Der 30. Oktober 1974  : Ein König der Boxer – Muhammad Ali – schlägt in der 8. Runde den Weltmeister George Foreman K.O.

Ähnliche Kämpfe werden nun auch im Social Media Bereich ausgemacht. Nachdem Apple zur Zeit an allen Fronten – vor allem gegen die Einführung des Samsung Galaxy Tab 10.1 – kämpfte, geht nun auch Facebook in den Ring. Dies aber in einer ganz anderen Art und Weise : Sie patentieren sich so viele Rechte wie möglich – jetzt vor allem ein Basis-Konstrukt! Steckt Weltherrschaft dahinter?

Genauer gesagt hat man sich ein Patent auf ein „System zur Ansicht und Benachrichtigung mit Hilfe von Datenschutz-Einstellungen“ erteilen lassen. Damit könnten die Patentkriege auch bald auf Social Media überschwappen.

Klingt spanisch erstmal – oder? Es ist ja eigentlich eine Ironie, dass sich Facebook ein Patent im Zusammenhang mit Datenschutz erteilen lässt. Der Marktführer hat eben wirklich ein Patent erhalten – um kurzgefasst ein „System und Methode um den Informationsfluss zwischen Mitgliedern in Social Networks“ zu managen und dieses als Vorreiter standarisiert betreiben zu dürfen!

Das Patent No. 8,010,458 wurde bereits 2004 eingereicht und nun zugesprochen.

Das Originelle und wirklich witzige daran ist, dass natürlich so ein „System und Methode“ die Basis für eine ganze Reihe von sozialen Netzen ist, die teils auch schon viel älter als Facebook sind. MySpace, Xing oder LinkedIn verwenden genau solche Systeme und Methoden um zu gewährleisten, dass Informationen nur an atorisierte Personen weitergegeben werden.

Twitter und mit Einschränkungen Google+ gehen dagegen mit einem offenen Ansatz vor.

Mit dem Patent hat Facebook nun eine ziemlich scharfe Waffe in der Hand sich gegen neue Konkurrenten zu schützen und bei existierenden anderen Netzen abkassieren gehen zu können. Geht Facebook ähnlich vor, wie dies derzeit in der Mobilfunkbranche üblich ist, können wir schon in den nächsten Wochen mit den ersten Klagen rechnen.

Schon im Vorjahr ließ Facebook sich das Posten von News-Feeds in sozialen Netzwerken patentieren. Es geht um ein Kernelement von Facebook, der dynamischen Veröffentlichung von Nachrichten auf dem Activityfeed einzelner User, die von einem bestimmten Personenkreis, den Freunden bzw. Followern, eingesehen werden können. Aus der Summe all dieser geposteten Nachrichten und Statusmeldungen ergibt sich ein Stream innerhalb des eigenen Netzwerks. Seit dem 23. Februar 2010 ist dieses US-Patent wirksam. Zusätzlich hat Facebook Mitte 2010 auch Patente zugekauft.

Facebook hält derzeit bei 12 Patenten, während Twitter, Zynga, LinkedIn und Groupon zwischen 0 und 2 Patente besitzen. Bisher vor kurzem gab es noch keine Klagen, doch nun ist Zynga sowohl Kläger als auch Beklagter.

Wir sagen: Da wo Geld fließt, werden nun auch Patente im Social Media Bereich gesichert. Hoffentlich nicht zum Nachteil für tolle Start-Ups , die sich dann erstmal durch das Patent von Facebook „freikaufen“ müssten. Eigentlich schreit dass doch nach einer Behörde, die Facebook dahingegen einmal kontrollieren sollte, dass Sie nicht alles patentieren können – nur weil Sie Geld haben…oder?