Mit dem Bloggen ist es immer so eine Sache. Die meisten von uns Bloggern stellen eine Menge geistiges Eigentum jeden Tag ins Netz. Kostenlos für unsere Leser! Wir verknüpfen, recherchieren, filtern Informationen aus. Nur das beste- möglichst lesenswert für die spezielle Zielgruppe des Blogs. Dabei schaut man- ganz selbstverständlich – auch nach links, rechts & in andere Blogs & Themenseiten, um sich noch mehr „Input“ zu holen.

Auch bei mir gibt es da einen Ehrencodex: Niemals abschreiben (!), aber „mal zitieren“ dürfen( natürlich mit Nennung des Urhebers & nach außen kenntlich gemacht im Rahmen meines selbstständigen Werkes). Das hat  nicht nur was mit dem „Unique Content“ zu tun & dass google komplett-ähnliche & kopierte Texte im Internet abstrafen würde, sondern mit eigenständiger Leistung- bei der man doch gerne mal Profis zitiert & sich trotzdem darüber hinaus immer seine eigene Meinung bildet. So far.

Dennoch bin auch ich schonmal dem Willen einer Rechtsanwältin aufgesessen: Sie wollte einfach nicht zitiert werden, obwohl der Text sie als Expertin im positiven Lichte zeigte. Prompt erreichte mich 2 Stunden nach Veröffentlichung des Textes eine Amahnung mit folgendem Inhalt:

„kostenpflichtige Abmahnung nebst von Ihnen zu unterzeichnender strafbewehrter Unterlassungserklärung sowie eine Schadensersatzforderung von 1000 Euro“

Bei solchen Nachrichten ist man als Blogger erstmal geplättet & man fragt sich: „Was habe ich bitte falsch gemacht?“

Darüber hinaus wollte jene Person nicht nur Ihr Zitat und die Quellen/Uhrheberrechtsangabe entfernt haben(was natürlich problemlos möglich gewesen wäre- weil Ihr Zitat eben halt NICHT die Basis des ganzen Textes bildete)- sondern das ganze Posting aus dem Internet gelöscht haben…

Da ich natürlich kein Interesse an einem unnötigen Rechtsstreit hatte, folgte ich diesem abstrusen Wunsch. Die 1 Stunde Artikelarbeit waren demnach leider für die Katz- mein sonstiges, eigenes(!) geistiges Eigentum lag im Papierkorb. Natürlich hatte ich es bei Ihr mit meiner Gegendarstellung versucht- statt Einsicht aber kam eine 12-Stunden Forderung zur Entfernung gepaart mit weiteren rechtlichen Schritten als nette E-Mail zurück. Nun denn, raus damit um am Ende die 1000 Euro dann doch nicht be- zahlen zu müssen …

Jetzt aber ist ein neues Gesetz im Ansturm, welches den Rücken der Blogger stärken könnte:

Am gestrigen Mittwoch nämlich hat das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage (LSR) verabschiedet. Klar- jener muss jetzt noch wie gewohnt durch den Bundestag & Bundesrat debattiert & gepusht werden, aber er ist schonmal in Sicht!

Blogger, Verbände, Vereine, Anwaltskanzleien und sonstige ehrenamtliche & private oder gewerbliche Nutzer sollen demnach auch künftig nichts (!) zahlen müssen, wenn sie auf ihren Homepages und in Blogs journalistische Texte benutzen, sie länglich zitieren oder auf sie verweisen.

Das wäre ja nur gerecht. Er sieht jedenfalls vor, dass Lizenzgebühren nur „die Anbieter von Suchmaschinen“ zahlen sowie die Anbieter von ähnlichen Diensten im Netz, „die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten“. Die Verlinkung und die „Nutzung im Rahmen der Zitierfreiheit“ bliebe auch für Suchmaschinen in Zukunft kostenlos (Süddeutsche Zeitung).

Im Vorfeld war schonmal ein ganz anderer Gesetzentwurf herausgebracht worden- durch den vor allem Privatblogger, die lediglich ein paar Artikel zitiert & verlinkt hatten- ordentlich abkassiert werden sollten. Dagegegen war aber zum Glück im Netz ordentlich Sturm gelaufen worden- bis uns jetzt eben erstgenannter Entwurf etwas mehr Glück bescheren soll!

Hoffentlich kommt er auch durch!

Aber nicht nur dubiose „Abmahner“ wollten das Leben von Bloggern erschweren: Auch die Presseverleger! Sie wehren sich bereits seit Jahren gegen die- wie heisst es so schön “ unentgeltliche Ausnutzung ihrer Angebote im Internet.“ Unsere schwarz/gelbe Regierung versucht natürlich eine Stärkung der Presseverleger mit einem „Leistungsschutzrecht für Presse & Verlage“ zu erwirken- was dabei jedoch nicht bedacht wird:

Nur 10,6 % / 7,5 % (richtig gefiltert) in der Google-Suche sind Verlagsinhalte! 

Ein Fakt, den ich mit Bildquelle & einer wirklich tollen Studie zum Leistungsschutzrecht von Presseverlegern & Google belegen kann …

& womit wir zum Fazit kommen:

Schlüsselwort Respekt. Respekt vor der Schreib-Leistung anderer. Geistiges Eigentum, was freiwillig bereitgestellt- aber natürlich nicht ausgenutzt werden sollte, so dass andere garkeine Arbeit mehr haben! Sowas wäre doch wünschenswert, oder?

Google verdient natürlich den überwältigenden Großteil seines Geldes in Deutschland ohne die Mithilfe deutscher Presseverleger- soviel ist laut der Studie eindeutig klar! Demnach sollten sich diese auch nicht so wichtig machen, so ein Wind machen & sich über Blogger und Co. stellen, die wirklich ordentlich mit Quellen, Verweisen, Links & Nennung von Urhebern arbeiten! Klar- es gibt auch einige schwarze Blogger-Schafe, die das ganze mit den Quellen, Zitieren & urheberrechtlichen Dingen niemals kapieren wollen & einfach ganze Texte drauflos-kopieren. Aber genau die sind es doch, die von Google abgestraft werden & deshalb nicht mehr auf den ersten Seiten zu finden sind. Genau das sollte man den ganzen millionenschweren Presseverlagen einmal sagen : Jene schwarzen Schafe sind keine Gefahr für Euch!

Gefahr droht Abmahnern, Abzockern & den geldgierigen Verlegern – wenn den Bloggern nichts mehr passieren kann! Denn dann bekommen Abmahner & Co. keine Gelder mehr von uns Bloggern & müssen sich andere Dinge und Opfer aussuchen! Wir Blogger wären endlich frei & könnten schreiben ohne Ängste- wenn man ehrlich & mit Respekt vor anderen Werken seine Arbeit macht.

Ich bin Pro Blogs, Pro (vernünftig-geregeltes) Urheberrecht & auch freiem, entgeldlosen geistigem Eigentum für alle die tolle Arbeit leisten & dies freiwillig zur Verfügung stellen! Der Mix machts- nicht die Abmahnwelle! Was ist mit Euch?