Wie versprochen liefern wir Euch heute einmal eine erste Auswertung zur Facebook-Aktie nach den ersten Tagen. Was wir generell davon halten hatten wir hier bereits erwähnt :

Beginnen wir mit dem Start am Freitag:

Wie gedacht und erwartet war die Facebook-Aktie am Freitag (18.5.) Mittelpunkt des Börsen- Geschehens:

82 Millionen Facebook-Aktien wechselten in den ersten 30 Sekunden gleich Ihren Besitzer- Stückpreis waren die zugeteilten 38 Dollar. Umgerechnet sind das 3.116.000 000 ( 3 Milliarden & 116 Millionen Dollar). Ein schöner Batzen Geld also. Stolze 42 Dollar pro Aktie musste man berappen, wenn man seine Bank beauftragt hatte, ohne die Preisgrenze gleich zu Handelsbeginn „einzusteigen.“ Demnach wurde auf der Seite der Banken schonmal ganz gut verdient- nämlich 4 Dollar mal 82.000.000= 328.000.000 Millionen, die man sich locker einheimste fürs „Nichts-Tun“ 😉

Übrigens kann man noch hinzu-zählen, dass Facebook selbst & die „Alt- Eigentümer“ zuvor  421 (!) Millionen Aktien je 38 Dollar gekauft hatten. Spätestens jetzt habe ich keine Lust mehr nachzurechnen 🙂

Dann aber der erste Skandal…

Händler bekamen zunächst keine Informationen über die Aktienpreise & die Anleger selbst erfuhren nicht, ob Ihre Aufträge vom NASDAQ-System angenommen wurden. Die Börsenkommentatoren spekulierten darauf, dass vielleicht „Insiderhandel“ im Spiel sei. Der NASDAQ-Chef, der zuvor noch die Eröffnungs-Glocke mit Zuckerberg geläutet hatte, entschuldigte sich mit den Worten, dass „es keine Sternstunde gewesen sei“ – im Bezug auf die technischen Ausfälle & dem wohl größten Internet- Börsengang der Geschichte. Die SEC untersucht nun die Vorfälle.

Dann aber kam es noch dicker : Eine Stunde nach Handelsbeginn gab es einen heftigen Ab-Sturz. Überforderte Broker, Veränstigte Investoren plus einem Sturz auf fast 38 Dollar & damit auf den „Ausgabepreis.“  Auf diesem Ausgabepreis verharrte man etwa 15 Minuten lang – was wenn man nachdenkt sehr merkwürdig & komplett unrealistisch erscheint.

Die Vermutung einer technischen Manipulation wurde allerdings von Fakten weggewischt:

Genau das Bankenkonsortium, welches Facebooks den 16-Milliarden-Dollar-Börsengang bereitet hatte, griff ein: JPMorgan Chase, Goldman Sachs & Morgan Stanley griffen mehrmals mit massiven „Stützungskäufen“ ein, so dass die psychologisch wichtige Marke ja nicht unter den Ausgabepreis fiel. Am Ende des turbulenten Tages jedenfalls schloss die Börse mit einem Facebook-Kurs von 38,23 Dollar. Durchatmen angesagt.. aber noch nicht ganz, denn:

Hiobs-Botschaft zum Feierabend für Zuckerberg

Schön gepokert kann man da denken – mit ganz schön viel Start & Stützungs- Hilfe & Technik-Pannen. Aber wie es so ist an diesen erfolgreich-gekünzelten Tagen, flatterte dann doch noch ein Briefchen auf Zuckerbergs Schreibtisch : Ehemalige Facebook-Nutzer verlangen 15 Milliarden Dollar (!) Strafzahlung sowie Schmerzensgeld, weil man Ihre Nutzerspuren auch noch im Internet aufgezeichnet hatte, nachdem Sie Ihr Profil längst gelöscht hatten…

Sollte sich diese Klage als erfolgreich erweisen, würde sich der ganzen Gewinn dieses Börsen- Tages 1 zu 1 pulverisieren…

Facebook-Aktienverlauf am heutigen Montag, 21.5.2012 :

Es scheint fast nicht verwunderlich- die Talfahrt geht weiter, und das gnadenlos : In den ersten zwei Stunden nach Handelsstart in NY lag die Aktie bereits mit 12% im Minus (33,60 Dollar).Am Ende des Handelsverlaufes erholte sich die Aktie auf 35 Dollar.

Fazit:

Es ist nicht alles Gold was glänzt. Mehr als 13 Milliarden Dollar Börsenwert lösten sich bereits in Luft auf. Zudem wird das Unternehmen & dessen Wert wohl hoffnungslos überschätzt. Kritischen Stimmen werden deshalb immer lauter, auch wenn viele die Enttäuschung und das Risiko noch nicht wahrhaben wollen. Das Unternehmen selbst wird schon jetzt „nur noch“ auf 91 Milliarden Dollar beziffert.

Was macht man in so einer Situation? Natürlich: Heiraten !

Dass Mark Zuckerberg inmitten dieses Rummels dann auch noch seelenruhig heiraten kann, erscheint mir fast wie eine schlechte Komödie. Er hatte doch schon mehrere Jahre Zeit dazu, weil er mit seiner Freundin schon seit der Studentenzeit zusammen ist. Warum also ausgerechnet 1 Tag nach dem Börsengang?

Aber über diesen Mann, der alle gläsern macht- nur sich selbst nicht – werden wir sicher noch eine Menge zu lesen bekommen- mich würde es auch nicht wundern, wenn es ein gestelltes PR-Hochzeitsfoto ist, um die Märkte mit „Seriösität“ & „häuslicher Stabilität“ etwas zu besänftigen.

Wir jedenfalls werden das ganze Börsen-Geschehen für Euch im Auge behalten 😉 Einen schönen Montag-Abend wünscht Euch das Freizeitcafe.

Foto: Süddeutsche