Hallo liebe Freizeitcafe-Leser. Schon seit einiger Zeit bestaune ich die ausdauernde Kraft eines Stadt-Fotografen und Videofilmers namens Chris Kubica aus Recklinghausen. Jener hat auf Youtube – zählt man alle seine kleinen Stadtvideos zusammen- schon gut 1.5 Millionen Klicks. Das ist beachtenswert.

Ich habe Ihn einmal zum Interview mit dem Freizeitcafe (auch zwecks baldiger Kooperation für unser soziales Netzwerk Start Ende März 2016) getroffen – um ihm für Euch wichtige Informationen zu entlocken…

Christian Gera (CG): Darf ich Dich Chris nennen? Stelle Dich und Deine Person zunächst einmal vor…

Chris Kubica1Foto (c) Chris Kubica

Chris Kubica (CK):  Gerne, Christian. Mein Name Chris Kubica und bin jetzt 31 Jahre jung. Geboren in Schlesien und mit knapp 5 Jahren nach Deutschland gekommen. Kindergarten Schule Ausbildung als Verkäufer erfolgreich abgeschlossen und zur Fotografie kam ich durch Zufall im Herbst 2002.

Da habe ich meine erste Digitalkamera bekommen von der Firma Pentax und erstmal angefangen mich mit der Fotografie zu beschäftigen. Im Herbst 2006 habe ich meine erste Spiegel Reflex Kamera gekauft auch von der Firma Pentax K100 D.Später dann eine Nikon D40 und jetzt eine Nikon D3100 und mich noch mehr in die Materie eingearbeitet. Die ersten 10000 Bilder die man macht, sind Müll und dann „fängt man erst an“ zu fotografieren- kann man im allgemeinen sagen. Im Laufe der Zeit hat sich das Hobby immer mehr in mein Leben intergriert.

Bis 2016 habe ich 25 Länder in Europa besucht und weit über 400 Städte abgelichtet die ich dann mit Musik und verschiedenen Styles zu einer Diashow für Youtube verarbeite.

CG: Wie sieht so ein Tag im Leben des Herrn Kubica samt Reise/Videodreh aus? Wie ich weiss, bist Du darüber hinaus ja auch noch Vollzeit beschäftigt…wie kriegst Du das alles mit dem reisen vor allem in diese ganzen Städte überhaupt unter einen Hut? Wieviel Urlaub hast Du- das ist doch ungewöhnlich und kraftraubend. Woher nimmst Du die Power? 🙂

CK: Vollzeit- Arbeit, das ist richtig. Trotzdem habe ich ja gewisse Weekends und auch Urlaubstage frei wo ich mich dann vorbereite auf meine Städtereisen. Meistens sind es Städte, die nicht so bekannt sind bzw. die keiner kennt. Es wird dann halt die Stadt fotografiet und nicht nur die schönen Ecken. Die Grauen auch. Meistens ist die Stimmung auch die gleiche auf den Bildern zwischen sonnig oder grau zwischen warm oder kalt. Das Wetter ist wichtig für den Style der Fotografie. Je nachdem wie gross die Stadt ist man halt schneller oder langsamer fertig.

Fotografieren heisst sich Zeit nehmen und zu beobachten. Wer keine Zeit hat, der kann ja knipsen…

CG: Du hast eine Nische gefunden mit diesen Stadtvideos. Ich schaue mir diese echt gerne an. Hier mal ein Beispiel von unserer Heimatstadt Bochum

CG: Deine Videos werden auch mit der Zeit immer professioneller… Was ist genau Dein Ziel damit – sprich: Hast Du ein höheres Ziel/eine Intention dahinter – oder willst Du allen nur zeigen, wo Du überall schon gewesen bist?

