Adidas & seine neue „Preiswert-Marke“ Neo. Im Hamburg wurde Ende Januar der erste Store eröffnet – nach und nach; sowie jetzt im kommenden Sommergeschäft sollen uns die günstigen Preise für Markenware anlocken. Schön und gut- ein Jubelschrei wird nun durch so manches Teenie-Zimmer gehen. Trainingsanzüge & Laufschuhe wird man hier allerdings vergeblich suchen: Segment sind Hemden, Hüte, T-Shirts- d.h. einfach nur „lässige Straßenkleidung“, die ganz gezielt das Sortment von H&M, Zara & andere Modeketten für das „Trendpublikum“ angreifen soll. Mit Adidas Neo soll jedenfalls laut Herstellerangaben bis 2015 ein Umsatz von einer Millarde (!) erwirtschaftet werden.

Na aber was kommt noch fragt man sich da? Adidas nun im „Billig-Segment“? Wo muss der Kunde noch etwas von sich für diese Preise einbüßen? Und nein wir meinen nicht ausgebeutete Zulieferer und dergleichen (solche Fälle gibt bei so ziemlich allen Textil-produzierenden Groß- Marken). Wir sagen es Euch: Im Bereich Social Media! Wo und wie erfahrt Ihr hier…

Die 4,5 Milliarden Euro, die die Kiddies unter 18 Jahren im Portemonaie locker haben (laut neuester Kids-Verbraucheranalyse in Deutschland ) will sich Adidas Neon mit allerlei Technik-Kram im Store krallen:

Touch-Screens für eigens-ausgewählte Teenie-Musik im Laden (macht das Shopping zu Justin Bieber mehr Spaß?), via sms kann man das Lichtgeschehen bei seinem Einkauf steuern. Wer dann nämlich schön die Begriffe „Blue“, „Red“ oder „Green“ an den Shop sendet, bekommt genau dieses- und der Store & Adidas damit ganz „selbstlos-natürlich 😉 “ die Handynummer seiner „vom-Licht-beeinflußten“- Käufer. Newsletter aufs Smartphone gefälligst? Klaro- es geht ja auch hier nur um die Daten der Kiddies und eine mögliche „Auswertung des Kaufverhaltens“ zur noch geschickteren psychologischen „Verkaufs-Ver-führung“ im Laden.

Damit aber noch nicht genug: Den Jugendlichen wird ein Social-Media-Spiegel vorgehalten. Sie können sich- falls keine Freunde vorhanden- vor einen Spiegel stellen, welcher dann sie selbst & das Outfit schön nach Facebook katapultiert. Direkt in die Masse von „externen Be-wertern“ heisst es; jedoch wohl eher Marketing & Streu-Effekt für die neue Neo-Marke selbst.

Was dagegeben psycholgisch gesehen klug & gleichzeitig „süss“ daherkommt: Vergrößerte Umkleidekabinen, damit die Freundin auch noch mit reinpasst. Schlecht dagegen: Alle Kleidungsstücke tragen nun Computerchips, die auswerten, was wie kombiert wird bei den Jugendlichen.

Unser Fazit: Schöne, gute „Preiswert-Marke“- allerdings auf Kosten der so beeinflußbaren Jugendlichen. Sie werden gläsern gemacht- in Ihrer Klamotten-Auswahl, in der „Veröffentlichung auf Facebook“ Ihrer selbst & Ihres Geschmacks. Immer schön zugeballert mit ganz viel Technik-Kram, der sie verleiten soll, genau dort zu kaufen.

Zugegeben- es wird sicher funktionieren… aber wen da draußen geht es eigentlich was an, was ich mir privat für Klamotten kaufe & wie ich mir diese zusammenstelle? Eigentlich niemanden- und so sollte es aus bleiben…

Da kommt mir gerade ein Mädchen(ich schätze knappe 14) in den Sinn, welches mir die letzten Tage auf einem Minigolf-Platz begegnete. Sie filmte die ganze Zeit über Ihre Freundin auf fast jeder Bahn mit Ihrem Fotohandy- um die Freundin anschließend via Ihrem Smartphone mit Ihren Aktionen auf Facebook zu posten. Sie selbst filmte sich nie…

Bei solchen Szenen fragt man sich immer wieder: Wem nutzt die ständige Veröffentlichung von allem was wir tun? Kurzweilige Kommentare auf Facebook, bis eine neue Aktions-Welle & neues Zur-Schau-Stellen die alten Aktionen verblassen lassen. Die Erlebnisse bleiben stehen- schonungslos ausgewertet von Firmen, die anschließend „psychologische Kriegsführung“ betreiben, um damit Geld zu verdienen. Man gewinnt damit nichts, man verschwendet seine Privatheit & auch immer ein Stückweit Freiheit- wie man es hier beim „interaktiven Spiegel „von Adidas sehen kann… Ruhe & Privatheit beim einkaufen war gestern!

Bis auch die Teenies von heute einmal Er-wachsen werden & dem ständigen „Zur-Schau-stellen“ von privatem ent-wachsen sind… wann wacht man auf?