Mensch, was war das wieder für ein TV-Wochenende! Fremdschämen geht wieder los auf RTL ganz nach dem Motto „Schwer verliebt„- nur dass es diesmal in Form von „Schwiegertochter gesucht“ daherkommt & Wortspiel-Neuschöpf- ungen wie „Würgeschlangenhalterin mit Biss“ unser Hirn auf Belustigung zu Kosten anderer umpolen soll. Daran verblödet man wirklich!

Interessanter und anspruchsvoller kam da eher zum Spätabend bei Günther Jauch die Sendung zu der Frage“ Achtung Computer! Macht uns das Internet dumm?“daher. Hier die besten Social Media Zitate aus der Sendung und eine Einschätzung des ganzen:

„Den klugen macht es klüger & den dummen macht es dümmer.“ (Petra Gerster)

„Wir googeln uns blöd.“ (Manfred Spitzer) & dito „Digitale Medien führen zur früherer Demenz“

„Haben Sie keine Ahnung, weil sie ja keinen Fernseher haben & sich seit Jahren medial begrenzen?“ (Günther Jauch)

Was war das Ergebnis des Talks? Nun ja….wo Pauschalität herrscht um ein Buch zu verkaufen (jetzt bereits Platz 1) statt tiefer Herangehensweise, ist ein Ergebnis nicht unbedingt auszumachen, nicht wahr Herr Spitzer? Pöbeln und verteufeln ist für die Quote in der Medienwelt gut & für den Buchverkauf- hilft aber der Generation & den Jugendlichen nicht unbedingt weiter. Aber ich versuche es trotzdem einmal zu entschlüsseln für Euch (schade, dass ich das selbst tun muss- hatte von einem Wissenschaftler „Antworten“ erwartet):

Wir verarbeiten alles flacher und nicht so tief via Google- soviel ist klar. Wir schreiben Texte nicht mehr so oft selbst, könnten deshalb sogar bei der PC-Benutzung es langsam ver-lernen Stift/Feder dafür zu benutzen. Ich merke es selbst, wenn ich mal einen „Liebesbrief“ per Hand schreiben muss(will)- wie auch immer. Die Chance, wenn man alles via Google macht & via Copy & Paste , dass etwas hängenbleibt- ist also geringer.

Das Gehirn denkt NEU- aber ist das besser?Was ist der Preis des ganzen?

Geben wir das selbsständige Denken an Maschinen ab?- Nicht wirklich- Taschenrechner, Glotze…all das haben wir entgegen aller Vorurteile gut überlebt. Ruft man sich Bill Gates mit seinem Zitat „“Das Internet ist nur ein Hype“ zu den Anfängen der Computerzeit in Erinnerung, muss man lauthals auflachen. Jener hat damit Milliarden verdient, war zeitweilig der reichste Mann der Welt & dieser denkt jetzt wohl anders über „das Netz“ mit seinen unzähligen Möglichkeiten.

Genau so ein „Schreihals im Wissenschaftler-Gewand“ ist Spitzer. Warum alles miesmachen?Dies tun nur Menschen, die keine Ahnung haben & alles immer nur schwarz-weiss sehen!

Unzählige Möglichkeiten- genau das ist das Stichwort:

Vergeuden wir diese Möglichkeiten alle „gleich-doof & fett & faul & bewegungsarm“ auf Facebook (dem neuen ICQ) und Co.? Wie es aussieht leider JA! WENN man es NICHT richtig filtern & für sein eigenes Leben einschätzen & kontrollieren kann wird dies so. Wenn man keine Hilfe …

und Be-gleitung hat- sei es denn von Eltern oder echten & realen Freunden, kann man deshalb schonmal in der World of Warcraft – Welt oder sonstigen virtuellen Dingen abstürzen. Dass die Zahlen alamierend sind & Suchtraten ansteigen steht ausser Frage:

7 1/2 Stunden Internetkonsum täglich beträgt der Durschnitt in Deutschland, 15 % der Nutzung des Computers ist Recherche- 85% ist eine andere Benutzung.

Was Spitzer dabei vergisst: Der größte Teil daran ist der „Gedankenaustausch“ mit anderen Menschen:

Unsere Gehirne sind imstande NEU zu denken. Sich der Technik anzupassen und diese in einem noch viel grösseren Maßstab für die Realität und Ihre Aufgaben darin zu nutzen! Die „scheinbar reine Wahrheit auf Wikipedia“, das hinterfragen von Dingen in unzähligen Blogs – das zusammenfinden zum diskutieren & erörten von komplexen Dingen ist für mich, für Geschäftsleute & für die Jugend heutzutage eine ganze andere Möglichkeit. Klar- man braucht „Vorwissen“ um richtig googlen zu können. Erst dann setzt der Filter im Kopf ein, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Jenes Vorwissen muss und sollte sich jeder Mensch in der Realität angeeignet haben, jeder sollte auch weiterhin in Büchern und Bibliotheken mal ein Buch in der Hand gehabt haben um zu wissen, dass man auch ohne google „anders“ suchen & finden kann!

Spitzer weiss wie Spiele angeblich so programmiert werden, dass sie „süchtig“ machen.Ein Herrgott des technischen Verständnisses also- er sollte Programmierern diesbezüglich Schulungen geben!

Mein Fazit zur „digitalen Demenz“ und ein Resümee der Sendung für Euch:

Neue Medien- neue Probleme- eine „nur Verteufelung“ hilft da nicht, sondern Be-gleitung und Hilfestellung! Kontrolle der Eltern muss sein, wenn Sie es ernst mit ihren Kindern meinen- aber auch Freiheit. Freiheit das Potential des Internets für sich entdecken zu können. Das filtern lernen. Und auch zu lernen das Handy nicht in der Hand zu haben, wenn man mit der Familie am Esstisch sitzt. Lernen, dass Menschlichkeit & die Realität wichtiger ist statt die Virtualität. „Ich mach das nicht mit“ ist der falsche Ausweg.  Einen den Spitzer gekonnt wählt um zu polarisieren. Deshalb werden auch neue Lernmethoden mit einer digitalen Tafel im Unterricht einfach so verteufelt- obwohl die Kinder aufmerksamer und besser lernen als zuvor (sagt der Direktor!). Pauschalisierung hoch 10 bei einer wissenschaftlichen Choriphäe? Ich hätte mehr erwartet. Eine Buchempfehlung deshalb keine von meiner Seite aus!

Nochmal: Der Zugang zur Information ist anders, hat sich verändert in unserer Gesellschaft. Man sollte sich darauf einlassen, lernen damit umzugehen & nicht Pauschal-Urteile sprechen wie Internet= Alkohol! Die dicken und dummen Kinder sind nicht durchs Netz dumm- sie haben oft ein kommunikatives Problem mit Ihren Eltern oder mit sich selbst. Denen muss man helfen! Es geht darum die Gebrauchsanweisung des Internets für die Gesellschaft nach und nach zu verallgemeinern, so dass sie diese verstehen & richtig anwenden kann, statt darin unterzugehen. Wir brauchen die Technologien für unsere Zukunft (die Kreativ-Zukunft & die meisten Arbeitsplätze liegen dort!), wir brauchen Social Media & die unsicheren, zu oft surfenden Seelen sollten wir begleiten – nicht fertigmachen!

Wir klicken alle viel- aber unser Gehirn ist trotzdem noch da! Ich glaube daran, dass wir es trotz aller Virtualität auch weiterhin in der realen Welt benutzen werden- denn in der spielt sich das echte aufregende Leben ab- nicht umgekehrt! Willkommen im echten Leben!

Bildquelle: WDR2