Ein toller, mal ganz anderer Artikel in der Welt, verfasst von Susanne Gaschke hat mich dazu inspiriert, mal für eine bessere Sprache untereinander/ein besseres Miteinander zu plädieren. Es ist nämlich so einiges in Schieflage geraten, wenn man auf die Kommunikation und/oder die Sprache heutzutage blickt.

Und die „verschlechterte Sprache“; damit einhergehend auch ein „verschlechtertes Umgehen miteinander“- erreicht uns mittlerweile fast alle. Die da so schön betitelte und gescholtene „Plastiksprache“ nämlich.

Oberflächlich, dumm, inhaltslos, unfallsicher, über-bürokratisch, herablassend ist diese oft. Oder einfach ohne Sinn und Verstand. Die Worthülse „postfaktisch“wurde übrigens von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2016 gewählt. Was für ein total beknacktes Wort – genauso wie der „Brexit“ oder „Grusel-Clowns“ (die ebenfalls in der engeren End-Auswahl waren). Vollkommen negativ ist so vieles „auch in Worten“ mittlerweile besetzt. Hoffnungen, Freude, Positiv-Energie oder Motivation fehl am Platz.

Und immerwährende Negativ-Begriffe schüren und prägen ebenfalls immer mehr eine Negativ-Gesellschaft…

Nein danke, diese Sprache und so ein Umgehen will wirklich keiner! Aber: Woher kommt diese Sprache und diese „gefühlte Gesellschaft“ eigentlich? Es hat doch immer alles seinen Ursprung… 

Schauen wir uns die Welt/die Gesellschaft vom Januar 2016 im Ist-Zustand doch einmal genauer an:

Eine Vielzahl, ja nahezu der größte Teil der (noch) Mittelschicht- Menschen in Deutschland ist höchst unzufrieden. Total verunsichert eigentlich. Nicht (nur) durch Terror geschuldet- den gab es immer schon. Auch wenn er uns jetzt näher gekommen ist. Wenn man die Augen auf macht, kommt noch viel viel mehr an Unsicherheiten hinzu. Und dann ist es eigentlich klar, woher das auch mit der Sprache alles kommt…

Es geht immer ein bisschen mehr wirtschaftlich wie gesellschaftlich/im Miteinander bergab – weil die Kommunikation und die Schere Arm/Reich fast schon eindrucksvoll immer mehr auseinander geht!

Jüngere sorgen sich um Ihre Zukunft und die dann wohl nicht mehr vorhandene Rente ohne Gegen-Steuerung- Maßnahmen (Riester Rente und Co. bisher sind ein Witz)- es fehlen quasi echte Konzepte zur „guten“Vorsorge.

Ältere können sich schon jetzt einen Heim-Aufenthalt nicht mehr leisten/erfahren häufig immer mehr Vereinsamung . Dass es nun Pflege-Grade statt Pflegestufen gibt – macht es den Angehörigen nicht unbedingt leichter mit der Pflege und dem Zeitmanagement/ der Vereinbarung den Eltern helfen zu wollen und gleichzeitig im Beruf nicht ab-zu-fallen.

Ein Wirrwarr- in Politik und Organisation für die Zukunft einer bald überalterten Gesellschafft. Schiere Orientierungslosigkeit. Und zudem noch immer die Unterbezahlung im eigentlich wichtigsten Bereich: Der so wichtigen, gesellschaftlich-stützenden Pflegetätigkeiten für ein „würdevolles Altern“.

Wer dies alles „positiv“ empfindet, hat ganz schön wenig von Demographie gehört oder hat sich selbst (noch) nicht damit befassen müssen. Muss man aber – irgendwann.

Beispiel Arbeit und Arbeitslosenzahlen. Wer jetzt mit der Pauschal-Argumentation kommt:

„Die Wirtschaft boomt doch“ & die „Arbeitslosenzahlen waren nie so gering“ ….

… kräht gewissermaßen nur die „Beruhigungseffekte“ einer verschleierten Desinformation aus den Medien nach.

Denn Fakt ist: Die offiziellen Arbeitslosenzahlen erfassen mittlerweile nur noch einen klitze-kleinen Teil der „Unterbeschäftigten“- diese wurden einfach herausgerechnet :

„Im November 2016 lag die Zahl der offiziellen Arbeitslosen in Deutschland bei 2,5 Millionen – die Zahl der offiziellen „Unterbeschäftigten“ bei 3,5 Millionen Menschen.“ 

Das sind summa summarum immernoch 6 Millionen Menschen (!), die noch nicht richtig oder wirklich beschäftigt sind, weil sie Sozialleistungen benötigen. Flüchtlinge übrigens noch nicht mit-eingerechnet 😉

Schönreden und Schönfärben soll einfach nur Deutschlands Gemüter/die arme Schicht/die Mittelklasse beruhigen. Ist das die richtige Sprache? Verdummung? Für wie dumm hält man die Menschen eigentlich? 

