Wir haben uns am Freitag, den 14.10 zum Halbfinale des NRW Slam 2016 im Kulturcafe Bochum eingefunden – um mal ganz andere Freizeit zu erleben. Und was soll ich sagen: Wir waren mehr als überrascht! So ein Poetry Slam ist sehr sehens- und erlebenswert: Es gibt ordentlich was auf die Ohren – aber poetisch mit Worten & ganz ohne Musik!

Soeben battlen sich übrigens die Sieger aller Vorrunden im Bochumer Schauspielhaus seit 20 Uhr im Finale.

Wir haben uns für das Freizeitcafe schon mal ein Interview mit dem Halbfinal-Gewinner Christofer mit F gesichert – folgt bald hier für Euch liebe Leser 😉 

Das hier waren übrigens die Teilnehmer im Kulturcafe Bochum beim NRW Slam 2016 :

  • Steffi Lein (Slamrath, Düsseldorf),
  • Jan Schmidt (Katze-Slam-Hagen),
  • John Mandrake (Cup der guten Worte, Detmold),
  • tba (Kult-Slam, Paderborn),
  • Theresa Hahl (Club der lebenden Dichter, Bochum),
  • Johannes Floehr (WestStadtStory, Essen),
  • Tristan Kunkel (Siegener Poetry Slam),
  • Tobias Engbring (Slam GT, Gütersloh),
  • Christofer Mit F (NRW-Slam-2015),
  • Felicitas Friedrich (Heldenbar Slam, Essen)

Was ist der NRW Slam eigentlich? Ich selbst wusste es vorher nicht so genau…

Zitieren wir mal von der NRW Slam 2016 Seite selbst- da ist das sehr gut erklärt worden (auch mit dem geschichtlichen Hintergrund)…

Poetry Slam gilt als „moderner Dichterwettstreit“, bei dem Poeten und Poetinnen mit selbstgeschriebenen Texten gegeneinander antreten. Jener wurde in den 1980er-Jahren in Chicago erfunden und fand Mitte der 90er-Jahre seinen Weg nach Deutschland.

Seit 1994 gibt es auch regionale, nationale und internationale Meisterschaften, bei welchen der oder die beste Bühnenpoet/in gekürt wird.

So richtet auch die Nordrhein-Westfälische Szene einmal im Jahr eine Meisterschaft aus, um ihre/n Landesmeister/in zu küren.
Das jeweils dreitägige Festival wird jährlich in einer anderen Stadt ausgetragen und von den jeweils ortsansässigen Veranstaltern organisiert.

2016 wird der NRW-Slam in Bochum stattfinden. Das hat die Veranstaltergemeinschaft beim NRW-Slam 2014 in Mönchengladbach gemeinschaftlich entschieden.

Vom 13. bis 15. Oktober werden 39 Vertreter/innen aus dem gesamten Bundesland in Bochum zusammenkommen, um gegeneinander anzutreten.

Tausende Besucherinnen und Besucher werden in den vier Vorrunden im RIFF, dem Kulturcafé der Ruhr-Universität und beim großen Finale im Bochumer Schauspielhaus Zeuge lebendiger Literatur und am Ende selbst bestimmen, wer den Titel des/r NRW-Slam-Siegers/in gewinnt:

Denn beim Slam entscheidet das Publikum über Gewinn und Niederlage.

Und wie war es so im Kultur-Cafe Bochum, direkt an der Bochumer Uni?

Ein kleiner Saal- aber Ur-gemütlich! Vorher ein paar Burger gegessen auf dem Campus bei Burger Brothers – und dann rein ins „Kultur-Geschehen“; ganz nach dem Motto: Mal etwas anderes erleben & raus aus dem Alltag.

Aus dem Publikum wurde vor der Show nach dem Zufallsprinzip eine Jury ermittelt, die dann Schilder mit Punkt-Wertungen nach jedem Auftritt hoch- halten sollten. Um auszuschließen, dass Freunde und Family des/der Auftretenden teilnehmen mit zu hohen Punkte-Wertungen, wurde immer die höchste, wie auch die niedrigste Wertung gestrichen.

Worte sind eine mächtige Waffe und die Protagonisten dort, konnten diese alle irgendwie einsetzen

Die einen besser, die anderen schlechter. Toll empfanden wir diejenigen, die Ihre „5 Minuten“ (das war die Zeitvorgabe, in der man das Publikum überzeugen sollte) vollkommen auskosteten – sprich: komplett auswendig Ihre sehr inhaltsvollen wie tiefgängigen Texte vortrugen.

Besonders hervor tat sich da Felicitas Friedrich, die uns regelrechte Gänsehaut bescherte. Jan Schmidt überzeugte auf der eher humoristischen Schiene und Tobias Engbring mit einem Ausflug in die Sprachenwelt und dass wir im Grunde alle gleich sind. Ich denke, dass jeder Zuschauen sich „etwas“ nach Hause mit-nehmen konnte für sich.

Der strahlende Sieger des Abends aber- Christofer mit F- brachte es eigentlich auf den Punkt:

„Der Lehrer beendet die Stunde“

…er war an diesem Abend einfach der Beste, in Höchstform – und unschlagbar mit seinen fast schon Battle-Rap ähnlichen Wortketten 🙂

Unser Fazit: Unbedingt mal an einem Poetry Slam teilnehmen als Zuschauer teilnehmen! Das ist eine tolle, mal andere, aber sehr bereichernde Sache für seine Freizeit, bei der man immer ein wenig „Poesie“ mit nach Hause nimmt!

Update soeben aus dem Schauspielhaus (nach 23 Uhr) vor viel größerer Kulisse:

nrwslam-2016-final-siegerin-henrike-klehr

Was für eine Show! Wir gratulieren Henrike Klehr zum verdienten Sieg. Und Tom Schildhauer zum Vizetitel. Das war ein unglaubliches Festival, danke an alle, die dabei waren, mitgemacht haben, geholfen haben, zugeschaut haben – ihr wart die Bugwelle auf dieser Kreuzfahrt in die Niceness!