Der Kamp der Giganten ist längst ausgebrochen : Google + oder Facebook – wer ist der beste im ganzen Land? Denn auch Facebook kann nun Videoanrufe, dank einer Kooperation mit Skype. Google+ aber kann’s besser….in unserem Artikel hier klären wir Euch zunächst über die Hintergründe des ganzen auf. Danach geht es ans eingemachte :

Ein Vergleich von Apple („FaceTime“), Facebook („Videocalling“) und Google+ („Hangouts“)! Viel Spaß dabei!

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (li.) schüttelt Skype-Chef Tony Bates bei der Vorstellung von Facebooks Videchatfunktion die Hand

„Tschüs, Facebook!“ heißt es sicher für Manchen seit vergangener Woche, nachdem Google mit seinem neuen Dienst Google+ in die Offensive gegangen war. Dieser ermöglicht nicht nur Videotelefonkonferenzen mit bis zu zehn Nutzern, sondern punktet auch mit einer umfassenden Integration von E-Mail-, Nachrichten- und Chat-Diensten.

Die von Facebook schon lange geplante Erweiterung des Angebotes um ähnliche Funktionen sieht daher nun wie fast ein Gegenschlag aus. Dabei arbeitet das Unternehmen seit November daran, verschiedene Kommunikationsformen in einem Kanal zu vereinen. Die social inbox genannte Umsetzung stieß dabei nicht nur auf Begeisterung.

Nun wurde von Facebook-Chef Mark Zuckerberg die nächste Stufe der Integration vorgestellt, Videonachrichten und Gruppenchat. Beworben wird die neue Funktion mit dem holprigen Slogan „Gestalte deine Unterhaltungen lebhaft“ und der Ankündigung: „Mit Videoanrufen kannst du deine Freunde lachen sehen.“

Facebook realisiert seine Videonachrichten nicht wie Google aus eigener Kraft. Die Videoanrufe, so der deutsche Begriff, werden dank einer Kooperation mit dem Online-Telefon-Anbieter Skype realisiert. Im Bereich Instant-Messaging-Tools arbeiteten Facebook und Skype bereits seit vergangenem Jahr zusammen.

Der Videochat bei Facebook braucht jedoch keine gesonderte Software wie bei Skype. Nutzer müssen lediglich ein sogenanntes Plugin für den Browser installieren, wie übrigens auch beim Pendant von Google.

Mit der neuen Funktion können Freunde dann Videobotschaften an bis zu zwanzig Mitglieder schicken, die gerade nicht online sind. Die Videos werden im Bereich „Nachrichten“ gespeichert. Außerdem lassen sich andere Nutzer in einem Video „markieren“, in dem man in eine Bildschirmleiste den Namen desjenigen eingibt. Die Datenschutzeinstellungen für die Videos entsprechen dabei denen für Bilder.

Anders als bei Google+ sind bei Facebook Live-Videokonferenzen nur zwischen maximal zwei Personen möglich. Eine Erweiterung könnte unter Umständen Geld kosten und nicht mehr umsonst sein. Insbesondere Skype dürfte damit auf ein Geschäft hoffen. Skype-Chef Tony Bates stellte jedenfalls Bezahldienste für Facebook-Nutzer bereits in Aussicht.

Außerdem kommt ein Videogespräch bei Facebook nur zwischen „Freunden“ zustande, bei Google hingegen kann jeder dazu eingeladen werden oder fragen, ob er sich in ein bestehendes Gespräch einklinken darf.

Facebook rüstet denn auch mit einer weiteren Funktion auf: der Gruppen-Kommunikation. So ist der Gruppen-Chat ein neues Feature, das anders als die Videonachrichten auch über die mobile Website sowie über Apps verfügbar ist.

