Flexibilität ist einer der gefragtesten Soft-Skills unserer Zeit. Kaum ein Arbeitnehmer wird bei einem Bewerbungsgespräch nicht gefragt, ob er bereit ist, sich flexibel im Unternehmen einsetzen zu lassen und für die Stelle den Wohnort zu wechseln. Ein Umzug ist gerade für Bewerber aus ländlichen Regionen in vielen Fällen unvermeidlich.

Zwar mit neuem Job, dafür ohne Familie und Freunde, zieht es immer mehr Menschen in die Metropolregionen des Landes: Statista  zufolge lebten in Deutschland im Jahr 2014 bereits rund 75 % der Gesamtbevölkerung in Städten.

Die Urbanisierung stellt nicht nur die Kommunen vor große Herausforderungen und sorgt für überlaufene Bürgerämter: Wer neu in der Stadt ist, kennt höchstens seine Mitbewohner. Vereinzelung ist für viele ein ernstzunehmendes Problem und rangiert unter den meistgefürchteten Zukunftssorgen der Deutschen. Sogenannte Social-Discovery-Apps versprechen seit einiger Zeit auf Knopfdruck Abhilfe und wollen Kontaktsuchende spielerisch verkuppeln…

Apps setzen regionale Schwerpunkte

Tinder, Lovoo, Badoo oder Jaumo heißen die Programme, die als Dating-Apps konzipiert sind und die zunehmend den Sprung zum mobilen Social Network mit spielerischer Kennenlern-Funktion wagen. Vorreiter dieses Trends scheint der aus Deutschland stammende Dienst Lovoo zu sein. Wie ein Test der Software auf singlebörsentest.net beschreibt, geht es bei der App zunehmend darum, gleichgesinnte Menschen kennenzulernen – im Idealfall sogar den zukünftigen Partner. Die App setzt ihren Schwerpunkt auf die Suche im nächsten Umkreis des Users.

Dies geschieht per Radarfunktion, die hier gar als „Herzstück“ der App bezeichnet wird: Angemeldete Nutzer sehen, wo sich ihr Kontakt befindet und können so – Stichwort Flexibilität – ein Treffen arrangieren. Freunde und die große Liebe sollen gewissermaßen im Vorbeigehen gefunden werden.

In Großstädten besonders beliebt

Die Nutzerzahlen des Dienstes steigen rasant an: Wie in einem Test zu lesen ist, verzeichnete er gegen Weihnachten 2012 1 Millionen User – bereits Ostern im folgenden Jahr waren es doppelt so viele. In den deutschen Großstädten Berlin, München und Hamburg zählt die App die meisten Nutzer. Das dürfte kaum ein Zufall sein: Bevölkerungsreiche Städte haben nicht nur die höchste Wahrscheinlichkeit, jemanden auf das eigene Radar zu bekommen, sie leben auch von den eingangs geschilderten Schwierigkeiten der Landflucht und ihren Auswirkungen auf das soziale Umfeld der Umzügler. Zurzeit wird die App in immer mehr Ländern veröffentlicht. Laut singleboersen-vergleich.de waren Mitte 2015 weltweit 29 Millionen Nutzer registriert: So expandiert die App auch in den Metropolen der Welt wie New York City.

Nutzerberichte

Doch kann ein solches Konzept aufgehen? Im Netz finden sich inzwischen zahlreiche Nutzerberichte und Diskussionen in diversen Foren. Die Erfahrungsberichte fallen unterschiedlich aus:

Von spontanen Treffen mit anschließendem One-Night-Stand über frustrierte User, die auch nach zahlreichen Anschreiben noch keine Verabredung haben, bis zu Antworten mit dauerhaften Erfolgsberichten, scheint zumindest in Flirt-Angelegenheiten alles möglich zu sein. Erst neuere Berichte sehen Lovoo als „Alternative zu Facebook und anderen Netzwerken“ – und somit als Social Network. Man darf gespannt sein, ob sich die App und ihre Artverwandten dauerhaft in diesem Sektor durchsetzen können. Als spielerische Möglichkeit, um Kontakt zu fremden Personen aufnehmen zu können, haben sich Dating-Apps bereits jetzt bei Millionen Nutzern beliebt gemacht.