Im Berliner Museum für Kommunikation gab es kürzliche eine angeregte Podiumsdiskussion zwischen Datenschützern und der sogenannten „datenschutzkritischen Spackeria“. Auch wenn letzteres eher wie eine Beleidigung klingen mag, so ist dies inzwischen die Selbstbezeichnung einer Gruppe von Post-Privacy Theoretikern. Geleitet wurde die zündstoffreiche Diskussion vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar.

Die Grundthese der Datenschutzkritiker: Datenschutz ist „sowas von Eighties“ und damit ein klares Relikt der Vergangenheit. Dabei postulieren sie einen „Kontrollverlust“ der Information, der nur dann gefährlich werden würde, wenn diese Informationen gegen jemanden verwendet werden darf. Das Wissen allein – so die Annahme – stellt noch kein Problem dar. Da sie auch davon ausgehen, dass die „Schutzmaßnahmen“ gegen die Anhäufung von Informationen nicht ewig halten werden, halten sie es für nötig möglichst früh mit der Preisgabe der Privatsphäre zu experimentieren, denn: „Wenn alle nackt sind, ist Nacktheit kein Skandal mehr“.

Die Datenschützer hingegen betonten, dass es keinen Gegensatz zwischen dem Datenschutz und einer toleranten und offenen Gesellschaft gebe. Sowohl den Staat auch die Unternehmen, sahen sie nach wie vor in der Pflicht, sich im Bereich Datenschutz zu engagieren. Hierbei geriet auch die Politik in die Kritik. Zum einen für ein veraltetes und zu komplexes Datenschutzrecht und zum anderen dafür, dass sie sich lieber demonstrativ aus Facebook & co. zurückziehe, als sich mit der Problematik auseinanderzusetzen und beispielsweise das „Safe-Harbour-Abkommen“ mit den USA auf den Prüfstand zu stellen, durch das sich der Konzern dem deutschen Datenschutz entziehen kann.

Einig war man sich am Ende vor allem bei der Bestandsaufnahme: Einen Kontrollverlust gibt es – Die Frage blieb allein, wie man damit umgehen soll.

Was meint ihr dazu? Ist Datenschutz etwas für nostalgische Dinosaurier, oder nach wie vor ein wichtiges Thema?