Mit Social Media hat diese Meldung vielleicht nicht viel zu tun. Aber wir fanden es so interessant und ungeheuerlich, dass wir es trotzdem in den Blog aufnehmen.

Die Universität von Montreal hat jetzt eine Droge entwickelt, die die negativen Gefühle unterdrückt, die an schmerzhafte Erinnerungen geknüpft sind und es dabei unmöglich macht, sie sich ins Gedächtnis zu rufen. Der Name des Mittels: Metyrapon.

Die Droge unterdrückt dabei das Stresshormon Cortisol, dass in den Erinnerungsprozess involviert ist. Geschieht dies zeitnah zur Entstehung neuer Erinnerungen, können die negativen Emotionen, die damit verbunden wären abgemildert werden.

„Die Ergebnisse zeigen […], dass wir die Erinnerung an ein negatives Ereignis langanhalten unterdrücken können” so Doktor Sonia Lupien, die Leiterin der Untersuchungen

An der Studie nahmen 23 Personen teil. Diese sollten eine Geschichte mit negativen und neutralen Elementen lesen. Drei Tage später gab man einer Gruppe eine einfache Dosis des Medikaments, einer weiteren eine doppelte Dosis und einer dritten Gruppe ein Placebo. Nun sollten sie sich an die Geschichte erinnern. Dabei hatte die Gruppe mit der doppelten Dosis, keinerlei Erinnerung an die negativen Elemente der Geschichte, während sie sich an die neutralen durchaus erinnern konnte. Als das Mittel nach vier Tagen abgebaut war, kehrten die Erinnerungen zurück.

Die Forscher hoffen, den Effekt unter Anderem zur Behandlung von post-traumatischen Belastungsstörungen nutzen zu können.

Fazit: Auch wenn die positiven Wirkungen einer solchen Behandlung nicht von der Hand zu weisen sind, will bei mir das Schlagwort „Gehirnwäsche“ einfach nicht aus dem Kopf verschwinden. (Vielleicht könnte mir das Mittel ja dabei helfen). Es kann einfach nicht gut sein, sich selbst seiner (negativen) Erinnerungen zu berauben und damit letztlich jede Möglichkeit zur Aufarbeitung und vor allem ein gutes Stück der eigenen Persönlichkeit zu verlieren. Man denke nur daran, wie die Welt Heute aussehen würde wenn sich die Menschen vergangener Zeiten Schmerz, Liebeskummer, Ablehnungen, Melancholie, Wut und andere Erinnerungen und Emotionen weggedrogt hätten. Von Poesie, Kunst, Musik, Literatur, Malerei oder Philosophie wäre nicht mehr viel übrig gewesen, denn viele große Werke der Menschheit entsprangen aus der Verarbeitung negativer Erlebnisse. Es gibt aber durchaus Menschen, die in einem Zustand ohne negative Emotionen (und emotionalen Tiefgang) leben: Die Menschen aus Aldous Huxleys Dystopie „Schöne neue Welt“.

Quelle:
Myweathertech.com