Und wieder die nächste Abfahrt. Und wieder. Und wieder. Manche Menschen leben in der Liebe nach dem „Resterampen-Charakter.“ Das Netz ist dazu da, Profile wie im Bon Prix Katalog nach dem schönsten Modell zu durchsuchen, sich die Person für einige Zeit rauszupicken, zu bezirzen – um sie dann wieder eiskalt fallen zu lassen, weil einem auch nur eine stupide Kleinigkeit nicht passt.

Grundlos, schamlos, ausgenutzt, unmenschlich- ist so wirklich unsere kleine Welt und Zeit gestrickt auf beruflicher wie auch auf Beziehungsebene?

Ich habe mir für Euch einmal Gedanken dazu gemacht liebe Freizeitcafe-Leser….

„Mit Ungewissheit klarkommen und wie man sich in solchen Fällen dann noch selbstbewußt behaupten soll- wenn all die Liebesschwüre so nicht ernstgemeint waren-will gelernt sein. Verletzt wurde jeder schon einmal.“

Trenn DichFoto: © Christian Gera

Und das beziehe ich nicht nur auf Männer, Frauen sind genauso gestrickt. Ein Phänomen unserer Gesellschaft- wo es immer besser, schöner und erfolgreicher zugehen muss.

Dass die Leute immer schnell-lebiger werden und immer schneller Dinge, Partner, Freunde, etc auswechseln wie Unterhosen ist eine Masche, die kurzzeitig Erfolg verspricht- aber dann doch in Einsamkeit endet

Jeder Mensch strebt nach Erneuerung, nach Perfektion. Das alte auch einmal wegzuwerfen ist nicht immer schlecht. Sich vom Müll trennen sozusagen. Aber dann bitte richtig trennen, mit Anstand, mit Respekt und allem- was einfach auch menschlich dazugehört. Soetwas klärt man nicht via virtual Messaging und einer simplen WhatsApp-Nachricht. Tut man es korrekt & oftmals leider auch mit den harten/realen Worten von Gesicht zu Gesicht von Frau zu Mann, von Mann zu Frau oder Mann/Mann & Frau/Frau natürlich- kann man selbst und der andere wieder getrost irgendwann nach dieser „Niederlage“ einen Neuanfang wagen.

Dennoch ist es manchmal auch an der Zeit, in gutlaufenden Beziehungen einmal die „Zwischenwege“ zu erkunden- aber nur dann wenn die Beziehung noch positive Aspekte aufweist, an denen man wirklich arbeiten kann gemeinsam!

Ich meine hiermit weder das krampfhafte „behalten wollen“ in jeder Hinsicht, noch das sorglose wegwerfen in jeder Hinsicht. Ich kenne viele Paare die sich zwar „eigentlich noch lieben“, sich aber wegen – in meinen Augen – banalen Dingen trotzdem trennen, weil sie keine Kompromisse eingehen und auch nicht an sich arbeiten wollen.

Das Netz – die Resterampe mit kurzzeitigem Spaß lockt halt immer. Jeder ist ersetzbar. Schnell, einfach, nahezu primitiv. Warum nicht mal auf dieser „einfachen Autobahn“ fahren?

Ganz provokativ stelle ich hier einmal meine These in den Raum: Immer MEHR Menschen haben es verlernt – oder versuchen es zumindest nicht, bewusster mit ihren Problemen umzugehen und an sich zu arbeiten als das früher der Fall war. Warum auch sonst gibt es so viele Beratungsstellen, Bücher, Filme oder Sendungen zu diesen Themengebieten? Das entsteht doch nicht aus dem Nichts heraus, sondern weil ein Bedürfnis und ein Interesse; ja schier eine regelrechte Nachfrage da ist.

Die Suche nach einer festen Beziehung ist nicht gleichzusetzen mit Sex – für andere ist es genau das & leider nicht mehr:

SchweinefleischFoto: © Christian Gera

Und weil wir immer schon die Sehnsucht nach einer erfüllenden Beziehung hatten und immer mehr begreifen, dass wir auch selbst etwas dafür tun müssen- ist dies oft ein Fallstrick, an dem wir selbst scheitern. Beziehungen leben von Kompromissen und einem sich aufeinander einlassen.

Kapiert man das nicht- ist man auch immer allein und braucht sich wirklich nicht wundern.

So wie man andere Dinge eben auch erst lernt und sie einem nicht in die Wiege gelegt werden, kann man auch lernen eine gute Beziehung zu führen- in der man sich selbst nicht immer der nächste ist. In der man an seinen Partner/Partnerin denkt und Weitsicht walten lässt. Sich hineinfühlt und auch mal zuhört- beidseitig. Nur so funktioniert es- und nie mit der Brechstange um selbstherrlich immer nur einzufordern, aber nichts zurück zu geben.

Leider gehört so eine „Beziehungsgestaltung“  noch nicht zu den Lehrfächern in der Schule – ebensowenig wie Medienerziehung & das richtige, wohl-dosierte umgehen mit WhatsApp und Co., was mit all dem als Kommunikationsmedium auch irgendwie zusammenhängt (über WhatsApp Sucht und Beziehungsfrust hatte ich ja hier schon des öfteren referiert).

Aber immerhin lernen wir in den Schulen inzwischen, wie Fortpflanzung funktioniert… obwohl auch das nicht jeder versteht.

Ich kann von mir persönlich nur sagen, ich habe wahrscheinlich alle Fehler gemacht, die man in Beziehungen machen kann: Ich bin zu lange in quälenden Beziehungen geblieben und zu schnell aus anderen abgehauen. Wenn das jemand bewerten will, der gerade an einem bestimmten Punkt seiner eigenen Entwicklung ist und das nicht gut findet – bitteschön! Die Erfahrungen waren trotzdem Gold wert für die richtige jetzt in meinem Leben 😉

Und ich lerne immer noch! Ich finde es sogar sehr sexy, wenn ich meine kleine begrenzte Sichtweise der Welt mit Hilfe eines Partners – oder ohne – ein bißchen erweitern und mich zu neuen Schritten vorwagen kann. In vielfältiger Hinsicht *zwinker* Eine Statistik über Scheidungen oder Trennungen sagt doch nur aus, dass es relativ mehr Scheidungen oder Trennungen gibt. Sie sagt NICHTS über die Qualität der Beziehungen – oder um die Bemühungen darum – aus.

Mein persönliches Fazit:

Also ich habe die Hoffnung, dass wir eines Tages auch eine Art „Beziehungskultur“ kollektiv an die Nachkommen weitergeben können und sie nicht alle Fehler machen müssen, die wir gemacht haben. Und es gibt da einen Satz, welcher besagt:

„Das einzig stete im Leben ist der Wandel.“

Zugegeben das ist es- aber damit ist hauptsächlich der Wandel eines jeden selbst gemeint. Dass man sich verbessert, dass man ehrlicher, besser, liebevoller, aufrichtiger und hingebungsvoller ist in der Beziehung, die es verdient, dass sie bewahrt wird. Mit Kompromissen. Mit Hindernissen. Aber immer mit Liebe. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit- ich bin auf Eure Meinungen und Erfahrungswerte gespannt.