Christian Gera, der Gründer von freizeitcafe.info und bloggerherz.de steht Rede und Antwort im Interview….noch Fragen? Alles wissenswerte rund ums Freizeitcafe folgt auf dem Fuße. Dazu hat er wie selbstverständlich natürlich eine schöne Tasse Kaffee in der Hand…

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Ich habe Euch diese Woche 2 Interviews versprochen. Dass diese einmal nicht auf anderen, sondern auf den eigenen Seiten stattfinden, ist sicher eine kleine Leser-Überraschung. Aber ich dachte mir – warum eigentlich nicht all die Fragen mal im Blog beantworten, die man so im Laufe des Jahres 2013 des öfteren von den eigenen Lesern gestellt bekommen hat? (Ein Jahresrückblick des Freizeitcafe folgt übrigens demnächst).- Oder von den Menschen, mit denen man auch Real zusammentraf  & das Thema „Blog“ zur Sprache kam?

Denn auch das kommt vor auf dem meist mit Vorurteilen gepflasterten Weg eines Bloggers…

„Was tut er da überhaupt?“– kommt doch schon recht oft. Ich werde Rede und Antwort stehen.

Bevor ich aber in in einen Rechtsfertigungsmodus abdrifte, entlaste ich mich lieber mit diesem Interview- Strickwerk hier. Und für diejenigen, die womöglich mit dem bloggen noch nie in Berührung kamen- schlummern sicherlich in der Tiefe des ganzen vielleicht auch Antworten darin, die sie brauchen.  Ich wünsche Euch viel Spaß und Lesefreude dabei. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen vom Freizeitcafe – by Christian Gera:

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Wie ist Deiner Meinung nach das aktuelle „Bild eines Bloggers“ in der Gesellschaft von 2013. Angekommen, anerkannt- oder nicht?

Christian Gera: Blogger von heute sind keine(!) in einem dunklen Zimmer eingesperrten Artgenossen – sondern sie sind, wie ich sie jetzt mal betitele „leidenschaftliche Nerds“ mit Fachwissen drinnen sowie draußen! Manche sind sogar sehr gesellig & berichten von den Mode-Laufstegen dieser Welt und anderswo. Und diese Blogger-Welt ist so wunderbar vielfältig! Menschen bloggen über alles. Interessen sind vielfältig- wie das Leben selbst.

Das bloggen selbst ist leider auch im Jahre 2013 noch nicht bei jedem dort draußen angekommen. Vor allem in Deutschland erscheint es mir, als stecke es noch im Winterschlaf oder den Kinderschuhen. Dennoch merken und entdecken nun auch & gerade Unternehmen nach und nach für sich welche Macht im bloggen steckt. Gut besuchte Blogs wie das Freizeitcafe werden nun immer mehr gebucht. Das ist positiv spürbar – aber noch lange nicht ausreichend honoriert, wenn man sich in Bloggerkreisen umhört… bei mir im Freizeitcafe dauerte dieser Prozess, dass überhaupt mehr Besucher, Kommentare, Monetarisierung & Geldquellen aufkamen 1 1/2 Jahre. Dennoch- weil ich damals wie heute & immer mit Freude dabei war- schrieb und schreibe ich auch weiterhin (oft entgeldlos) knapp 3 Artikel pro Tag.

Ob man „angekommen“ ist sollte ohnehin jeder für sich selbst entscheiden – die Ziele beim bloggen sind vielfältig. Klar sind so Messwerte wie Pagerank, Author-Rank, Kommentarvolumen, Vernetzung usw. wichtig- aber das sagt noch lange nichts über die (meist) grandiosen Inhalte & die Wertigkeit eines Blogs aus. Ich denke jedenfalls, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht ist – da kommt noch einiges & darauf freue ich mich sehr in diesem Wachstumsmarkt.

Weil die Frage (auch in Deiner Familie) immer wieder (lustigerweise) gestellt wird – kommt sie jetzt natürlich: „Was tust Du da überhaupt?“ & ist das alles positiv zu bewerten oder sind Blogger brotlose Künstler?

