Nicht nur, weil gerade die Weihnachtseinkäufe anstehen, sollte man die Gelegenheit nutzen, sein eigenes Einkaufsverhalten zu überdenken. In Zeiten von Amazon, Zalando und anderen Verkaufsplattformen meint man, nur noch wenige Käufer mit der PrämisseSupport your local dealer (zu Deutsch: Unterstütze deinen lokalen Händler) antreffen zu können. Doch anstatt Meldungen zum Aussterben der Innenstädte und zum Triumph des Online-Handels gab es in den letzten Tagen Erfreuliches für Lokalpatrioten zu lesen.

Der regionale Handel wird keineswegs vom E-Commerce in die Knie gezwungen. Im Gegenteil: Er profitiert vom Online-Geschäft…

Eines ist aber klar: Der stationäre Handel kommt am Thema Online nicht mehr vorbei. Viele lokale Unternehmen setzen schon jetzt auf den zusätzlichen Kanal, um ihre Produkte im Internet zu vertreiben. Dank einfacher Shopsysteme von Anbietern wie 1&1 ist das mittlerweile kein Hexenwerk mehr und auch ohne ausschweifende Programmierkenntnisse realisierbar.

Multichannel wird zum Alltag – und den Käufer freut’s

Doch nicht nur die Präsenz der lokalen Händler im Netz ist Folge dieser Entwicklung. Auch andersherum werden die Innenstädte wieder belebter, die Geschäfte größer und die Ausstattung moderner und multimedial erfahrbar. Die zwei Entwicklungen in der Übersicht:

  • Online goes Offline:

Auch für E-Commerce-Größen und Pure-Online-Player steht Cross-Channelling mittlerweile an der Tagesordnung. Viele Online-Händler suchen bewusst den Weg aus dem World Wide Web in die Fußgängerzone. Ein Beispiel ist der Online-Händler mymuesli , der schon 2009 den ersten Shop in Passau eröffnete. Mittlerweile hat das Unternehmen mit seiner Ladenkette, die mittlerweile über 30 Filialen umfasst, die perfekte Ergänzung zum Online-Business geschaffen. Schon jetzt ist jeder zweite der 1.000 größten Onlineshops im stationären Handel vertreten – Tendenz steigend. Die Intention ist die Schaffung eines fließenden Übergangs zwischen den verschiedenen Kanälen. Dem stationären Handel nacheifernd, möchte man nicht nur online greifbar sein, sondern ein Rundum-Einkaufserlebnis bieten können. Gekoppelt werden diese Bemühungen mit neuen Konzepten. So kann man in Click-and-Collect“-Läden die Ware online vorbestellen und sie dort anschließend abholen. Bei sogenannten „Instore-Order-and-Return“-Modellen sieht sich der Kunde vor Ort das Produkt an, bestellt jedoch online und lässt es sich nach Hause liefern.

  • Der stationäre Handel rüstet auf:

Ob Elektronik, Schuhe oder Bücher: Der Markt ist hart umkämpft. Und natürlich will der stationäre Handel nicht auf der Strecke bleiben. Neben der Etablierung einer Multichannel-Strategie mithilfe eines angeknüpften Online-Shops hat das vor allem eine Konsequenz: Die Ladengeschäfte werden aufgefrischt und aufgerüstet. Den großen Vorteil des stationären Handels, nämlich den Einkauf als Erlebnis zu bieten, baut man damit aus. Die Geschäfte werden größer, moderner und käuferfreundlicher. Diese These bestätigen die Ergebnisse einer unter Handels- und Landbauunternehmen durchgeführten Studie des EHI Retail Instituts. Demnach wollen sich über 80 Prozent der Händler mit einem ausgefalleneren Ladenkonzept gegenüber der Online-Konkurrenz besser positionieren.