaus gefährlicher. Man kann sie aber häufig an ihrem Interesse für Szeneliteratur, Filme oder rechte Bands erkennen. Auch die digitale Freundschaft mit einem NPD-Funktionär kann ein Hinweis sein.

Die Rechten sammeln sich auch gerne in Gruppen. Meist zu unverdächtigen Themen wie „Todesstrafe für Kinderschänder“ (Eine Ansicht, die wohl auch in der Mitte der Gesellschaft Befürworter findet). Auch angebliche oder tatsächliche Übergriffe auf „deutsche Mädchen“ oder die Risiken einer europaweiten Öffnung der Arbeitsmärkte, werden gerne thematisiert. Und vor allem über die „Zensur“ rechtsradikaler Äußerungen beschwert man sich gerne.

Wenn man mal einen Nazi ausfindig gemacht hat sollte man ihn bei Freunden und Bekannten als solchen entlarven und ihn ansonsten einfach ignorieren. Diskussionen über ihre verdrehten Theorien sind nämlich genau das, was die Radikalen wollen. So bringen sie ihre Themen in die Öffentlichkeit und wollen mit dem Netz einen weiteren Hort von Demokratie und Meinungsfreiheit als Waffe gegen eben diese Werte verwenden.

Mit harmlosen Themen und Diskussionen soll erreicht werden, dass man dem „netten Nazi von nebenan“ Vertrauen schenkt. Nach dem Motto. „Ach der ist doch so sympathisch. Der kann doch gar nicht so falsch liegen.“

Fazit: Lasst euch von der braunen Soße euer Leben nicht vergiften. Genießt den Tag und überlasst die Dummheit jenen, die etwas davon verstehen! ;-).

Quellen:

Westfalen-Blatt
Sueddeutsche Zeitung
Netz gegen Nazis