Ein geübter Griff in eine unbewachte Tasche, und schon ist das Portemonnaie samt Bargeld, Ausweis, Bank- und Kreditkarte weg – ein absolutes Horrorszenario! Dann muss nicht nur der Ausweis neu beantragt werden, sondern unmittelbar nach Feststellen des Diebstahls sind auch alle Karten zu sperren, bevor es zu spät ist. Nicht weniger schlimm ist es allerdings, wenn die eigene Bank technische Sicherheitslücken aufweist und Hacker dadurch leicht auf fremde Konten zugreifen können. Für viele Bankkunden ist Sicherheit deshalb ein wichtiger Grund dafür, dass sie ihr Girokonto bei einer bestimmten Bank eröffnen.

Sicherheit für das eigene Vermögen geht vor

Kontoauszüge einsehen, Überweisungen tätigen und Daueraufträge erteilen – heutzutage geht das alles bequem über das Onlinebanking. Wer auf diesem Wege seine Bankgeschäfte erledigt, muss sich allerdings darauf verlassen können, dass die Sicherheit seitens der Bank gewährleistet ist. Und das steht bei den deutschen Bankkunden auch an erster Stelle. Einer Studie der britischen Großbank HSBC zufolge wäre für knapp die Hälfte der Kunden eine große Sicherheitslücke bei ihrem Kreditinstitut ein Grund, zu einer anderen Bank zu wechseln. Vor einem Hackerangriff fürchten sich fast ebenso viele deutsche Bankkunden – sogar noch mehr als vor einem Hauseinbruch.

Auch niedrige Kontogebühren sind Motiv zum Wechsel

Es gibt aber auch andere gute Gründe, die Bank zu wechseln. Wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov zeigt, sind niedrige Gebühren mehr als verlockend für die Kunden. Und das umso mehr, wenn es statt Kontoführungsgebühren eine kostenlose Kreditkarte dazu gibt – so wie bei der Norisbank beispielsweise. Für jeden zehnten Bankkunden war das im vergangenen Jahr Grund genug, seiner bisherigen Bank untreu zu werden. Weitere acht Prozent planen in den nächsten 12 Monaten einen Bankenwechsel oder die Neueröffnung eines Girokontos und sechzehn Prozent denken zumindest darüber nach.

Online-Banking muss sein – trotz Angst vor Sicherheitslücken

Dabei ist es keineswegs so, dass nur die Bankkunden wechselbereit wären, die besonders auf ihr Geld achten müssen. Der Anteil derjenigen, die ihre Bank bereits gewechselt haben, sei laut YouGov in allen Vermögens- und Einkommensschichten beinahe gleich. Abstriche bei der Sicherheit zu machen, nur um niedrige oder gar keine Kontoführungsgebühren zahlen zu müssen? Darauf würde sich dann aber vermutlich doch kaum ein Bankkunde einlassen. Die Angst vor Sicherheitslücken ist bei den deutschen Verbrauchern zwar groß, Onlinebanking wird aber dennoch von fast jedem zweiten Bankkunden genutzt, so das Statistische Bundesamt. Sie vertrauen auf die Technologie ihrer Hausbank, die auf dem aktuellsten Stand sein soll.

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