CK: Von Jahr zu Jahr wird man besser und man sieht mit den Augen besser und besser. So sehe ich das persönlich. Bevor ich ein Bild mache sehe ich das schon für mich in einen Rahmen und mit der Kamera fange ich das alles ein. Manche Städte fotografiere ich nach Jahren einfach nochmal und merke das ich es anders und besser abgelichtet habe. Für mich ist ein Teil/Detail eines Gebäudes / Landschaft wichtiger als das Ganze. Viele Fotografen machen den Fehler und versuchen alles auf ein Bild fest zu halten und dann ist das Bild zu sehr überfüllt. Es kommt halt immer auf die Details an.

CG: Darüber hinaus hast Du eine eigene Fotocommunity gegründet. Warum die Gründung? Und wie wird diese ausgebaut?

CK: Mit Youtube habe ich schon 1,5 Milllionen Klicks erzielt aus 195 Ländern der Welt. Mit der Community versuche ich mich unter Amateur- und Profi Fotografen zu etablieren und mehr Meinungen zu bekommen. Das ganze Leben lernt man und wird besser. Wenn man sich andere Bilder anguckt, dann versucht man zu verstehen wie der andere auf die Idee/Bild kam. Mein Plan ist es ein „Best Of“ hochzuladen – und natürlich alles mit dem entsprechenden Copyright zu versehen.

CG: Du machst Dir sicher auch Deine Überlegungen zu Deinen Rechten am Bild und Deiner Videos. Über kurz oder lang will ja jeder damit auch ein wenig Geld verdienen. Wie empfindest Du da als Künstler den Fakt, dass immer wenn man etwas hochlädt, das ganze von Facebook als gemeinfrei verwertet werden kann; d.h. ins Eigentum von Facebook übergeht? Ist ja schließlich DEIN geistiges Eigentum und Deine Arbeit… also einfach so verschenken?….

CK: Es gibt sicherlich viel bessere Fotografen auf der Welt als ich es bin.Es ist momentan (noch) mehr ein Hobby, was ich momentan ohne Geld betreibe und mehr für die Nachwelt festhalte. Die Leute sollen sich die schönen Städte auf dem Planeten angucken können durch meine Diashows und einen schönen Kommentar hinterlassen wenn es ihnen gefällt.

Durch die ganzen Jahre habe ich nichts schlimmes beobachten oder erfahren müssen, das sich jemand an meinen Werken vergriffen hat. Die Original- Dateien habe ich auf Festplatte; auf Facebook befinden sich nur  komprimierte Dateien/ in den Auflösungen verändert. Meine Art Städte abzulichten ist einzigartig und ich kenne keinen der das mit so viel Liebe und Leidenschaft macht wie ich und das bleibt auch immer mein Hobby und meine Arbeit für die Nachwelt!

CG: Diese noch uneigennützige, ritterliche Einstellung ehrt Dich sehr. Ziehe ich meinen Hut vor. Würdest Du Zuckerberg – wenn er jetzt bald nach Deutschland kommt – zum Datenschutz/Urheberrecht- wie in unserem stark diskutierten Freizeitcafe Artikel ebenfalls eine passende, kritische Frage stellen? Wenn ja, welche?

CK: Mister Zuckerberg. Warum machen sie nicht unter jeden Bild, welches der User hochlädt, ein Copyright Symbol mit Usernamen darunter (besser nachvollziehbar, von wem was kommt). Dazu sollte der User selber bestimmten ob seine Bilder runter geladen werden können oder nicht in den Datenschutzoptionen.

CG: Wenn Du 3 Wünsche frei hättest, welche wären das CK?

  1. Ein langes Leben – vor allem ein gesundes,
  2. Auf allen Kontinenten unterwegs gewesen zu sein für die Fotgrafie,
  3. Eine Partnerin, die sich auch für die Fotografie begeistert

…Vielen Dank Chris, dass wir Dich interviewen durften. Wir wünschen Dir weiterhin spürbaren Erfolg und Klicks step by step, auch durchs Freizeitcafe – Du hast uns als Kooperationspartner bei Deinem Vorhaben jedenfalls auf Deiner Seite.

Glück auf ! – oder wie man auf polnisch sagt „Powodzenia“! Möge die Fotografie immer mit Dir sein…