U-Bahn, Feierabendverkehr. Der Yuppie gegenüber postet auf seinem Smartphone irgendeinen völlig belanglosen Tweet. Die beiden Teenies, die ebenfalls im Abteil sitzen, lassen sich lautstark über ihre Pinnwand-Aktivitäten auf Facebook aus. Es ist Alltag. Die sozialen Netzwerke gehören längst dazu. Genauso wie Unter- haltungen über das Wetter und die Ergebnisse des letzten Bundesligaspieltags.  Allerdings wissen die wenigsten, wie sehr unser Leben wirklich von Social Media durchdrungen ist.


Du bist Facebook

Eines von fünf  Pärchen lernt sich online kennen. Beim homosexuellen Pendant sind es sogar drei von fünf. Zusätzlich wird Facebook für eine von fünf Scheidungen verantwortlich gemacht. Klingt irgendwie abgedreht, ist aber nur die Spitze des Eisbergs. 69 Prozent aller Facebook-Eltern sind mit ihren Kindern „befreundet“. In Ägypten wurden mittlerweile sogar Kinder auf den Namen „Facebook“ getauft. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Mitglieder von Facebook mittlerweile das drittgrößte Land der Erde bilden würden.

Das ist voll Porno

Jahrelang war die Pornographie die unangefochtene Nummer 1 im Web. Mittlerweile scheint den Leuten der soziale Kontakt im Internet wichtiger zu sein, als die sexuelle Befriedigung. Kein Wunder. Allein Facebook hat innerhalb eines Jahres 250 Millionen neue Nutzer dazugewinnen können. Weltweit sind 750 Millionen Menschen Mitglied, allein in Deutschland 19 Millionen – fast jeder Vierte. Und man bedenke: Das sind nur Facebook-Nutzerzahlen. Zu Social Media zählen auch noch: Twitter, Youtube, Wikipedia, Xing und und und.
Fast logisch, dass Pornoseiten wie Pornhub die Idee der sozialen Netzwerken übernommen haben. Nur heißt es da eben Fuckbook. Und im Chatfenster schreibt dich keine reale Person an, sondern eine Frau namens Jasmin, deren deutsch eher so klingt wie der Google Englisch-Übersetzer. Da macht es doch im echten Leben mehr Spaß.


„Socialnomics“

Der Begriff „Socialnomics“ wurde von Erik Qualman geprägt und ist in der letzten Zeit immer relevanter geworden. Denn auch die Wirtschaft ist nicht doof und nutzt die Beliebtheit von Social Media für ihre Zwecke. Mittlerweile benutzen 93 Prozent der Vermarkter weltweit soziale Netzwerke. Ein kleines Beispiel: Den Launch des neuen Ford Explorers auf Facebook sahen mehr Leute als eine Werbung beim so werbebeliebten Superbowl.

Wie die Welt der sozialen Netzwerke in der Zukunft aussieht, vermag noch keiner vorherzusehen. Niemand weiß, wie lange der Aufstieg von Facebook und Co noch anhält. Mit Google+ tritt außerdem noch ein neuer starker Player aufs Parkett. Eins sollte aber allen klar sein: Die Social-Media-Blase wird irgendwann platzen. Man darf gespannt sein, wer dann als erster die Rolle des Ikarus einnimmt, zu nah an die Sonne fliegt und abstürzt.

Weiterführender Artikel auf yahoo dazu :

„The Internet was made for Porn“ lautet ein geflügelter Ausdruck im Web. Er soll die unangefochtene Dominanz pornografischer Internetseiten ausdrücken. Dieses ungeschriebene Gesetz scheint gebrochen. „Socialnomics“ hat herausgefunden, dass Facebook und Co. mittlerweile eine höhere Nutzungsdauer aufweisen als alle Schmuddelseiten zusammen. Der Siegeszug sozialer Netzwerke scheint kaum noch aufzuhalten zu sein. Sie haben sogar bei Scheidungen ein gehöriges Wörtchen mitzureden.
 
Bereits zum dritten Mal verrät die Video-Reihe „Social Media Revolution“ spannende Zahlen und Fakten rund um die Veränderung der realen Welt durch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing und Co. Dabei schafft es Eric Qualman von „Socialnomics“ immer wieder seine eigentlich trockenen Studien mit passenden Vergleichen humorvoll aufzubereiten und den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Oder wussten Sie, dass es in der echten Welt 1,5 Millionen Farmer gibt, während im Facebook-Spiel „Farmville“ 80 Millionen ihren Acker pflügen? Oder dass es mittlerweile mehr virtuelle als reale Studenten gibt?

Allein Facebook ist mittlerweile so groß, dass es, würde man alle Nutzer zusammenfassen, das drittgrößte Land der Welt wäre. Lady Gaga, Justin Bieber und Britney Spears haben auf Facebook über 30 Millionen Fans. Das sind mehr als Schweden, Australien, Griechenland, Israel, Chile und Nordkorea zusammen Einwohner besitzen. Soziale Netzwerke haben auch unser Dating-Verhalten grundlegend geändert. So lernt sich bereits jedes fünfte Pärchen online kennen. Unter homosexuellen Paaren sind es deutlich mehr als die Hälfte.

Doch nicht nur beim Kennenlernen, auch beim Trennen spielen Facebook und Konsorten eine immer wichtigere Rolle. So sollen etwa 20 Prozent aller Scheidungen auf Facebook-Flirts zurückzuführen sein. Auch spannend: zwei von drei Eltern sind auf Facebook mit ihren Kindern befreundet. Gut möglich, dass die Eltern gerne aus erster Hand erfahren möchten, was ihre Sprösslinge abseits des Elternhauses so alles treiben.

Auch Wikipedia zählt zu den sozialen Netzwerken und bietet die wohl größte Wissenssammlung der Welt. In ein Buch gepresst würde ein Lexikon mit 2.250.000 Seiten enstehen. Um sich durch solch eine Menge zu wälzen bräuchte ein Mensch, der im Schnitt 50 Seiten pro Tag liest, ganze 123 Jahre. Auch Youtube glänzt mit kaum vorstellbaren Superlativen. So werden dort jede Minute ganze 24 Stunden Video hochgeladen. Allein 37 Millionen Menschen sahen den DarthVader-TV-Spot von VW auf Youtube. Der kleine Hauptdarsteller des Spots hat übrigens nie Star Wars gesehen…

Außerdem wird verraten, welches die am schnellsten wachsenden Unternehmen aller Zeiten sind (z.B. Groupon),  in welchem Land Kinder auf den Namen Facebook getauft werden (Ägypten), welches Netzwerk jede Sekunde ein neues Mitglied erhält (Linkedin) und dass Google lediglich die zweitgrößte Suchmaschine der Welt ist (nach Youtube).

Quellen : yahoo.de &   ZEITjUNG