Kritik Bachelor 2016. Da steht er, der Leonhard mit Silberblick. Er ist der neue, smarte, durchtrainierte, aber lispelnde Bachelor 2016. Mit „old school“ Sixpack. Unternehmensberater mit mehreren Büros in mehreren Städten. Ein Arbeitstier, das auch afrikanische Kinder/eine Organisation unterstützt…

Seine Mutter (getrennte Eltern) – Vater/oder Muttter(jedenfalls einer von beiden) ist beim andern auf Besuch (?)- lobt ihn, weil …

„Er Ihr mit seinen jungen 30 ein Haus gekauft hat. Er sorgt für mich.“ …

– so ein guter Junge also.  Ich kenne nicht viele 30-jährige, die sich so um Ihre Eltern „sorgen“ können (oberflächlich mit Hauskauf betrachtet). Aber nun gut, weiter in der Schmierenkomödie…

Aus anderen Quellen, die ihn wohl wirklich kennen, heisst es: Er arbeitet bei der ERGO Versicherungsgruppe AG als Versicherungsmakler und hat ein kleines Büro in Potsdam und ist jemandem unterstellt. Bekommt RTL sonst keine Zuschauer, wenn sie die Wahrheit schreiben? Zum niederknien…

Friede Freude Sonnenschein- die Taschen wohl voller Geld; da haben sie wieder den richtigen ausgesucht

Mehr Klischee und Oberflächlichkeit sowie Inszenierung geht nimmer. Die eine Kandidatin muss um Ihren Koffer bangen- er ist leider nicht mitgekommen nach Miami. Steckt wohl noch in Frankfurt fest. Was eine Schande….binnen 24 Stunden war der Koffer dann aber doch da. Sie betitelt das mit den Worten…

„Endlich habe ich mein Leben wieder.“ Spricht für sich…

Die Dialoge beim ersten Augenkontakt/dem Aussteigen aus der Limousine vor der Edelvilla sind auch wie früher – nämlich Bullshit (um nur ein Beispiel zu nennen):

Kandidatin: Woher kommst Du?

Bachelor: Aus Berlin…..

Sie: oh da bin ich ganz oft. Da wohnt mein Bruder.

Bachelor: wo wohnst Du?

Sie: In Freiburg

….Hä? Fernbeziehung? Schonmal auf die Deutschland-Karte geschaut? Aber der Bachelor überwindet doch jede Entfernung. ALLES kein Problem heutzutage 🙂 Auch gut:

Sie: Ich hab nen Hund…

Er: Ich mag Tiere- Ich bin auch tierlieb

Sie schreit: ….ach SUPAAA

Muss man dazu noch etwas kommentieren?

Interessante Konstellationen von Herkunft und Einzigartigkeit wurde auch von RTL ausgegraben: Eine Kandidatin ist halb türkisch halb indisch – in Hannover aufgewachsen und lebt in England.

Sagt mal liebe RTL Produzenten: Da kommt man doch nicht mehr mit! Spätestens jetzt ist die Chips-fressende-Couchpotatoe Zielgruppe vor (zu vielen!) Gedankengängen gänzlich verwirrt &  die Chipstüte aus der Hand gefallen.

Das wichtigste aber: „Prinzessin“ – Jasmin heisst sie – Sie sucht jetzt Ihren Disney-Prinz. Da steht er- na klar!

Schnappatmung, schwitzige Händchen. Der Bachlor ist wieder da. Die Frage, die ich mir beim anschauen immer wieder stelle: Brauchen wir das?

Andere gehen im Intro damit hausieren, dass die Mutter an Brustkrebs starb. Private(ste)s wird direkt nach aussen gekehrt – Generation Facebook lässt grüßen. Das Herz aller Mädels ist jedenfalls jetzt schon offen für den Silberblick-Menschen.

Gott ist er hübsch, schöne Augen oh mein Gott. Ich hab mir blaue Augen gewünscht. Allein die blauen Augen wurden gefühlte 20x erwähnt.

Kandidatin 10 macht es ganz anders; sie hält einen Moment inne:

„Ich muss Dich kurz scannen…scheisse ne! Gott siehst Du gut aus.“

„Er ist 30…Jackpot!“ lautet es aus mehreren blonden Dummbratz-Kehlen. Helau – auf geht´s ab geht´s. Schmalzig und künstlich geht die Welt zugrunde… die Rosen tun mir jetzt schon leid.