Als ich damals kurz vor den Abschlussprüfungen so bei meinen Mitstudenten umherschaute, sah ich hauptsächlich den Mainstream. Ich kann und will die anderen Diplomarbeiten hier nicht abwerten- vom Inhalt kann ich ohnehin nichts bewerten weil ich die meisten nie gelesen habe; aber die Optik war bei den meisten tatsächlich Mainstream. Es war das Mindest-Kriterium was die meisten erfüllten: Eine simple Ringbucheinlage mit Deckblatt. Für mich war das damals irgendwie zu simpel. Man schreibt nur einmal im Leben so eine Diplomarbeit- allein schon deshalb wollte ich auch bei der Optik etwas ganz besonderes…

Ich ging in ein gutes Schreibwaren-Fachgeschäft und liess mir für die knapp 100 Seiten ein richtiges Harcover-Buch-Einband anfertigen plus Lasergravur. Es musste sich zudem gut anfassen lassen- Haptik war mir immer schon wichtig. Da sprach wohl einfach der gelernte Buchhändler aus mir. Und selbstredend musste das ganze dann natürlich auch noch in einem klassischen, zeitlosen blau daherkommen.

Klar, dass dies (besonders bei 3 Exemplaren) ins Geld ging & der Betrag 3-stellig wurde. Aber noch heute weiss ich diesen Aufwand zu schätzen, wenn mich „meine Arbeit“ aus der Vitrine heraus anlacht. Hätte ich natürlich gewusst, dass es noch weit mehr Veredlungsformen bei wolf-manufaktur aufzuspüren gab, wäre meine Wahl wohl nicht auf das Schreibwaren-Fachgeschäft gefallen, sondern eher auf letzteres. Aber so ist das halt im Leben: Man muss sich gut informieren & weitab vom Mainstream wandern, um heutzutage überhaupt noch Menschen mit Einzigartigkeit, Kreativität und einem ganz individuellen Charme begeistern zu können…

In dem Sinne: Seid einzig-artig bei Eurer Auswahl!

Einen guten Montag wünscht Euch das Freizeitcafe-Team.