Obwohl Google und Facebook ihre Projekte über mehrere Monate hinweg vorbereitet haben, sieht es so aus, als ob Google nicht nur schneller sein konnte, sondern auch hinsichtlich des Funktionsumfangs einen attraktiveren Dienst anbieten kann. Nach der Videofunktion von Google+ gefragt, reagierte Zuckerberg denn auch zurückhaltend und sagte, er wolle für die Zukunft nicht ausschließen, dass auch Facebook eine Videokonferenz mit vielen möglich mache. Erst einmal konzentriere man sich aber auf das Gespräch „eins zu eins“ und sei sehr stolz auf das Ergebnis.

Gleichwohl verfügt Facebook mit mittlerweile 750 Millionen Nutzern über die weitaus größere Mitgliederbasis.

Für Thomas Pleil, Professor für PR an der Hochschule Darmstadt, ist allerdings „der Video-Chat weder bei Google+ noch bei Facebook eine Killerapplikation“. Er glaubt, dass die asymmetrischen Beziehungen bei Google+, also dass Kontakte nicht gegenseitig miteinander verbunden sein müssen, wichtiger sind und dass der Dienst durch die Organisation der Kontakte in „Kreisen“ einen Vorteil bietet.

Hingegen sei Facebook dank der zahlreichen Apps, die es bei Google+ noch nicht gibt, attraktiver. Und die neuen Zusatzfeatures würden die „Stickyness“ dieses Netzwerkes für viele Nutzer erhöhen, also es ihnen noch schwerer machen, zu wechseln.

Die Entwicklung zeigt aber vor allem eines: Beide Giganten befinden sich nun im direkten Wettbewerb und sehen das auch selbst so. Das zeigt sich unter anderem daran, dass Facebook eine Funktion abschaltete, mit der es möglich war, seine Facebook-Kontakte über eine Erweiterung des Chrome-Browsers nach Google+ zu transferieren.

Mit der Skype-Facebook-Kooperation dürfte nun auch der Einfluss von Microsoft bei Facebook zunehmen. Skype wurde erst vor kurzem von Microsoft für 8,5 Milliarden US-Dollar gekauft. Gleichzeitig konkurriert Microsoft auf dem Suchmaschinensektor heftig mit Google.

Marc Zuckerberg kündigte an, dass die Zusammenarbeit mit Skype nur die erste einer ganzen Reihe von Kooperationen sein werde, um die Funktionen Facebooks zu erweitern. Mit Blick auf Google sagte er: „Unabhängige Unternehmer oder Unternehmer, die sich auf eine Sache konzentrieren sind immer besser als ein Unternehmen, das sich auf eine Million Dinge gleichzeitig konzentrieren will.“

Google hingegen dürfte noch immer der schlagkräftigste Technologiekonzern sein. Das hauseigene Angebot an Neuentwicklungen ist riesig, zahllose Projekte enthält der Bereich Google Labs, die als neue Funktionen in Google+ integriert werden könnten. Der Kampf der beiden Firmen ist noch lange nicht entschieden.

Kommen wir nun zum Direkt-Vergleich : Wen kann ich anrufen? Wie installiere ich es? Wie funktioniert es?& wie hat die „BILD-Zeitung“ bewertet?

Facebook

• Wen kann ich anrufen?

Alle Ihre Kontakte bei Facebook (www.facebook.com, aktuell 22 Mio. Mitglieder in Deutschland). Die Videochats sind, wie Facebook selbst, komplett kostenlos.

• Wie installiere ich es?

Rufen Sie beim ersten Mal die Internetseite www.facebook.com/videocalling auf. Dort können Sie das nötige Zusatzprogramm in-stallieren.

• Wie funktioniert es?

1. Im Facebook-Chat (rechts unten auf der Facebook-Seite) die Person suchen, die Sie anrufen wollen.

2. Auf den Namen klicken, dadurch öffnet sich das Chatfenster. Im oberen blauen Rand des Fensters klicken Sie auf das Kamera-Symbol. Das startet den Video-Chat.

Wertung: Tolle Bildqualität, Ton schwankend. Nachteil: nur Facebook-Mitglieder erreichbar.

Google+

Wen kann ich anrufen?

Alle Ihre Kontakte bei Google+ (plus.google.com, aktuell noch im Testbetrieb). Hier ist ein Videochat mit zehn Personen gleichzeitig erlaubt. Alles gratis.