Im Netz wie auf der Straße/im Umgang miteinander wird die Sprache und das Gefühl für Informationen/ Sprache/Schriften/ Texte bei vielen immer verrohter, verletzter, aggressiver – denn:

Wem soll man noch glauben bei all dieser Unsicherheit und manchmal auch einer Welt voll mit Desinformation? Und muss man sich dann nicht(!) nicht mehr wundern, wenn die orientierungslosen Menschen dann irgendwelche „inhaltslosen“, „aggressiven“ Parteien wählen aus schierem Protest? Oder gar einen Trump in den USA? (mal in andere Gesellschaften geschaut)

Die Alternativen fehlen! Menschen wehren sich. Mich wundert das NICHT!

Aber dieses Verhalten/diese Rück-Entwicklung ist auch auf viele weitere Faktoren zurückzuführen. Ich will mal einige herauspicken und mit Beispielen für Euch belegen:

  • Blättert mal Eure gängigen Tages- Zeitungen durch und macht Euch Euer Bild, wie viel negatives und wie viel positives darin steht. Die Schlagzeilen umfassen nämlich hauptsächlich nur die Negativ-Seiten; ein Aufreger-Artikel bringt halt mehr Aufmerksamkeit in allen Medien seit jeher. Und wenn sich ein Mensch hauptsächlich mit negativen Themen tagtäglich umgibt, wird dieser auch meistens negativ in vielen Betrachtungswinkeln.
  • Da steht dann beispielsweise etwas über Ex-Manager, die sich die Taschen exorbitant hoch und unrichtigerweise mit Boni vollstopfen – obwohl sie ein Unternehmen fast an die Wand gefahren haben (VW/Winterkorn mit 3000€ Rente-pro Tag!).  Das macht viele wütend. Schon jetzt ist doch klar, dass die meisten von uns niemals /eigentlich fast keiner mehr mit 3000 Euro Rente (im Monat!) rechnen darf. Untergebene Mitarbeiter im Gegensatz zu den Managern, die tatkräftig für die Erfolge anpacken und jeden Tag harte, körperliche Arbeit leisten – um am Ende dieses Ungleichgewicht in Bezahlung & Ansehen zu erfahren, sind zur Gewohnheit geworden. Eigentlich sind diese fast schon „normal“ und „wehrlos“ in der Opferrolle angekommen. Man findet sich einfach damit ab. Ganz nach dem Motto „Gegen DIE (da oben) kann man ja eh nichts tun. Aber warum eigentlich nicht?
  • Am besten schafft man es, sich in die Politik „zu retten“: Dort werden auch ohne Beanstandung immer mehr und vor allem höhere Diäten in die eigenen Taschen gewirtschaftet. Soll man dafür Beifall klatschen? Ist das ein faires, gesellschaftliches Miteinander? Warum zahlen Politiker nicht ein, kassieren aber fleißig? Mit Transparenz, Ehrlichkeit und Klarheit – fairen Strukturen, Respekt und Glaubwürdigkeit passt das nicht mehr in einen gesellschaftlichen Hut.
  • Noch etwas zu allen Generationen (alt wie jung) : Alle sind überlastet und überladen mit Eindrücken aus dem Netz – vor allem mobil, immer-während. Noch mehr filtern. Noch mehr Informationen. Pausenlos. Ruhelos. Noch besser, noch schneller, immer weiter, immer höher. Ohnehin schon total zugedröhnt/schier überfordert mit ständig neuen Technik- Herausforderungen muss man Schritt gehen lernen- auch das kostet Lebenszeit. Jedes Selfie auf Instagram kostet Zeit. Sollte man diese nicht (wenn nicht beruflich) für etwas besseres- seine Mitmenschen oder eine schönere Freizeit aufwenden? Irgendwann sollte dies wieder „bewußter“ werden. Sollte…Facebook/Instagram/WhatsApp/ Social Media versucht derweil die Massen zu binden, zu lenken. Ist der Bildungs-Standart bald vom Facebook-Filter-Algorithmus abhängig, statt von der Schule? We will see. Die ersten Krankheits/Konzentrations/Überforderungssymptome entstehen schon jetzt.
  • Beim Stichwort Rente mit dem genialen Vorschlag des „Bedingunslosen Grundeinkommens von 1000 Euro für alle“- sprich der gleichen Ausgabenhöhe des Staates für Sozialabgaben heute(Artikel hier dazu) wird plötzlich der Zeigefinger erhoben von den immer-hoch-bezahlten Wirtschaftswaisen/Polit-Vertretern a´la „Das geht aber nicht.“ Ähm bitte: Was geht daran eigentlich nicht? Hier das Aufklärungsvideo:

  • Die (meisten) Menschen wären im Endeffekt also sorgenfreier, würden trotzdem arbeiten gehen (Selbstverwirklichung) & könnten besser haushalten wie auch konsumieren – damit die Wirtschaft ankurbeln. Will man vom Staat her aber nicht – lieber weiterhin alles in den Topf Sozialausgaben mit reichhaltiger Über-Bürokratie pulvern & zudem auch noch (knapp 1.000.000 Flüchtlinge über Jahre!) damit durch finanzieren. Achja: Und die „schwarze Null“ halten. Wieder so ein mördermäßig-schlechtes Wort! Nein danke!

