Der deutsche Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich hat am Donnerstag das nationale Cyber-Abwehrzentrum, eine Koordinationsstelle für den Schutz kritischer Infrastrukturen, offiziell eröffnet. Gemeinsam mit den Präsidenten der beteiligten Behörden stellte Friedrich in Bonn die Aufgaben des Cyber-Abwehrzentrums der Presse vor.

Einer der besten Hacker-Krimis geht so: Ein Hacker hackt ein ganzes Hacker-Syndikat, ohne dass es die Hacker zunächst merken – gleichzeitig muss er sich aber auch noch mit dem FBI herumhacken. Das Leben ist ein Hack. Das Schöne an diesem Krimi des amerikanischen Hackers Kevin Poulsen ist, dass er gehackt ist. Es ist die Wirklichkeit. Poulsen begann seine Karriere damit, Pfeiftöne so durchs Telefon zu jagen, dass er kostenlos telefonieren konnte. Das war vor dreißig Jahren.

Es wurde also Zeit, dass Deutschland in Bonn ein „Cyber-Abwehrzentrum“ aufbaut.

Doch warum beschleicht einen angesichts obiger Geschichte das Gefühl, dass Politik und Sicherheitsbehörden in dem Moment im Cyberspace angekommen sind, in dem sich die Verbrecher im Internet schon längst wieder in unbekannte Flugobjekte verwandelt haben? Nicht nur die Zahl der täglichen Angriffe auf alle möglichen und unmöglichen Ziele, die zu Horrorvisionen Anlass geben, spricht dafür. Auch Stuxnet steckt noch allen in den Knochen – der mutmaßlich staatlich organisierte Hacksprung von Netz zu Netz, von dem alle Nicht-Hacker dachten, dass er nicht zu schaffen sei. Aber Hacker wären nicht Hacker, wenn sie nicht das Unmögliche schafften.

Das Abwehrzentrum trägt das Dilemma sozusagen im Titel

Das Unmögliche mit den Mitteln des Möglichen zu stoppen oder wenigstens einzuhegen, ist für die Politik im Rechtsstaat nicht leicht. Hacker sind Anarchisten, Demokraten nicht. Das Abwehrzentrum trägt das Dilemma sozusagen im Titel. Von Abwehr kann eigentlich nicht die Rede sein. Und was ist ein „Zentrum“? Es ist eine Informationsbörse oder wird als solche dargestellt, weil es nicht eine Behörde sein soll. Hier sitzen Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst, Bundeswehr, Bundeskriminalamt, Zoll, Katastrophenschutz und andere Institutionen zusammen, um Informationen auszutauschen – jeweils mit der verfassungsrechtlich gebotenen Vorgabe, sich nicht gegenseitig hacken zu dürfen.

Auf diese Weise hat die Bundesregierung eine Beteiligung des Parlaments am Aufbau des Zentrums abgewehrt. Ähnlich arbeitet das „Gemeinsame Internetzentrum“ zur Terrorabwehr. Um mutmaßliche Verbrecher im Internet aber schneller oder überhaupt aufspüren zu können, müssen solche Zentren mehr sein als die Summe ihrer Teile. Ein Mann wie Kevin Poulsen kann sonst darüber nur lächeln.

Wir sagen : Die „Suche“ nach unbekannten Flugobjekten geht weiter – nun mit Zentrale und 10 Mann Betrieb: drei Behörden stellen gemeinsam die zehn festen Mitarbeiter des Cyber-Abwehrzentrums. Alles in Achtung um unseren Rechtsstaat. Schön und gut- nur: Die Hackerszene ist um Lichtjahre weiter! Ganze Seiten wie zuletzt isharegossip werden von einem kleinen Stoß-Trupp gekapert; sogar die vermeintlich gut gesicherten Systeme von Promis werden angezapt, Musik und Nacktbilder entzogen. Rechtlich nicht immer sauber – mit wohlverdienten Strafen nach sich ziehend; andererseits aber auch innovativ, mit einer Intention dahinter und vor allem mit Ambitionen und Motivation gestartete Aktionen. Jene Eigenschaften fehlen dem Zentrum : Sie sind im Konstrukt Rechtsstaat gefangen und können nur „reagieren“ auf das, was da in Zukunft kommen möge-bestenfalls zusehen.

Die Befürworter im Fall isharegossip sind in der Überzahl – die Hacker finden sogar Gesellschaftliche Anerkennung.Wir werden sehen, ob das nationale Cyber- Abwehrzentrum diese auch erhält…

Quellen :

faz.net

gulli.com