Die andere Seite der Medaille – in diesem Fall des Spiegels. Versetzt Euch einmal in ihn hinein& stellt Euch mal die Frage: „Ob Badezimmerspiegel wohl auch Fotos von sich posten, wie sie vor halb nackten Frauen stehen?“ Wenn ein Spiegel denken könnte- was würde er all den leichbekleideten Teenies, die da mit der Handykamera in der Hand wie unter Zwang Fotos von sich selbst & natürlich „angeblich nicht“(!) wie böse Zungen behaupten, „für andere machen“ – sagen?

Ich las einmal : Je mehr Fotos ein Teenie(egal ob Junge oder Mädchen) selbst von sich vor dem Spiegel macht & ins Netz stellt – desto weniger Selbstbewußtsein und Umgang mit der eigenen Identität liegt vor! Stimmt das?

Neumodisch gibt es natürlich ganz andere Fach-Ausdrücke dafür- Web 2.0 macht es möglich. Hier wird genau dieses Problem mit  „Sexting, Posing & Grooming“ beschrieben. Ihr kennt diese Worte (noch) nicht? Wir vom Freizeitcafe geben uns mal die Mühe, Euch aufzuklären, damit Ihr sicherer im „Sozialen Netz“ unterwegs seid & wisst, was Ihr tut (wenn betroffen)…

Sexting“ – zusammengesetzt aus „Sex“ und „Texting“ (engl. für das Senden von SMS) – beschreibt einen neuen Trend:

Immer mehr Jugendliche machen von sich selbst oder anderen erotische Fotos bzw. Nacktaufnahmen und versenden diese per Handy an Freundinnen und Freunde sowie Bekannte. Oft landen die Bilder auch im Internet – z. B. in Sozialen Netzwerken oder Foto-Communitys – und werden von dort aus an ein großes Publikum verbreitet. So weit – so schlecht.

Es geht aber noch weiter : Die schönen Bilder mit der (damals noch) „lieben“ & „besten Freundin“:

Pubertät ist hart. Härter als hart manchmal wenn es um die Qual der Wahl & der Freunde geht….

Gestern noch die beste-heute schon verhasst. Was passiert dann mit den „Freunde-Fotos“? In vielen Fällen werden die anzüglichen Bilder vorerst „nur“ zwischen Pärchen oder besten Freundinnen und Freunden verschickt (z. B. als eine Art Liebes- oder Freundschaftsbeweis oder zum Flirten).

Damit jedoch oft nicht genug, denn : wenn die Beziehungen/Freundschaften in die Brüche gehen, landen möglicherweise einige der Fotos aus Rache auf diversen Handys bzw. öffentlich im Web oder werden zur Erpressung verwendet.

Sind solche Bilder einmal im Umlauf, besteht so gut wie keine Möglichkeit mehr, deren Verbreitung zu stoppen.Viele werden jetzt sagen „Ja- aber ich habe die doch nur für Freundinnen&Freunde freigegeben…“ – na und? Die Möglichkeit, dass aussenstehende oder die „Ex-Freunde“ diese Fotos kopiert haben aus dem sozialen Netzwerk besteht immer! Auch wenn Fotos im Internet z. B. nur für Freundinnen und Freunde freigegeben sind, kann demnach also nicht ausgeschlossen werden, dass diese in falsche Hände geraten.

So können einmal verbreitete Aufnahmen auch Jahre später wieder auftauchen und künftigen beruflichen Karrieren und privaten Beziehungen massiv schaden. Zudem ist das Verbreiten und Veröffentlichen erotischer Fotos Minderjähriger illegal und kann rechtliche Konsequenzen haben. Es gibt also kein „Safer Sexting“! Die Wahrheit & der Umgang mit diesem heiklen Thema liegt also irgendwo dazwischen. Ich jedenfalls würde für meinen Teil meinem „potentiellen“ Kind nicht das Fotos machen mit der besten Freundin verbieten – ich würde es allerdings dazu anhalten, selbst einmal darüber nachzudenken, wo diese Fotos in ein paar Jahren überall liegen könnten….

