Das Internet als Pranger nutzen. Das tun viele. Bisweilen kommt es sogar zur sogenannten Online- Lynchjustiz. Jene wurde gestern zum ersten Mal so richtig verurteilt- ein Zeichen und eine Warnung an alle, die das Internet als rechts-freien Raum betrachten: Das ist er nicht !

2 Wochen muss ein 18-jähriger nun „einfliegen“ laut gestrigen Jugendschöffen- Gerichtsurteil. Es ist das erste Urteil dieser Art & wie es aussieht, werden weitere wohl folgen in Zukunft. Es war der Mord an der Schülerin Lena in Emden,der den Aufruf zur Lychjustiz via Facebook im Kopf des 18-jährigen hervorbrachte. Er hatte diesbezüglich nämlich ganz klar eine ganze Horde aufgerufen (als ein Tatverdächtiger in U-Haft sass) mit den Worten :

„Aufstand! Alle zu den Bullen. Da stürmen wir. Lass uns das Schwein tothauen.“

Die Folge aus diesem Facebook-Aufruf: Dutzende Menschen versammelten sich vor der Emder-Polizeiwache & forderten die Herausgabe des damals 17-jährigen. Dass dieser im Endeffekt überhaupt nicht der Täter war – es fehlten bis dato auch eindeutige Beweise- war Ihnen allen egal.

Nach dem Urteil bereut der Facebook-Aufrufer die Sache natürlich zutiefst & …

wird sich jetzt wohl 3x überlegen, was er so an Hetze posted und produziert.

Da haben wir wieder einmal den Fakt, dass viele Menschen auf Facebook nicht nachdenken was sie so schreiben, tun & damit letztendlich anrichten für andere. Der Verdächtige kann aufgrund des Vorfalls & falschen Verdachts jedenfalls nicht mehr in seiner Heimatstadt Emden wohnen & leben. Ein ganzes Leben zerstört aufgrund von „Mutmaßung & Vor-Verurteilung.“ So gehts natürlich nicht.

Endlich bekommt ein Facebook-Poster einmal die Quittung für sein Handeln & hoffentlich bekommen dieses Urteil auch viele andere mit, die andere Menschen dort verleumden und die „Bühne Facebook“ für gehässtigte, rechtswidrige & unsoziale Meinungen mißbrauchen, die nicht richtig sind & jetzt auch (zum Glück) nicht mehr rechts-frei…

Foto: dpa