Als kleines Fazit: Die Gesellschaft baut jeden Tag Opfer auf. Im Job, in der Presse, im Leben und anderswo. Und weil Deutschland so schlecht organisiert ist in ihren vielen Behörden, ist es hier auch möglich 6x Leistungen bei Behörden zu kassieren (wie eben im Fall Amri soeben im TV kundgetan).

Eine Gesellschaft der Zurückgesetzten wird kreeirt. Jeden Tag. Überwacht zudem noch dazu. Konsumieren sollen wir- und am besten noch den Mund dabei halten. Immerwährende Steuererhöhungen hinterrücks abnicken. Die Politiker-Renten auch. Meine Altersarmut als junger Mensch ruhig auf mich zukommen lassen. Alles mit Scheuklappen durchwinken. Nein danke!

Und nein danke, ich will meine Sprache inmitten all dieser Verrohung nicht auch noch „leiden“ lassen. Es muss nicht auf jedem Business-Seminar englisch gesprochen werden. Ich will nicht „ermitteln“ was da gesagt wurde, wenn mir eine Vokabel fehlt. Ich will verstehen und lernen – und das im besten deutsch, um MEINE Sprache zu verfeinern.

Ich kenne wenige, die mit Ihrem Beruf komplett verbunden, verwirklicht und absolut im reinen sind. Eben weil soviel fehlt- vor allem das Geld, das Weiterkommen, die Sicherheit und vor allem die Freude daran. Jeder ist irgendwie am suchen und am hoffen.

Die wenigsten bauen etwas auf, sondern arbeiten stupide Ihren Tagesablauf ab – um später und (nur) auf Facebook dann loszuwettern oder um sich zu treten. Zumindest erscheint es mir so, wenn ich durch das Netz streife. In der Realität – auf den Straßen, in den Geschäften und Co. in NRW ergibt sich ein ähnliches (Trauerspiel-)-Bild, wenn man sich die (größtenteils) unzufriedenen Menschen mit hängenden Mundwinkeln so betrachtet.

Kitas sind Mangelware, oft teuer. Schulen und Straßen nicht saniert. Eltern packen oft selbst an, damit diese es schön und „zumutbar“ in diesen Lerneinrichtungen haben. Waren Kinder nicht einmal die Zukunft? Wir machen nur keine mehr, weil wir unsicher sind, diese auch finanzieren zu können! Vereinbarkeit Job und Kind wird sowieso mehr als Problem gesehen, denn als Bereicherung. Auch schade, ich will ein glückliches Kinderlächeln sehen. Diesem aber auch etwas bieten können. Wieder wird etwas positives negativ- merkt Ihr, wie automatisiert das bereits anerzogen ist?

Politiker, die viel versprechen – um am Ende alles zu revidieren spielen tagtäglich mit uns. Wer bitte mag das?

Viele fühlen sich im Leben schlichtweg vergessen, alleine, isoliert – haben eben nicht dieses scheinbar schillernde, so tolle Leben. Ihre Sprache verroht; dazu dieses miese Fernsehprogramm, welches nicht gerade auf Weiterbildung abzielt, sondern eher auf Konsum und oft Total-Verblödung. Geistreiches gibt es wirklich selten, was den Verstand und das eigene Denken anregt.

Und wie all das konsumieren, wenn die Gehälter immer mehr gedrückt und die Wertschätzung ebenfalls genauso ausfällt? Immer mehr Menschen sind privat verschuldet (mit wieviel tausend Euro im Schnitt?). Das wird- richtig: Schwierig! …

Wie wehrt man sich? Wut rauslassen auf einfachste Weise via Facebook. Im scheinbar rechtsfreien, virtuellen, Hater-Räumen. Und ich muss jeden Tag diesen Mist lesen.

Andere/oder die gleichen wählen einfach mal Politiker ohne oder gar ein rechtes Programm – als Zeichen dafür, dass man ihn/sie vergessen hat…

Aber ist DAS der richtige Weg? Ich wage auch das sehr stark zu bezweifeln. All der Hass und diese Kommentare im Netzwerk Facebook führen zu NICHTS- außer noch mehr Verunsicherung und Hass! Umdenken müssen wir ALLE & in der Realität etwas anpacken und T.U.N.!

Die meisten vertrauen dem geschriebenen, wie auch gesprochenem Wort aufgrund Ihrer eigenen Niederlagen und Nicht-Aufmerksamkeit kein bisschen mehr. Dabei stecken soviel Kraft, Antrieb, Ehrgeiz und der Wille/die Hoffnung auf eine bessere Welt darin. Traurig, traurig, dass genau DAS viele nicht mehr wahrnehmen. Aber gute, echte Worte und Taten sind noch da. Man muss sie nur selber wieder spüren.

Zeit das zu ändern, und wieder zu „spüren“- oder? Einen Wandel erzeugen. Gemeinsam. Oder wird die Gesellschaft 2017 weiter in genau diese falschen,difusen Richtungen- und damit auch unsere Sprache verrohen? Gibt es noch Hoffnung für Euch?

Ein bisschen Glaube ich noch an die Macht der Gemeinsamkeit, der Verantwortung, dem Miteinander. Wie steht es mit Euch?

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