Ein anderes Phänomen ist das „Posing“ – wie schon erwähnt: Selbstbildnis vorm Spiegel! Ein Nach-ahmen- weil „die anderen“ ja auch so Fotos haben in Ihren Profilen. Ist das denn wirklich so richtig? Fakt ist :

Werden für das Profil im Sozialen Netzwerk Bilder erstellt, probieren Kinder und Jugendliche gerne vor dem Spiegel unterschiedlichste Posen aus, bis ein optimales Foto mittels Handy-Kamera entstanden ist. Sex sells in dem Falle – zu Gunsten der eigenen Eitelkeit und zumeist dem leider oft vollen Postkasten (von perversen), die den Kindern nicht wirklich gutes wollen. Oft ist auch das ein Phänomen- denn später im Gerichtssaal hört man oft von den Angeklagten “ Aber sie hat sich doch angeboten.“ Faule Ausrede, oder? Ein gescheiter Mensch sollte darüber vorher nachdenken- dass Kinder sich selbst finden wollen & nur „Objekt“ spielen statt wirklich darüber nachdenken- wie es bei „älteren“ & falsch gepolten Männern ankommt.

Viele Kinder und Jugendliche ahmen bei diesen Bildern Werbungen oder Darstellungen aus der Popmusik nach und bilden sich also entsprechend aufreizend ab. Sehr oft sind sie auf solchen Fotos leicht bekleidet (Mädchen z. B. im „Spaghetti-Leibchen“, die Burschen der Schöpfung (wird sprechen ja nicht von Herren hier) demnach „oben ohne“). Die Kinder und Jugendlichen nutzen dazu alle Möglichkeiten der Kamera – von Filtereffekten bis hin zu besonderen Einstellungen – und leben dabei ihre Kreativität aus.
Häufig wird vergessen, dass aufreizende Bilder, die als Profilfotos in Sozialen Netzwerken dienen, von einer größeren Öffentlichkeit gesehen werden und oft in weiterer Folge die Basis für „Grooming“ sind – womit dies eine schöne Überleitung zu unserem letzen Begriff ist:

Das „Grooming“ : Erwachsene suchen „freundschaftlichen“ Kontakt zu Kindern, um sie später sexuell zu missbrauchen…

Erwachsene – in den meisten Fällen sind dies Männer – nutzen dabei zwei unterschiedliche Strategien: Entweder sie geben sich als Gleichaltrige der Kinder aus und erwerben so das Vertrauen der Kinder, oder sie machen aus ihrem eigenen Alter kein Hehl und sind besonders aufmerksam und freundlich zu ihren späteren Opfern. Auffällig dabei sind mir auch viele Fake-Profile in Communities, wo man anhand der Fotos eigentlich genau erkennt, dass da keine Frau dahintersteckt-sondern das Profil eines Mannes. Leider schwirren diese „Fakes“ da zu hunderten rum…

Eine beliebte Strategie der Täter ist es, den Kindern plausibel zu machen, wie „hübsch“ sie sind und dass sie sich sehr freuen würden, noch mehr so nette Bilder sehen zu können. Haben Kinder das Gefühl, dass sie in ihrer „realen“ Umgebung wenig Aufmerksamkeit oder positive Unterstützung erhalten, so können sie leicht auf diese Masche hereinfallen. Ziel der Täter ist es in der Regel, ein reales Treffen zu vereinbaren, wo es dann unter Umständen zu sexuellem Missbrauch kommt. Weiters geht es Tätern immer wieder darum, aufreizende und pornografische Bilder von Minderjährigen zu erhalten und diese zu verbreiten.

Diese werden dann in den „dunklen Gassen des Internets“- wir hatten dazu bereits umfangreich hier in unserem Blog berichtet- verbreitet.

Was wir Euch & Euren Kindern/Jugendlichen mit diesem Artikel auf den Weg geben wollen:

Achtet auf Eure Schützlinge! Redet mit Ihnen& klärt sie vor allem auf – fragt sie warum sie z.Bsp. so viele Fotos von sich ins Internet stellen (wollen)& warum das im Endeffekt überhaupt nicht von Vorteil für sie ist. Auf-Klärung ist alles in diesem Bereich & ein ständiges Mitgehen& Mitverfolgen der „Sozialen Medien“ Pflicht & Verantwortungssache! Macht Euch fit dafür -dann seid Ihr auch fit für Eure Kinder& könnt Ihnen helfen bei Ihrer Selbstfindung. Alles zu posten ist Mist- das müssen sie selbst realisieren& Ihr seid eine Treppenstufe zu dieser Erkenntnis.

Für alle, die ebenfalls keine Lust auf Fakes und sonstiges Getue haben, ist auch gerne das Freizeitcafe da: Reale Personen, schöne Gruppentreffen – Ihr seid herzlich eingeladen mitzumachen in unserer einzig-artigen Real Life Community :

www.freizeitcafe.com