Wie installiere ich es?

Nach dem Anmelden klicken Sie auf der Startseite von Google+ auf „Hangout starten“ (grüner Knopf am rechten Rand). Beim ersten Mal wird das nötige Zusatzprogramm in-stalliert.

Wie funktioniert es?

Klicken Sie wieder auf „Hangout starten“ und wählen Sie aus, mit wem Sie sprechen wollen und wer sich dazu einwählen darf (Einzelpersonen oder bestimmte Gruppen, z. B. alle Ihre Verwandten). Ihre Verfügbarkeit wird für diese Personen angezeigt – bei Interesse kommen sie dazu.

Wertung: Interessante Gruppenfunktion, Bild ruckelte aber teilweise. Nachteil: Google+ ist neu, hat bisher nur wenige Mitglieder.

Skype

• Wen kann ich anrufen?

Alle Ihre Kontakte bei Skype (www.skype.com, aktuell zehn Mio. Nutzer in Deutschland). Vom Rechner oder vom Handy aus – klären Sie aber vorher, ob Ihr Handyunternehmen Skype-Telefonate erlaubt und ob Ihr Tarif sie abdeckt.

• Wie installiere ich es?

Auf Ihrem Rechner www.skype.com aufrufen, das nötige Programm herunterladen. Dort finden Sie auch Links zu den Downloads fürs Handy (iPhone, Android, Symbian).

• Wie funktioniert es?

1. Skype starten. 2. Kontakt auswählen. 3. Auf das grünweiße Kamerasymbol klicken, um verbunden zu werden. Gratis sind Videochats mit einer Person. Für Gruppen-Chats braucht ein Teilnehmer ein Skype-Abo (6,89 Euro/Monat).

Wertung: Qualität sehr gut, weit verbreitet. Nachteile: separates Programm, das nebenher laufen muss, Gruppen-Chats kostenpflichtig.

Apple

• Wen kann ich anrufen?

Nur Personen mit neueren Apple-Geräten: iPhone 4, iPad 2, iPod touch (4. Generation), und Apple-Rechner ab Betriebssystem Mac OS 10.6.6. – und nur, wenn beide Gesprächspartner WLAN haben.

• Wie installiere ich es?

Auf den betreffenden Geräten ist die Software bereits eingebaut. Sie müssen kein Programm installieren.

• Wie funktioniert es?

Einfach den gewünschten Gesprächspartner anwählen (wie ein normales Telefonat), aber mit dem Knopf „FaceTime“. Stimmt die Gegenseite zu, sind Sie verbunden und sehen sich gegenseitig.

Wertung: Hohe Qualität, sehr einfache Benutzung, aber stark eingeschränkter Nutzerkreis (nur bestimmte Apple-Kunden).

Wir sagen :

Wie wir in den unterschiedlichsten Bewertungen sehen : Videotelefonie ist je nach User ein zugeschnittenes individuelles Produkt. Aber : Wer braucht Facebook wirklich? Sollte man nicht zunächst alles dafür tun, dass der ohnehin so große Kundenstamm von 750 Millionen Nutzern ordentlich gepflegt, Datenschutz- technisch- einwandfrei, Usability-freundlich  und übersichtlicher wird? Nein! Natürlich nicht – es geht wieder einmal um das schöne liebe Geld und dessen Mehrung. Man kann doch auf allen Hochzeiten tanzen und einfach mal Videotelefonie anbieten – obwohl google+ da etwas Vorsprung hat(wenn auch noch im eingeschränkten Nutzerkreis) will man nun auch dort in den Krieg ziehen. Stellt sich mir die Frage : Warum nicht mal die Stärken anderer Unternehmen anerkennen? Unheimlich allein ist nicht nur das- sondern auch die Datensammelwut von allen Akteuren, ob sie nun Facebook, Google oder Apple heissen… wo soll das ganze hinführen & wie ist Eure Meinung dazu?

Quellen :

www.zeit.de