Ich schreibe Artikel. Aus purer Leidenschaft oder aus „Lust am schreiben.“ Es ist eine Art von „Online-Journalismus.“Anderen Menschen etwas weiterzugeben, Diskussionen zu entfachen, gemeinsam an Wegen und Ansichten zu arbeiten in einer Blogosphäre macht so viel Freude. Das prägt einen menschlisch & sozial. Man selbst bekommt einen großen und immer wieder erweiterten Horizont, informiert, liesst und recherchiert tagtäglich in unterschiedlichsten Quellen. Und wenn man dann noch wie ich eine Leidenschaft für Texte hat und innerlich brennt- na dann nur los. Deshalb brennt hier im Freizeitcafe auch so oft das Leben…

Gehen wir ins Detail: Christian Gera, Dein Blog ist 2 Jahre 291 Tage alt – jener pendelt sich mehr und mehr auf Rang 6000 (steigend) bei Alexa ein & man sieht, dass Du umfangreich & offensichtlich mit unzähligen Bloggern- und Bloggerinnen „ver-netzt“ bist… auch das Bloggerherz auf Bloggerherz.de kommt immens gut an & wird durchweg positiv als „gute Tat“ für die Blogging-Gesellschaft bewertet. Was macht Dir so Freude daran, warum schreibst Du & wie hast Du das überhaupt durchgehalten? Fast 1400 Artikel sind ja kein Pappenstil….

Ich bin sehr stolz darauf – auch darauf endlich ein wenig „Ernte“ für die langjährige Arbeit einzufahren. Was mir aber dabei am meisten Freude macht: Die Vernetztung und Kooperationen mit anderen Menschen. Die Lust am schreiben. Für und mit Firmen im Boot gleichermaßen. Ich bemühe mich hierbei immer um Inhalte und schreibe nicht irgend-etwas gedankenlos runter. Auch sollten die Inhalte (was ich jedem Blogger nur raten kann) immer zur Thematik des Blogs passen. Bei mir dreht sich alles um Freizeit und Aktivität – als Gegenpart zu virtueller Vereinsamung, Singles & Dating….Social Media als Vernetzungsweg…stöbert einfach mal in meinen Blogkategorien & Archiven, da kann man wirklich schon eine ganze Menge entdecken, was einen selbst vielleicht anspricht. Habe ich nur einen Menschen da draussen erreicht & diesen angestossen/zum nachdenken/diskutieren bewegt- ist das ein wunderbares Gefühl. Genau dann kommt soviel an Dich selbst zurück. Ich denke dafür blogge ich und viele andere auch. Aber auch für sich selbst ist so ein Blog ein tolles Vehicle seine Meinung in die Welt hinaus zu katapultieren. Schön wenn genau das ankommt- oder auch Shitstorms entfacht werden. Ich habe da beides in knapp 3 Jahren Blogging erlebt.

Du erwähnst oft in Deinen Artikeln, dass die „Zeit“ das wichtigste ist & wir uns virtuell nicht isolieren & vergraben sollten – gibt es für Dich da ein Leitmotiv? (darauf fusst ja das Frei-Zeit-Cafe)…

Darauf kann ich nur mit einem schönen Zitat antworten & mit diesem Text hier aus Benjamin Button – rausziehen und um-denken sollte das ganze ein jeder für sich selbst (auch fürs Bloggen) :

„Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden- und uns doch das kostbarste stehlen: Die Zeit!” (Napoleon Bonaparte)

Was verdient so ein Blogger, wieviel verdienst Du?

Ich denke es gibt wenige Blogger und Bloggerinnen, die dieses transparent machen würden. Ich habe kein Problem damit. Der deutsche Durchschnittsblogger verdient laut neuesten Statistiken in der Regel knapp 200€ monatlich, WENN der Blog monetarisiert wird & bezahlte Artikel von Firmen nach und nach (nach reichlich Vorarbeit gebucht werden). Das geschieht nicht von jetzt auf gleich & braucht Vorlaufzeit (in der Regel ein paar Monate mit viel Inhalt/Content auf dem Blog). Ein marginaler Lohn also.

Nun zu mir: Ich verdiene momentan das 5-10 fache dieses Durchschnittsbloggers- was wohl auch daran liegt, dass ich das ganze hauptberuflich durchziehe. Mein Steuerberater jedenfalls ist zufrieden & prophezeit mir, dass es weiter aufwärts geht. Er malte da sogar in den letzten Tagen das Bild eines kleinen Schneeballs, der langsam zur Lawine wird. Und das ist doch sehr erfreulich wenn man soviel Arbeit und Herzblut in eine Sache steckt & (auch) das ein Anreiz für mich schafft, so weiterzumachen…

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Wer noch weitere derartige Interview/Fragereihen auf meinem Blog wünscht, ist herzlich eingeladen mir Fragen zu stellen. Ich werde diese sehr gerne beantworten.

Euch allen einen wunderschönen Samstag & morgen einen tollen, 2ten Advent. Herzlichst, Christian Gera