Wenn Dir mit 30 das linke Bein wehtut, hast Du es benutzt. Wenn Dir mit 50 das linke Bein wehtut : weil Du es hast! Ähnlich verhält es sich doch mit der Medienkompetenz. Alle unsere Politiker sind etwas „älter“, oder? Ok jetzt mal ausgenommen die Piraten. Jedenfalls ist es doch offensichtlich, dass so einiges bezüglich Medienerziehung durch Richtlinien der Politik an Jugendliche im argen liegt. Sie kennen sich halt nicht besonders gut in diesem Medieu aus, sind nicht die „Generation des Internets.“ Sie wissen- ähnlich wie Eltern- oft nicht, was Ihre Kinder da tun und wo sie surfen…

“Man muss informiert werden, was es bedeutet- damit Sie wissen, auf welches Minenfeld sie sich da begeben.” (Desiree Nosbusch).

Jenes Zitat trifft den Zahn der Zeit. Warum also nicht alle Lehrer, Politiker und Erziehungsberechtigte in Schulungen zerren, damit sie wissen, was auf den Internet-Plattformen wirklich vor sich geht? Ich bin mir sicher, dass eine gute Unterrichtsstunde „Medienkompetenz- mit Deinen Daten richtig umgehen“ einigen angstlosen Jugendlichen und Kindern die Augen öffnen wird. Kopf einschalten und denken- statt alles mitzumachen und preiszugeben!

Die ARD zeigt am Montag, den 13.2. um 22:45 im übrigen eine sehenswerte Facebook-Reportage, die in die Tiefe geht und Hintergründe beleuchtet. Wir hatten hier darüber berichtet und eine Vorschau gezeigt. Nicht verpassen! Gleich 3 Studien bestätigen übrigens „selbstzerstörerisches Verhalten“ & ruinieren das Selbstwertgefühl von Jugendlichen.

Kommunikations-Armut statt Reichtum

Manchmal streife ich durch die Städte und bekomme „Kommunikations-Fetzen“ von Jugendlichen mit. Mit dem Smartphone in der Hand schon fast „verwachsen“ klicken sie, posten sie, kommentieren sie, liken sie. Freund/Freundin sitzt gegenüber in der Bahn. Das Smartphone ist interessanter. Sie treffen Freunde zumeist oft nur noch bei Facebook, googeln neues „Wissen“ – man könnte meinen, dass viele nicht mehr wissen, was ein Buch ist- oder wo sie sonst noch „anders“ auf realem Wege Wissen beziehen und anhäufen könnten.

„Bücherei? – ist das ne neue Eisdiele?“

Alles schon gehört! Ich will hier aber nicht alle über einen Kamm scheren oder verallgemeinern! Viele denken mit & haben ein Bewußtsein für Ihre Mediennutzung und Ihrem preisgeben von Daten entwickelt – durch Eltern oder kompetente Mitmenschen vermittelt. Nur leider ist das nicht der große Teil….viele stehen unwissend am Abgrund!

„Ich will wissen was Du weisst.“- „Geh auf Google- steht alles im Internet.“

Persönliche Gespräche und soziale Kontakte leiden oftmals darunter. Voneinander lernen Fehlanzeige, weil der reale Kontakt nicht vorhanden. Wenn sie aber mal aufeinandertreffen – draußen oder auf dem Schulweg, ist das Handy als Waffe immer dabei. Ich glaube viele verstecken Ihre Persönlichkeit sogar dahinter. Die Wortfetzen, die ich dann mitbekomme beinhalten in jedem 2ten Satz das Wörtchen Facebook. Dann wird gekichert und sich wieder dem Smartphone und der neuesten Statusmeldung/App zugewandt. Dass das Gegenüber vielleicht zur Zeit ganz andere Probleme hat, sieht man oft nicht…wichtiges und Gesprächsbedarf durch Nichtigkeiten ersetzt. Und dann fragt man sich, warum Kinder schon früh unter Depressionen leiden?

Sie haben gleich zu Beginn oft die Erfahrung gemacht, dass NIEMAND für Sie da ist und Ihnen Wege aufzeigt. Sei es denn durch die eigenen Eltern, Politiker oder jugendliche echte Freunde, die es besser wissen sollten….

Und genau DAS wird durch ausgefuchste und machthungrige psychologisch perfekt aufgestellte „All-you-can-have“- Plattformen schön ausgenutzt!

HIER bei uns bekommst DU alles! Bleibe nur ganz lange auf unserer Seite und poste, klicke- spüle möglichst viel Geld mit Deinem Verhalten in unsere Kassen. Man wird mit der Assoziation groß, dass Facebook- ähnlich wie McDonalds- „lecker“ ist. Das Erwachen und die Magenschmerzen kommen dann erst später…

Was mich auch kaum überrascht: Immer mehr junge Leute sind laut einer Studie von ihren Mobiltelefonen abhängig. Wie eine Untersuchung der University of Maryland zeigt, spielt diese Technologie im Leben von Jugendlichen eine wichtige Rolle. “Einige von Ihnen zeigen physische und psychische Symptome von Abhängigkeit”, so der Leiter der Studie. Wenn man den Jugendlichen die Mobiltelefone für einen Tag wegnehme, fühlen sie eine Art „Phantomschmerz.“

Wellnessreise abgelehnt – nur um nicht 4 Wochen Facebook zu missen

In einer TV-Reportage vor kurzem sah ich sogar ein Pärchen, welches ein Geschenk ausschlug : Eine Wellnessreise! Die einzige Bedingung war : 4 Wochen kein Facebook & das Zugangs-Passwort sollte in der Zeit geändert werden. Allein diese Hürde erschien zu hoch-sie sagten tatsächlich ab! Haben die Menschen bereits „innere Ängste“ etwas zu verpassen? Ich fand das Verhalten grandios…traurig- aber wahr.

Wir treffen unsere Freunde auf Facebook, googeln unseren neuen Kollegen, scrollen nebenbei durch die Nachrichten und kaufen gleichzeitig unser Bahnticket. Wenn wir nicht im Internet sind, schreiben wir SMS oder telefonieren. Aber wie wäre es denn allein mit uns und unseren Gedanken, offline und abgekoppelt vom Rest der Welt? Wie verändert das unsere Freundschaften, unsere Arbeit, unsere Beziehungen und unser Selbstbild?

Tut es offline weh? Sind Jugendliche und Kinder noch zu retten? Wie sehen Eure Lösungsvorschläge aus? Testet bitte einmal selbst, was vom Leben übrig bleibt wenn Ihr den Stecker gezogen habt & schreibt uns!